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Informationen zum Thema Blutschwämmchen

 Blutschwämmchen
 

Definition:

Unter einem Blutschwämmchen, in der Fachsprache auch als Hämangiom bezeichnet, versteht man einen zumeist gutartigen Tumor, der seinen Ursprung von den inneren Zellen (Endothel) der Blutgefäße nimmt. Hämangiome innerer Organe sind nicht sichtbar und stellen zumeist einen Zufallsbefund dar. Blutschwämmchen der Haut oder Schleimhaut sind hingegen deutlich als bläulich bis rötliche Verfärbung zu sehen. Diese Hauterscheinungen sind meist harmloser Natur, aufgrund des Aussehens jedoch oft erschreckend für den Patienten und seine Umgebung.

Ursachen und Häufigkeit:
Warum Blutgefäße anfangen zu wuchern ist nicht geklärt. Vermutet wird eine genetische Fehlregulation von Faktoren, die das Wachstum der Blutgefäße beinflussen. 20 % der Frühgeborenen sind von Hämangiomen betroffen, so dass eine Frühgeburt ebenso wie ein zu niedriges Geburtsgewicht zu den Risikofaktoren gehören. Ca. 10 % aller Kinder und dreimal soviel Mädchen wie Jungen haben ein Hämangiom.

Symptome:
Ein Hämangiom wird je nach Lokalisation des betroffenen Blutgefäßes entweder als ein hell- bis dunkelroter Fleck oder kleiner Knoten sichtbar (kutanes kapilläres Hämangiom) oder, sehr viel seltener, als dunkelrote-bläuliche Schwellung (subkutanes kavernöses Hämangiom). Das kapilläre Hämangiom ist meist schon unmittelbar nach der Geburt vorhanden und wird selten größer als 2-3 cm. Das kavernöse Hämangiom kann sich auch erst im Kindesalter bilden, wird bis zu 10 cm groß und kann rasch wachsen. Blutschwämmchen sind in erster Linie im Gesicht und am Hals lokalisiert. Sie sind zumeist nicht schmerzhaft und jucken nicht. Bei Verletzung des Hämangioms kann es mitunter allerdings - je nach Größe des Hämangioms - zu größeren Blutungen kommen. Befinden sich die Blutschwämmchen an Nase, Mund oder Augen können darüber hinaus Atem-, Schluck- oder Sehstörungen auftreten. Die kosmetische Beeinträchtigung kann zudem im Kindesalter zu seelischen Problemen führen.

Erste Maßnahmen:
Wenn sich auf der Babyhaut ein unscharf begrenzter, roter und erhabener Fleck zeigt, sollte man den Arzt darauf hinweisen. Insbesondere dann, wenn dieser innerhalb weniger Tage an Größe zunimmt. Das weitere therapeutische Vorgehen - abwarten oder behandeln - sollte dann möglichst früh mit dem Facharzt besprochen werden.

Diagnose:
Die Diagnose wird in der Regel vom Kinder- oder Hautarzt gestellt. Die sichtbaren Hauterscheinungen sind dabei oft schon für die Diagnosestellung ausreichend. Wie stark ausgedeht das Hämangiom ist, kann mittels Ultraschall, gegebenenfalls auch Computertomographie oder Magnetresonanztomographie festgestellt werden. Bei schnell wachsenden Wucherungen wird gelegentlich auch eine Gewebeprobe entnommen, um die Bösartigkeit des Tumors auszuschließen.

Therapie:
Die Behandlung von Hämangiomen richtet sich nach Größe, Wachstumsgeschwindigkeit und Lokalisation. Viele Blutschwämme neigen dazu sich spontan zurückzubilden. Allerdings ist das kosmetische Ergebnis bei einer frühzeitigen Operation oft besser. Auch sollte berücksichtigt werden, dass Kinder in der Schule und im Kindergarten oft Hänselein ausgesetzt sind und dies dem Kind durch eine frühzeitige Behandlung erspart bleibt.
Grundsätzlich stehen verschiedene therapeutische Verfahren zur Verfügung. Mittels Kryotherapie (Vereisung) wird auf das betroffene Hautareal für einige Sekunden flüssiger Stickstoff appliziert. Bei einer Laserbehandlung werden die betroffenen Blutgefäße „verschweißt“. In der Regel ist dies schmerzhafter als die Kryotherapie. Tiefer in die Haut reichende Blutschwämmchen sollten operativ entfernt werden. Bei ausgedehnten und schnell wachsenden Hämangiomen kann noch in der Wachstumsphase die innerliche Gabe von Kortison sinnvoll sein.
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