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Häufig gestellte Fragen zum Thema Neurodermitis |
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Weitere Informationen finden Sie unter der Rubik Hautkrankheiten/Neurodermitis.
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Was ist Neurodermitis?
Was ist die Ursache?
Was sollte beachtet werden?
Warum ist die Zufuhr von Fett und Feuchtigkeit für die Haut so wichtig?
Wie kann der Haut Fett zugeführt werden?
Wie kann der Haut Feuchtigkeit zugeführt werden?
Wie kommt der Juckreiz zustande?
Kann bestimmte Kleidung den Juckreiz verstärken?
Können bestimmte Nahrungsmittel eine Neurodermitis verschlimmern?
Welche Reizstoffe sind nach Möglichkeit zu vermeiden?
Kann ein Klimawechsel eine Neurodermitis günstig beeinflussen?
Gibt es eine spezielle Neurodermitis Diät?
Ist Sonne gut für die Haut?
Sollen Kinder mit Neurodermitis Sport treiben?
Was können Eltern tun, deren Kinder die Behandlung verweigern?
Wie wichtig ist das Stillen zur Vorbeugung?
Was ist Neurodermitis?
Die Neurodermitis, auch endogenes Ekzem oder atopische Dermatitis genannt, ist eine chronische, über Jahre oder Jahrzehnte verlaufende Hautkrankheit. Die Patienten leiden an einer sehr trockenen und empfindlichen Haut mit starkem Juckreiz und Entzündungsneigung. Die Krankheit beginnt häufig schon in der Kindheit. Nach neuesten Untersuchungen können 10-12 % eines Jahrgangs betroffen sein. Oft tritt die Erkrankung in Zusammenhang mit Heuschnupfen oder Asthma auf.
Was ist die Ursache?
Es ist bisher keine einheitliche Ursache der Erkrankung bekannt. Man weiß, daß nicht die Krankheit selbst, sondern die Veranlagung zur Neurodermitis vererbt wird. Oft haben Vater und/oder Mutter auch Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma. Neben anderen, noch nicht genau geklärten Faktoren, spielt eine Störung im Abwehrsystem des Körpers eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung.
Was sollte beachtet werden?
Da die Ursache der Erkrankung nicht behoben werden kann, können nur die Symptome behandelt werden. Folgende Punkte sind dabei wichtig: Bösartigkeit erkennbar sein. Egal wie groß die Veränderung ist, jeder verdächtige Pigmentfleck sollte am besten von einem Hautarzt untersucht werden!
- Fettung der Haut
- Erhöhung der Hautfeuchtigkeit
- Linderung des Juckreizes
- Vermeidung von Reizstoffen
- Linderung der Entzündung
Warum ist die Zufuhr von Fett und Feuchtigkeit für die Haut wichtig?
Eine gesunde Haut bildet einen Schutzmantel aus Hauttalg, Wasser und feuchtigkeitsbindenden Stoffen: den Hautlipidfilm. Dadurch bleibt die Haut elastisch und ihr Austrocknen wird verhindert.Da die Haut des Neurodermitikers diesen Schutzmantel nicht in ausreichendem Maße selbst aufbauen kann, müssen von außen Fett und Feuchtigkeit zugeführt werden.
Wie kann der Haut Fett zugeführt werden?
Durch pflegende Cremes oder Salben kann die Haut ausreichend gefettet werden. Als besonders hilfreich haben sich medizinische Ölbäder erwiesen. Neben einer gleichmäßigen Fettung wird eine Linderung des Juckreizes erreicht. Die Temperatur des Badewassers sollte dabei aber nicht wärmer sein als 36 °C und die Badedauer 15-20 Minuten nicht übersteigen. Die gleichzeitige Anwendung von Seifen und Schaumbäder sollte vermieden werden; bei starker Verschmutzung der Haut kann eine alkalifreie Seife (Syndet) eingesetzt werden.
Wie kann der Haut Feuchtigkeit zugeführt werden?
Die Haut des Neurodermitikers ist nicht nur fettarm, sondern weist auch einen Mangel an sogenannten natürlichen Feuchthaltefaktoren auf. Die Hautfeuchtigkeit ist dadurch erniedrigt. Die Behandlung mit Salben und Cremes, die neben Wasser auch diese Feuchthaltefaktoren (z.B. Urea) enthalten, führt zu einer deutlichen Erhöhung der Hautfeuchtigkeit.
Wie kommt der Juckreiz zustande?
Es juckt, weil die Haut gespannt und zu trocken ist, weil ihr Fett und Feuchtigkeit fehlen und weil die Schweißabsonderung gestört ist. Die Empfindung "Juckreiz" wird von Nervenfasern in der Haut signalisiert, daher auch der Name "Neurodermitis", abgeleitet von neuron = Nerv und Dermatitis = entzündliche Hauterkrankung.
Wie kann der Teufelskreis - Jucken - Kratzen - Kratzwunden - Jucken - unterbrochen werden?
Juckreiz wird vom Patienten immer mit Kratzen beantwortet; dadurch entstehen Kratzwunden, die einen Teil der Hauterscheinungen ausmachen und bei Abheilung erneut Juckreiz verursachen. Dieser starke Juckreiz ist oft unerträglich und bereitet größten Leidensdruck, ganz besonders für Kinder. Daher fordert die Krankheit von seiten der Eltern viel Einfühlungsvermögen und Verständnis; neben rein medizinischen Anwendungen zur Juckreizlinderung wird sich eine entspannte, harmonische Atmosphäre stets förderlich, eine problemgeladene stets nachteilig auf die Haut auswirken. Juckreizlindernde Wirkstoffe helfen diesen Teufelskreis zu unterbrechen. Außerdem: Anstatt Kratzen kann auch die Haut vorsichtig gedrückt oder gestrichen werden. Kühle Tücher können auf die juckenden Stellen gelegt werden und schaffen so eine Linderung.
Kann bestimmte Kleidung den Juckreiz verstärken?
Kleidung und Bettzeug müssen gut luftdurchlässig, nicht schweißtreibend und angenehm weich sein. Keine Wolle direkt auf der Haut tragen, sie kratzt bei Wärme. (Falls überhaupt Wolle, sollte eine Baumwollbluse/-hemd untergezogen werden). Kunststoffasern können verträglich sein, eignen sich aber überhaupt nicht für Personen, die leicht schwitzen, da der Stoff nichts aufsaugt. Am besten geeignet sind Stoffe mit glatter Oberfläche, feinmaschig gewebt, sowie Wäsche aus reiner Baumwolle.
Können bestimmte Nahrungsmittel eine Neurodermitis verschlimmern?
Dies kann der Fall sein. Es ist unterschiedlich, ob und auf welche Nahrungsmittel ein Patient besonders empfindlich reagiert. Daher gibt es keine allgemeine Verbotsliste. Jeder muß sich selbst bzw. die Eltern ihr Kind genau beobachten und eventuelle Auslöser herausfinden. Erblich belastete Neugeborene sollten möglichst lange voll gestillt werden.
Welche Reizstoffe sind nach Möglichkeit zu vermeiden?
Hier gilt ähnlich wie bei den Nahrungsmitteln: Die individuelle Beobachtung ist wichtig. Als Reizstoffe können sich zum Beispiel Wasch- und Putzmittel, Tierhaare, bestimmte Pflanzen, Chemikalien und Lösungsmittel, Hitze und Staub usw. erweisen. Auch überheizte Wohnräume gilt es zu vermeiden, da dies die Austrocknung der Haut fördert.
Kann ein Klimawechsel eine Neurodermitis günstig beeinflussen?
Ja, allgemein kann Luftveränderung die Krankheit positiv beeinflussen. In besonderem Maße gilt dies für den Aufenthalt in einem sogenannten Reizklima, wie Hochgebirge (über 1.500 m) oder Seeluft (Nordseeklima).
Gibt es eine spezielle Neurodermitis Diät?
Nein. Grundsätzlich kann ein Neurodermitiker alles essen. Es ist wichtig, insbesondere um bei Kindern keine Mangelernährung zu erzeugen, Diätprogramme nicht eigenmächtig zu erstellen. Nur, wenn der Arzt durch entsprechende Untersuchungen eine Allergie nachgewiesen hat, ist es sinnvoll und in diesen Fällen zwingend, das Nahrungsmittel wegzulassen.
Ist Sonne gut für die Haut?
Die Haut der Mehrzahl der an Neurodermitis erkrankten Menschen verträgt eine Sonnenbestrahlung (UV-Licht) gut. Deshalb behandelt der Hautarzt in manchen Fällen mit UV-Bestrahlungen. Wichtig ist die Verwendung eines Sonnenschutzmittels mit hohem Lichtschutzfaktor, das möglichst auch keine Parfümstoffe enthalten sollte.
Sollen Kinder mit Neurodermitis Sport treiben?
Es gibt keinen Grund, warum diese Kinder sich nicht sportlich betätigen sollten. Es sollte aber der Sport gewählt werden, der dem Kind gefällt, den es gerne macht. Jeder Fortschritt sollte belohnt werden, da das Kind hieraus Bestätigung und Anerkennung erhält. Wichtig ist, bei der Sportkleidung auf weiche, luftdurchlässige Kleidung zu achten, damit es nicht zu einem Wärmestau kommen kann. Nach einer sportlichen Anstrengung sollte das Kind lauwarm duschen und die Haut mit seinem Pflegeprodukt versorgen.
Was können Eltern tun, deren Kinder die Behandlung verweigern?
Die Ursache für ein solches Verhalten des Kindes könnten sein: Mangelndes Verständnis, warum die Behandlung notwendig ist. Die Behandlung ist schmerzhaft, unangenehm oder einfach langweilig. Eltern waren in der Behandlung nicht konsequent. Trotzphase und Machtspiele. Kann man die Ursache eingrenzen, kann man gezielt vorgehen. Als Anregungen sind zu sehen:
- Die Motivation zum "Selbermachen" fördern.
- Alternativen anbieten.
- Die Anwendungen in ein Spiel integrieren.
- Eine andere Person in die Therapie mit einbeziehen.
- Keine Schuldkomplexe beim Kind aufbauen und Belohnungen für aktives "Mitmachen" vereinbaren.
Wie wichtig ist das Stillen zur Vorbeugung?
Spezialisten sind sich einig, daß Stillen einen günstigen Effekt auf das sich entwickelnde Immunsystem des Säuglings hat. Die Zeitspanne sollte mindestens 6 Monate betragen.
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