Wie häufig ist die Krankheit?
Ist die Psoriasis erblich?
Wie verläuft die Krankheit?
Was löst einen Psoriasisschub aus?
Wie sieht die Psoriasis aus?
Ist die Psoriasis ansteckend?
Woher kommt die Psoriasis?
Betrifft Psoriasis nur die Haut?
Wird die Lebenserwartung durch Psoriasis beeinflußt?
Kann man Psoriasis dauerhaft heilen?
Kann man durch Psoriasis Hautkrebs bekommen?
Sind während der Schwangerschaft Komplikationen durch Psoriasis zu erwarten oder wird die Psoriasis dadurch beeinflusst?
Ist der Besuch eines Solariums bzw. Sonnenbaden erlaubt?
Können Solarien die Bestrahlungen beim Arzt ersetzen?
Kann sich die Psoriasis weiter ausbreiten?
Kann die Psoriasis zu einer Glatze führen?
Kann Psoriasis bereits bei Säuglingen auftreten?
Wie häufig ist die Krankheit?
Auch wenn die Krankheit erst vor 200 Jahren genauer beschrieben wurde,
wissen wir aus 2000 Jahre alten medizinischen Schriften der Griechen,
dass die Psoriasis die Menschheit schon seit jeher quält. Sie ist
weltweit verbreitet, wobei sie die hellhäutige Rasse zu bevorzugen
scheint. Zwischen 1% und 2% aller Europäer leiden an ihr. Allein in
Deutschland gibt es ca. 2 Millionen Psoriatiker beiderlei Geschlechts;
denn die Psoriasis befällt Männer und Frauen gleich häufig. Meist zeigt
sie sich im zweiten Lebensjahrzehnt, um dann oft lebenslanger Begleiter
zu bleiben. Bei einer zweiten Gruppe von Betroffenen beginnt die
Erkrankung erst jenseits des 40. Lebensjahres.
Ist die Psoriasis erblich?
Die Psoriasis ist in gewisser Hinsicht eine Familienkrankheit. Aber
nicht die Krankheit in ihrer speziellen Form wird vererbt, sondern nur
die Veranlagung (Disposition), eine Psoriasis entwickeln zu können. Die
Information dazu findet sich wahrscheinlich verteilt auf verschiedenen
Stellen des Chromosoms (Erbträger) Nr. 6.
Praktisch bedeutet das folgendes: finden sich unter den Verwandten
Menschen mit Psoriasis, hat man ein erhöhtes Risiko, selbst an dieser
Hautkrankheit zu erkranken. Ist ein Elternteil betroffen, ist bei den
Kindern mit 10 bis 20% Wahrscheinlichkeit mit einer Psoriasis zu
rechnen, sind beide Eltern erkrankt, sogar mit bis zu 75%.
Wie verläuft die Krankheit?
Häufig verläuft die Psoriasis in Schüben mit raschem Aufblühen,
Andauern über eine gewisse Zeit und anschließender Abheilung (40-50%).
Für die Schübe findet sich eine jahreszeitliche Häufung in Frühjahr und
Herbst.
Die Psoriasis muss sich aber nicht ganz zurückziehen: nach einer
Besserung können Herde an den Prädilektionsstellen (bevorzugte Areale)
dauernd fortbestehen, oder sie verläuft chronisch, mehr oder minder
aktiv, ohne deutliche Rückbildung. Andererseits verlaufen gut 20% der
Psoriasiserkrankungen relativ mild mit wenigen Schüben und langen
Zeiträumen ohne Beschwerden. Bei etwa 10% der Patienten verschwindet
sie für immer.
Was löst einen Psoriasisschub aus?
Viele Patienten, die schon lange an Psoriasis leiden, können schon
absehen, wann sich ein neuer Schub anbahnt: Umfragen in Hautkliniken
haben gezeigt, dass 70% der Psoriatiker die Auslöser für ihre Schübe
kannten.
Schwere Infektionskrankheiten (häufig Scharlach oder Angina),
Verletzungen, Verbrennungen, Unfälle, Operationen, seelische
Belastungen oder Überbelastungen (Stress), Alkoholexzesse oder
Sonnenbrand kurz: Belastungen verschiedenster Art können Ursache sein,
dass die Psoriasis wieder aktiv wird, allerdings mit einer langsamen
Anlaufzeit bis zu 14 Tagen. Auch Klimawechsel oder Zeiten hormoneller
Umstellung (Schwangerschaft, Wechseljahre) gehören zu den
Stressfaktoren.
Auch Medikamente können Psoriasisschübe auslösen, z.B. Betablocker
(Herz- und Hochdruckmittel) oder das Malariamittel Chloroquin. Es ist
daher wichtig, sich selbst zu beobachten. Sinnvoll ist es, ein Tagebuch
über alle Veränderungen zu führen, um die persönlichen Auslöser
herauszufinden.
Wie sieht die Psoriasis aus?
Meistens beginnt die Psoriasis mit einem Exanthem, einem Ausschlag: Ein
roter Fleck oder mehrere erscheinen auf der Haut, an verschiedenen
Stellen. Die Flecken dehnen sich aus und fangen an, immer mehr silbrig
glänzende, trockene Schuppen zu bilden, die mehr oder weniger leicht
abzulösen sind. Wenn man versucht, alle Schuppen mit dem Fingernagel
oder einer Pinzette abzuheben, fängt der "nackte" Fleck ganz fein an zu
bluten. Die Psoriasis geht mit sehr unterschiedlich ausgeprägtem,
wechselhaftem Juckreiz einher, der nach Patientenaussagen häufiger und
quälender ist, als es die Lehrbücher vermuten lassen.
Bevorzugte Stellen des Befalls sind Ellenbogen, Knie, Kreuzbeinregion
und der behaarte Kopf. Nur Fusssohlen und Handflächen sind in der Regel
nicht betroffen.
Insbesondere an mechanisch beanspruchten Körperstellen können die
trocken - schuppigen Herde einreißen, bluten, sich nachträglich durch
eindringende Bakterien oder Pilze entzünden, eitern und noch mehr
jucken. Ein Teufelskreis.
Gibt man dem Juckreiz nach und kratzt, können an den Kratzspuren mit
etwas Verzögerung neue Psoriasisherde entstehen. Gleiches passiert,
wenn man die Haut schädigt, z.B. durch Verletzungen, Druckstellen
(ungeeignete Kleidung, Schuhe), Injektionsstellen (z.B. bei
Diabetikern) oder Verbrennungen.
Ist die Psoriasis ansteckend?
Diese Frage ist eindeutig mit nein zu beantworten. Die Psoriasis ist in keiner Phase oder Form ansteckend oder übertragbar!!!
Geben Sie Zweiflern die Adresse dieser Website oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Woher kommt die Psoriasis?
Die Ursache der Psoriasis ist bis heute noch nicht vollständig geklärt.
Im Gegensatz zur gesunden Haut weist die Haut bei der Psoriasis Veränderungen auf:
- in der Lederhaut finden sich Anzeichen einer Entzündung
- in der Oberhaut befinden sich viel mehr Zellen in der Teilung als bei der gesunden Haut
Während die normale Erneuerung der Oberhaut in etwa 28 Tagen abläuft,
kann sie in aktiven Psoriasisherden bis auf 4 Tage verkürzt sein. Bei
sehr aktiver Psoriasis können pro Tag bis zu 13 g Hornschüppchen von
der Haut abgesondert werden. Normalerweise liegt die Menge bei etwa 1 g.
Die Auslöser dieser Veränderungen sind bisher unklar; es gibt viele Theorien, aber nur wenige eindeutige Antworten.
Betrifft Psoriasis nur die Haut?
Vielfältige Untersuchungen zeigen, dass die Psoriasis sich nicht nur
auf der Haut abspielt, sondern dass auch Finger- und Zehennägel sowie
die Gelenke betroffen sein können.
Insbesondere die Beteiligung der Gelenke kann sehr schmerzhaft sein.
Mindestens 7% der Psoriatiker leiden unter der so genannten Psoriasis
arthropatica. Bei Untersuchungen fanden sich sogar bei 70% aller
Psoriatiker Veränderungen am gelenknahen Knochen und am Gelenk diese
sind in der Regel schmerzfrei.
In ihrem Erscheinungsbild ähnelt die Psoriasis-Arthritis den rheumatischen Krankheitsbildern.
Wird die Lebenserwartung durch Psoriasis beeinflußt?
Psoriasis hat grundsätzlich keinen Einfluss auf die Lebenserwartung. Es
bestehen normalerweise keine negativen Einflüsse auf den allgemeinen
Gesundheitszustand.
Kann man Psoriasis dauerhaft heilen?
Eine Heilung im Sinne einer vollständigen Beseitigung der Ursache der
Krankheit ist nicht möglich. Allerdings kann mit Hilfe moderner
Therapieformen eine Symptomlinderung erreicht werden. Durch
unterstützende Pflegemaßnahmen kann das Hautbild zusätzlich günstig
beeinflusst werden.
Kann man durch Psoriasis Hautkrebs bekommen?
Nein, auf keinen Fall. Obwohl die Ursache der Schuppenflechte in einer
gesteigerten Zellteilungsrate in der betroffenen Haut liegt, wurde noch
nie eine Häufung von Hautkrebs beobachtet. Allerdings besteht bei
bestimmten Bestrahlungstherapien eine erhöhte Gefahr der
Hautkrebsbildung.
Sind während der Schwangerschaft Komplikationen durch Psoriasis zu erwarten oder wird die Psoriasis dadurch beeinflusst?
Die Schuppenflechte führt zu keiner Gefährdung einer Schwangerschaft.
In einigen Fällen ist sogar eine Verbesserung des Hautzustandes zu
beobachten, allerdings wurde auch schon vereinzelt über
Verschlechterungen berichtet, so dass keine eindeutigen Aussagen über
den Einfluss einer Schwangerschaft auf den Verlauf der Psoriasis
getroffen werden können.
Zu beobachten ist auf jeden Fall, dass die Anwendung bestimmter
fruchtschädigender Medikamente, wie z.B. Retinoide, während der
Schwangerschaft unterlassen werden muss.
Ist der Besuch eines Solariums bzw. Sonnenbaden erlaubt?
Häufig verbessert sich der Hautzustand durch Sonnenschein erheblich.
Allerdings sollte eine übermäßige Bestrahlung auf jeden Fall vermieden
werden, um die Gefahr eines Sonnenbrandes auszuschließen. Dieser könnte
zu einer Reizung der Haut und somit zu neuen Psoriasis-Schüben führen.
Der Besuch von Solarien sollte nur nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt
erfolgen. Bei der Auswahl des Solariums sollte darauf geachtet werden,
dass UVB-Licht ausgestrahlt wird.
Können Solarien die Bestrahlungen beim Arzt ersetzen?
Nein. Alle gebräuchlichen Solarien strahlen überwiegend UV-A- und nur
einen sehr geringen Anteil an UV-B-Licht aus. Auf gar keinen Fall
dürfen eigenmächtig Psoralene angewendet werden. Es besteht die Gefahr
schlimmster Verbrennungen!
Kann sich die Psoriasis weiter ausbreiten?
Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Normalerweise
beschränkt sie sich auf bestimmte bevorzugte Stellen, vor allem die
Knie, Ellbogen, Rücken und Kopfhaut sind betroffen. Ein Befall größerer
Hautflächen ist möglich, wird aber nur selten beobachtet.
Kann die Psoriasis zu einer Glatze führen?
Obwohl die Kopfhaut zu den besonders häufig betroffenen Lokalisationen
zählt, verursacht die Psoriasis im Allgemeinen keinen verstärkten
Haarverlust und führt somit auch nicht zur Kahlköpfigkeit.
Kann Psoriasis bereits bei Säuglingen auftreten?
Eine Psoriasis bei Säuglingen ist eher unwahrscheinlich. Meist zeigt
sie sich im zweiten Lebensjahrzehnt, um dann oft lebenslanger Begleiter
zu bleiben. Bei einer zweiten Gruppe von Betroffenen beginnt die
Erkrankung erst jenseits des 40. Lebensjahres.