Ursache Strenggenommen hat die Akne keine exakt definierbare Ursache. Vielmehr begünstigen mehrere Faktoren zusammen das Auftreten der Akne. Zu diesen Faktoren können zählen: Hormone (Androgene), Bakterien und Vererbung. Andere Ursachen können sein: bestimmte Medikamente, Kosmetika, toxische Chemikalien.
Symptome Mitesser (Komedonen), Knötchen (Papeln), Pusteln und Knoten im Gesicht, auf der Schulter oder dem Rücken.
Definition „Akne“ ist eine Bezeichnung für verschiedene Erkrankungen der Talgdrüsen und Haarfollikel, die durch eine Sekretions- und Verhornungsstörung der Talgdrüsen gekennzeichnet sind und zu Entzündungen und Vernarbung führen können.
Die bekannteste Form, die Acne vulgaris, tritt bevorzugt in der Pubertät auf und kann bis ins Erwachsenenalter, in seltenen Fällen sogar lebenslang, anhalten.
Epidemiologie Die Akne ist eine der häufigsten Erkrankungen in der Dermatologie, die praktisch bei jedem Individuum während der Pubertät in mehr oder minder starker Ausprägung vorkommen kann. Die Akne kommt bei beiden Geschlechtern etwa gleich häufig vor, wobei der Verlauf bei Männern oft schwerer ist. Bei Frauen kann die Akne oft schon während der Menarche (Zeitpunkt der 1. Menstruation) vorkommen. Schwere Fälle der Akne können familiär gehäuft auftreten.
Erste Maßnahmen Keine eigenen Therapieversuche! Bei nicht fachgerechtem „Ausquetschen“ von Mitessern oder Pickeln kann es zu neuen Entzündungen und Infektionen kommen. Insbesondere um Narbenbildungen zu verhindern, ist eine hautärztliche Therapie erforderlich.
Besonderheiten Akneerscheinungen können durch geeignete therapeutische Maßnahmen gemildert oder beseitigt werden. Eine frühe Behandlung kann weitreichende Hautschäden mit Narbenbildung verhindern.
Beschreibung Insbesondere in der Pubertät verändert sich die Haut aufgrund eines sich verändernden Hormonhaushaltes. Die Haut wird fettiger, Poren verstopfen, Pickel und Mitesser kommen zum Vorschein. Obwohl es sich in den meisten Fällen nur um ein vorübergehendes Phänomen handelt, wird das eigene Erscheinungsbild doch als unangenehm und schwer zu ertragen empfunden. Der psychische und soziale Druck ist vor allem beim Auftreten von schwerer Akne oft sehr hoch.
Entstehung der Akne Drei Faktoren sind hauptsächlich für die Bildung von Pickeln und Mitessern verantwortlich:
1. Die Produktion von überschüssigem Hauttalg (Sebum) In der Pubertät verursacht die vermehrte Ausschüttung von männlichen Sexualhormonen (Androgenen) eine Stimulation der Talgdrüsen, die dann verstärkt Talg produzieren.
2. Verhornungsstörung der Talgdrüse Ebenfalls unter dem Einfluss männlicher Hormone kommt es zu einem schnelleren Wachstum der Hornzellen im Ausführungsgang der Talgdrüse und somit zu einer verstärkten Ansammlung von Hornzellen. Es bildet sich ein Hornpfropf (Mikrokomedo), der das Abfließen des Talgdrüsensekrets verhindert. Die Mikrokomedonen sind für das menschliche Auge auf Anhieb nicht sichtbar und gelten als Vorstufe für die entzündlichen Akne-Erscheinungen (Pusteln, Papeln, Knoten). Durch die Verhornungsstörung im Talgdrüsenausführungsgang entsteht schließlich der offene oder geschlossene Mitesser (Komedo).
3. Bakterielle Besiedlung und Entzündung Das aufgestaute Talgdrüsensekret ist ein idealer Nährboden für Bakterien, vor allem für einen bestimmten Hautkeim, der tief im Talgdrüsenkanal vorkommt: Propionibacterium acnes. Er gehört zur natürlichen Bakterienflora der menschlichen Haut und ist normalerweise harmlos. In den Komedonen vermehrt er sich jedoch besonders gut. Um sich von dem Talg ernähren zu können, produziert er ein Enzym (Lipase), welches das Talgdrüsensekret abbaut. Dabei entstehen vermehrt freie Fettsäuren. Diese und weitere von dem Bakterium freigesetzte toxische Substanzen können teilweise dafür verantwortlich gemacht werden, dass ein entzündlicher Prozess ausgelöst wird. Durch unterschiedliche Reaktionen des Immunsystems wird die Entzündungsreaktion verstärkt, so dass aus den Mikrokomedonen dann entzündete Pickel (Pusteln und Papeln) entstehen. Die durch das Immunsystem hervorgerufenen Reaktionen haben eine ganz entscheidende Bedeutung für die Entwicklung der Akne. Obwohl der Zusammenhang noch nicht ganz genau aufklärt werden konnte, gibt es eine ganze Reihe von Untersuchungen, die die Entstehung und den Verlauf der Akne immer besser erklären können. Insgesamt handelt es sich um ein sehr komplexes Geschehen, an dem viele immunologische Faktoren gleichzeitig beteiligt sind.
Krankheitsbilder / Einteilung der Akne Die Einteilung der Akne erfolgt oft vereinfacht, je nach Schweregrad und Häufigkeit der Symptome in leichte, mäßig schwere und schwere Akne. Bewertet wird sowohl das Vorherrschen bestimmter entzündlicher Läsionen (z.B. Papeln oder Pusteln) oder nicht-entzündlicher Läsionen (Komedonen) als auch die Anzahl dieser Läsionen. Die wesentlichsten Akneformen sind die Acne vulgaris, zu denen die Acne comedonica und Acne papulopustulosa zählen. Kommen tiefe, entzündliche Knoten oder Zysten hinzu, spricht man von einer Acne conglobata oder Acne cystica.
Sonderformen der Akne Acne vulgaris tritt gewöhnlich vorübergehend auf und verschwindet um das 25. Lebensjahr. Jedoch kommt es vor allem bei Frauen immer häufiger vor, dass die Akne ab dem 30. bis zum 40. Lebensjahr erstmals oder erneut auftritt. Anders als bei den jüngeren Patienten ist die Haut der Patienten, die an der sogenannten Spätakne bzw. Acne tarda leiden, eher trocken.
Als mögliche Ursache der Acne tarda wird unter anderem angenommen, dass das Absetzen der Antibaby-Pille die Empfindlichkeit der Talgzellen auf männliche Hormone (Androgene) fördert. Eine weitere Hypothese gilt dem Alltagsstress, der offensichtlich die Wirkung der Androgene am Rezeptor der Talgdrüse verstärkt. Auch Übergewicht spielt eine Rolle bei der Spätakne. Verschiedene biochemische Prozesse, die im Fettgewebe ablaufen, beeinflussen den Hormonhaushalt und führen zur verstärkten Bildung männlicher Hormone. Akneähnliche Erkrankungen können auch durch bestimmte Medikamente (z.B. Steroid-Akne), durch ständigen Kontakt mit Schmierölen und/oder Teerprodukten (sog. Öl- oder Teer-Akne) und durch giftige, chlorierte Substanzen, z.B. Dioxine (sog. Chlor- oder Seveso-Akne) hervorgerufen werden. Bekannt ist auch die Mallorca-Akne (Acne aestivalis), die als Reaktion der Haut nach Kontakt mit Kosmetika oder Sonnenschutzmitteln bei Sonneneinstrahlung in Verbindung gebracht wird. Die langzeitige und übermäßige Anwendung von Feuchtigkeits-, Gesichts-, Nacht- und Sonnenschutzcremes kann zur Acne cosmetica führen. Weitere Sonderformen der Akne sind u.a. die androgenbedingte Akne der Frau und Akne bei Säuglingen (Acne neonatorum) und Kleinkindern (Acne infantum).
Tipps
Bereits bei der ersten Bildung von Mitessern in der Pubertät sollte ein Hautarzt um Rat gefragt werden.
Der Hautarzt kann am besten entscheiden, welche vorbeugenden Maßnahmen getroffen werden können, welche Pflegeprodukte oder evtl. auch welche Arzneimittel geeignet sind.
Mitesser sollten nicht eigenständig ausgedrückt werden (Gefahr der Hautschädigung und Narbenbildung). Statt dessen können die Komedonen von einer medizinisch ausgebildeten Kosmetikerin entfernt werden.
Die gründliche Reinigung der Haut mit milden Reinigungsmitteln (z.B. Syndets) ist wichtig, um die Haut auf die Therapie bzw. Pflege vorzubereiten.
Ein mildes Peeling ein- bis dreimal pro Woche kann helfen, die Bildung neuer Mitesser zu vermindern.
Antimikrobiell wirkende Benzoylperoxid-haltige Präparate (z.B. Wasch-Emulsionen) sind sinnvoll, können aber farbige Kleidungsstücke bleichen. Die Anwendung in der Nähe des Haaransatzes sollte vorsichtig erfolgen.
Manche Aknepräparate können die Haut austrocknen. Spezielle hautberuhigende und feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte, die extra zur Anwendung auf der zur Akne neigenden Haut entwickelt wurden, können die Behandlung unterstützen.