|
|
 |
|
|
 |
 |
Seite weiterempfehlen | Druckversion |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Erkrankungen der Haut, Haare und Nägel. |
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
| Bitte wählen Sie das gewünschte Thema aus: |
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
Dellwarzen (Molluscumcontagiosum)
Allgemeines / Definition
Dellwarzen (Molluscumcontagiosum) sind kleine, gutartige Wucherungen (Warzen) an Haut oder Schleimhäuten. Die rundlichen, derben Gebildesind etwa stecknadelkopf- bis erbsengroß, hautfarben und in der Mitte oftleicht eingedellt. Sie werden durch spezielle Viren ausgelöst, sind häufig und kommen meist in Gruppen vor. Die Übertragung geschieht von Mensch zu Mensch, wobei der Virus über mikroskopisch kleine Verletzungen des Gewebes in die Haut eindringt. Der Erreger ist weltweit verbreitet. Betroffen sind vor allem Kinder, besonders männliche oder an Neurodermitis erkrankte Kinder und Jugendliche. Auch bei Erwachsenen können Dellwarzen vorkommen, vor allem, wenn ihr Immunsystem geschwächt ist. Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Entstehen der Dellwarzen vergehen zwei bis sieben Wochen.
Ursachen
Dellwarzen entstehen, wenn ein bestimmtes Virus aus der Familie der Pockenviren in die Haut gelangt. Infektionen mit dem so genannten Molluscum-Contagiosum-Virus (MCV) finden besonders häufig an öffentlichen Orten statt, an denen viele Menschen zusammen kommen und an denen es feucht ist, wie etwa im Schwimmbad, in der Sauna oder in der Sportumkleidekabine.
In der Regel erfolgt die Ansteckung durch direkten Körperkontakt. Kinder können sich beim Spielen im Kindergarten anstecken, Erwachsene auch beim Geschlechtsverkehr. Dellwarzen sind bei Betroffenen im Erwachsenenalter daher häufig im Genitalbereich zu finden. Seltener geschieht die Ansteckung auch durch indirekten Kontakt, beispielsweise durch die gemeinsame Benutzung eines Handtuchs.
Symptome
Die kugeligen, hautfarbenen, leicht glänzenden Gebilde sehen oftmals aus wie kleine Perlen. Diese können auch weißlich oder hellrötlich erscheinen. Dellwarzen können einzeln vorkommen, treten aber häufig in Gruppen auf. Sie sind relativ hart und zwischen stecknadelkopf- und erbsengroß. Innen befindet sich ein weißlicher, bröckeliger Brei, der ansteckende Viren enthält. Die größeren Exemplare haben in der Mitte meist eine Delle (daher der Name). Man findet Dellwarzen auch häufig im Gesicht, an den Augenlidern, am Hals, im Nacken, unter den Achseln aber auch am Körper und bei Erwachsenen bevorzugt in der Genitalregion, an Oberschenkeln und Unterbauch. Dellwarzen verursachen in der Regel keine Schmerzen.
Wenn es durch Aufkratzen zu einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien kommt, kann starker Juckreiz auftreten.
Bei Patienten mit Neurodermitis (atopisches Ekzem) kommt es leicht zu einer Selbstinfektion, das heißt, die Viren werden am eigenen Körper von einer Stelle auf eine andere übertragen.
Diagnose
Aufgrund ihres sehr charakteristischen Aussehens erkennt der Hautarzt Dellwarzen mittels Blickdiagnose an ihrem äußeren Erscheinungsbild. Dabei sind ihm auch die typischen Bereiche eine Hilfe, an denen Dellwarzen am häufigsten auftreten. Ist er sich nicht ganz sicher, kann der Dermatologe unter örtlicher Betäubung eine Hautprobe (Biopsie) entnehmen und sie unter dem Mikroskop untersuchen lassen. Das ist aber in der Regel nicht erforderlich.
Behandlungsmöglichkeiten
Bei einem großen Teil der Patienten bilden sich Dellwarzen nach einem halben bis dreiviertel Jahr von selbst zurück. Sie können aber unbehandelt auch über mehrere Jahre bestehen bleiben oder sich auf der eigenen Haut ausbreiten. Dellwarzen wirken meist kosmetisch störend, können sich infizieren und es besteht die Gefahr der Ansteckung für Menschen im sozialen Umfeld.
Die Knötchen können vom Hautarzt mit einem so genannten scharfen Löffel abgetragen werden. Es ist auch möglich, sie mit Hilfe einer gebogenen Pinzette auszudrücken. Beides geschieht unter örtlicher Betäubung, bei Kindern bevorzugt mit Hilfe einer schmerzlindernden Salbe. Beim Ausdrücken des infektiösen Kerns könnte es zu einer erneuten Infektion anderer Hautstellen kommen. Daher muss die Hautregion nach der Behandlung besonders gründlich desinfiziert werden. In Frage kommt auch eine Vereisung (Kryotherapie), bei der jedoch Hautverfärbungen nicht auszuschließen sind. Auch der Laser kann zur Anwendung kommen.
Darüber hinaus stehen verschiedene Cremes bzw. Lösungen für die Behandlung zur Verfügung. Sie sollen eine Entzündungsreaktion auslösen, die das eigene Immunsystem auf den Plan ruft, damit die Viren stärker bekämpft werden. Eine allgemeine Stärkung des Immunsystems kann ebenfalls zu einer Rückbildung von Dellwarzen führen.
Bei immungeschwächten Patienten kommen zuweilen in schweren Fällen auch die photodynamische Therapie PDT oder andere Immuntherapien zum Einsatz.
Vorbeugung
Was können Sie selbst tun?
Einen gewissen Schutz vor einer Ansteckung mit Dellwarzen bieten ein starkes Immunsystem und eine gute Hautpflege. Im Schwimmbad und nach dem Sport sollten Kinder (wie natürlich auch Erwachsene) immer nur ihr eigenes Handtuch benutzen. Damit sich Familienangehörige / Geschwister nicht anstecken, sollte auch zu Hause auf die richtige Hygiene geachtet werden. Jeder sollte alleine baden und nur sein eigenes Handtuch benutzen. Die Handtücher müssen regelmäßig gewechselt werden. An den Warzen sollte nicht gekratzt oder gescheuert werden. Nach Kontakt mit den Warzenstellen, etwa nach dem Kratzen, gilt es die Finger(-Nägel) zu desinfizieren.
Immer auf eine gute Hygiene zu achten, ist besonders für Kinder mit sehr trockener Haut, mit Neurodermitis und für immungeschwächte Personen sehr wichtig.
Weil die Viren so ansteckend sind, können die Warzen auch nach einer erfolgreichen Behandlung wiederkommen. Dann muss die Behandlung wiederholt werden. Eltern sollten die Haut ihrer Kinder daher noch einige Wochen beobachten. Selbst nach Monaten können auch ohne Neuinfektion erneut Dellwarzen auftreten.
|
 |
 |
 |
Seite weiterempfehlen | Druckversion |
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
© 2001 - 2012 hautstadt.de |
 |
|
|
 |
|