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Informationen zum Thema Austrocknungsekzem (Eczéma craquelé, Exsikkationsekzem, asteatotisches Ekzem)

Austrocknungsekzem (Eczéma craquelé, Exsikkationsekzem, asteatotisches Ekzem)
Exsikkationsekzem

Ursache
Ein Austrocknungsekzem entwickelt sich vorwiegend bei älteren Menschen in den Wintermonaten. Dann wird in Räumen kräftig geheizt, und die Luftfeuchtigkeit ist stark vermindert. Die vermutlich häufigste Ursache ist aber übertriebenes Duschen oder ausgiebiges Baden in heißem Wasser sowie die Verwendung austrocknender Hautreinigungsprodukte. So verwundert es nicht, dass auch jüngere Personen und Kinder ein Austrocknungsekzem entwickeln können. Männer sind insgesamt etwas häufiger betroffen als Frauen.

Seltener kann ein Austrocknungsekzem auch durch Mangelernährung, neurologische oder andere Grunderkrankungen (z. B. Verhornungsstörungen der Haut, Magersucht) oder durch medikamentöse Therapien (z. B. Isotretinoin) verursacht werden.

Besonderheiten
Ältere Menschen haben häufig eine dünne und trockene Haut, deren Talgproduktion vermindert ist. Durch ausgedehnte, heiße Bäder trocknet die Haut noch weiter aus. Die Epidermis kann nicht mehr ausreichend Feuchtigkeit speichern, und der natürliche Hautschutz (Barrierefunktion der Haut) wird stark beeinträchtigt. Mögliche Folgen sind Entzündungsreaktionen mit Juckreiz und ein erhöhtes Hautinfektionsrisiko. Außerdem wird die Haut empfindlicher gegenüber Allergenen und irritierenden Substanzen (z. B. Haushaltsreiniger).

Symptome
Auf der an sich trockenen Haut entwickeln sich schuppende, meist rissige, gerötete Ekzemherde, die an eine ausgetrocknetes Flussbett oder rissiges Porzellan erinnern. Daher kommt auch die Bezeichnung Eczéma craquelé (craqueler (franz.): etwas rissig machen).

Die ca. 2-4 cm großen Ekzemherde treten meist an den (Schien-) Beinen, den Armen und Händen auf, man findet sie aber auch im Gesicht, an den Oberschenkeln und am Rumpf. Es besteht mäßiger bis starker Juckreiz, so dass es auch zu Kratzwunden kommen kann. Auch Fissuren und oberflächliche Blutungen sind möglich.

Behandlungsmöglichkeiten
Da es verschiedene Hauterkrankungen gibt, die dem Austrocknungsekzem ähneln, sollten Sie sich zunächst einmal von einem Hautarzt untersuchen lassen. Dieser sowie Ihr Apotheker kann Ihnen dann rückfettende Pflegecremes, milde Hautreinigungsprodukte (z. B.
Balneum Intensiv Dusch/Waschlotion) oder medizinische Ölbäder (z. B. Balneum Hermal) empfehlen. Bei starker Entzündung oder stark ausgeprägtem Juckreiz, kann Ihr Hautarzt Ihnen auch eine entzündungshemmende Creme oder Salbe mit Glukokortikoiden verordnen. 

Was Sie selbst tun können
  • Vermeiden Sie lange, heiße Bäder und übertrieben häufiges Duschen.
  • Verwenden Sie Seifen und andere Hautreinigungsprodukte möglichst sparsam.
  • Duschen ist besser als Baden, und lauwarmes Wasser ist besser als heißes oder sehr kaltes Wasser.
  • Verwenden Sie reichlich rückfettende, pflegende Cremes, insbesondere nach dem Baden oder Duschen.
  • Ziehen Sie sich für den winterlichen Spaziergang im Freien warm an, aber vermeiden Sie dabei Wollkleidung direkt auf der Haut. Wolle kann gereizte Haut zusätzlich irritieren.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
  • Die Luftfeuchtigkeit in Räumen sollte oberhalb von 50 % liegen. Verwenden Sie daher ggf. Luftbefeuchter.
  • Wenden Sie sich bei anhaltenden Hautproblemen wie Juckreiz oder Entzündungen an einen Hautarzt.

Quellen:

  • P. Altmeyer: Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie, Umweltmedizin. http://www.enzyklopaedie-dermatologie.de
  • Przybilla B und Ruëff F, Toxische und allegische Kontaktdermatitis. In: Braun-Falco et al. (Hrsg.): Dermatologie und Venerologie. 5. Aufl. Springer Medizin Verlag Heidelberg 2005. S. 347-348.
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