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Informationen zum Thema Aktinische Keratosen 

Aktinische Keratosen 
Aktinische Keratosen

Synonyme
Solare Keratosen, senile Keratosen, Alterskeratosen

Definition
Aktinische Keratosen sind durch chronische Lichtschädigung verursachte („aktinische“ oder solare) Verhornungsstörungen der oberen Hautschicht. Sie werden heute als frühe Ausprägung von Hautkrebs (
Spinalom) verstanden.

Ursache
Aktinische Keratosen entstehen durch chronische Exposition gegenüber UV-Licht. Infolge der UV-Bestrahlung kommt es zu einer Veränderung des genetischen Materials (DNA) in den Zellen der Oberhaut. Hauteigene Reparaturmechanismen und die Immunantwort der Haut werden beeinträchtigt. Im Lauf von mehreren Jahrzehnten entstehen veränderte Hautzellen. Diese vermehren sich schließlich derart, dass es zu einer Verdickung der Hornschicht kommt.

Weitere Faktoren

Heller Hauttyp:
Aktinische Keratosen treten häufig bei hellhäutigen Menschen auf, die leicht einen Sonnenbrand bekommen. Bei diesem Hauttyp ist der natürliche Schutz vor der Sonne nur gering ausgeprägt. Bei dunkelhäutigen Menschen kommen aktinische Keratosen sehr selten vor.

Viel Sonne:
Menschen, die berufsbedingt über lange Zeit der Sonne ausgesetzt waren, sind häufig betroffen, z.B. Landwirte, Seeleute, Maurer sowie Personen mit entsprechendem Freizeitverhalten. In den letzten Jahren kommen aktinische Keratosen häufiger vor, da sich die Freizeitgewohnheiten verändert haben.

Hohes Alter:
Die Entstehung aktinischer Keratosen verläuft sehr langsam über mehrere Jahrzehnte. Betroffen sind daher überwiegend Menschen ab dem 50. Lebensjahr.

Gestörte Immunabwehr:
Patienten mit schlechter Immunabwehr haben ein erhöhtes Risiko, aktinische Keratosen zu entwickeln. Das Immunsystem kann krankheitsbedingt (z.B. bei HIV-Infektionen) oder durch die Einnahme von Medikamenten (z.B. Kortison) geschwächt sein. Patienten, deren Immunsystem nach Organtransplantationen künstlich unterdrückt wird, sind besonders gefährdet.

Symptome
Einzelne oder mehrere aktinische Keratosen finden sich an den so genannten „Sonnenterrassen“ des Körpers:
  • Stirn, Schläfen, Nase, Unterlippen, Wangen, Ohrmuscheln
  • Handrücken, Unterarme
  • Glatze (Männer)
Hier bilden sich einzeln oder zumeist flächenhaft rote Flecken mit leichter Schuppung. Im Laufe der Zeit verdickt sich die Hornschicht weiter und gelblich-bräunliche Hornauflagerungen entstehen. Die Hautveränderungen fühlen sich rau wie Schmirgelpapier an. Sie sind zunächst nur klein, können aber 1-2 cm groß werden. Beschwerden wie Juckreiz oder Brennen fehlen in der Regel.

Erste Maßnahmen
Aktinische Keratosen sollten grundsätzlich hautärztlich behandelt werden. Die Diagnose kann vom Hautarzt häufig schon durch das genaue Ansehen und Tasten gestellt werden. Im Zweifelsfall wird eine kleine Hautprobe entnommen, die mikroskopisch untersucht wird.

Heutzutage gibt es verschiedene chirurgische und äußerliche Behandlungsmöglichkeiten, die der Hautarzt je nach Ausdehnung und Lokalisation einsetzen kann:
  • Laser-Therapie
  • Oberflächliches Abtragen mit dem scharfen Löffel (Kürettage)
  • Kältetherapie mit flüssigem Stickstoff (Kryotherapie)
  • Herausschneiden mit dem Skalpell
  • Äußerliche Behandlung mit speziellen Cremes
  • Bestrahlung mit UV-Licht (photodynamische Therapie, PDT)
Die im individuellen Fall beste Behandlungsform sollte mit dem behandelten Hautarzt besprochen werden.

Besonderheiten
Aktinische Keratosen werden heute als frühe Ausprägung von Hautkrebs (Spinalom) aufgefasst. Es lässt sich nicht vorhersagen, aus welchen aktinischen Keratosen ein Spinaliom entsteht. Deshalb ist es wichtig, bei unklaren Hautveränderungen einen Hautarzt aufzusuchen.

Die Entwicklung von aktinischen Keratosen lässt auf eine übermäßige Sonnenbelastung über einen längeren Zeitraum schließen, die oft bereits Jahrzehnte zurückliegt. Daher  entwickeln sich häufig nach der Entfernung einzelner aktinischer Keratosen an anderen Stellen neue Herde. Eine regelmäßige hautärztliche Kontrolle auch nach erfolgreicher Therapie ist zu empfehlen.

Weitere Tipps – Vorbeugen
Vorbeugende Maßnahmen im Hinblick auf aktinische Keratosen greifen erst nach 10-20 Jahren und sind daher bereits in jungen Jahren sinnvoll.

Sonne meiden
Die Ursache der aktinischen Keratosen ist eine zu ausgiebige Sonnenbestrahlung – daher ist besonders für hellhäutige Menschen ein vernünftiger Umgang mit der Sonne wichtig.
Der beste Weg um eine Vielzahl von Hautschäden zu vermeiden ist, sich nicht direkter Sonnenbestrahlung auszusetzen.
 
Daneben gelten für Sonnenbäder folgende Richtlinien:
  • Meiden Sie direkte Sonnenstrahlen vor allem zwischen 10:00 Uhr und 16:00 Uhr
  • Meiden Sie reflektierende Oberflächen wie Wasser, Sand, Beton, weiß gemalte Flächen. (Wolken und Nebel schützen nicht, sondern können im Gegenteil die UVB-Strahlung noch erhöhen).
  • Die Intensität der UV-Strahlung hängt vom Einfallswinkel der Sonne ab, nicht von der Hitze oder Helligkeit. Um den Sommeranfang ist damit die Gefahr am größten und zwei Monate davor (April) genauso groß wie zwei Monate danach (August).
  • Meiden Sie künstliche UV-Strahlen (Solarien, Heimsonne).

Schützende Kleidung tragen
  • Die Haut sollte durch engmaschige Kleidung geschützt werden.
  • Insbesondere Männer mit Glatzenbildung sollten eine Kopfbedeckung tragen.

Sonnenschutzmittel verwenden
  • Verwenden Sie hautärztlich empfohlene Sonnenschutzprodukte mit hohen Lichtschutzfaktoren.
  • Idealerweise sollte das Mittel UVA-, UVB- und Infrarot-Strahlen blocken.
  • Sonnenschutzpräparate werden meistens – im Vergleich zu der Standardmethode zur Bestimmung des Lichtschutzfaktors – zu dünn aufgetragen. Tragen Sie doppelt so viel auf, wie Sie es von Ihren Hautpflegeprodukten gewöhnt sind.
  • Insbesondere die Sonnenterrassen des Körpers (siehe Kapitel Symptome) sollten sorgfältig eingecremt werden.
  • Die schützende Wirkung der Sonnenschutzpräparate wird mit der Zeit durch Abrieb, Schwitzen und z. B. beim Schwimmen – und dies gilt auch für wasserfeste Zubereitungen – verringert. Deshalb ist ein wiederholtes Einreiben zu empfehlen. Achtung: Nachcremen verlängert nicht die Schutzwirkung, sondern erhält sie nur.
  • Damit die Zubereitungen in die obere Hautschicht eindringen können, sollte man Sonnenschutzprodukte 30 Minuten vor dem Sonnenbad auftragen.

Verwandte Themen
Thema Spinaliom
Thema Sonnenbrand
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Sonnen-Lexikon

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