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Informationen zum Thema Erysipel 

Erysipel
© Springer Verlag

Definition
Ein Erysipel (Wundrose) ist eine Infektionskrankheit mit einer akuten flächenhaften örtlich begrenzten Entzündung der Haut, die insbesondere im Gesicht und an den Extremitäten auftritt. Die Erreger sind meist bestimmte Bakterien (betahämolysierende Streptokokken der Gruppe A).

Symptome
Das Erysipel tritt meist an den Extremitäten oder im Gesicht auf. Es besteht eine Rötung und Schwellung, die weiter fortschreitet. Das betroffene Hautareal ist gespannt, druckschmerzhaft und fühlt sich heiß an. Typisch sind unregelmäßige Ausläufer des geröteten Hautareals. Hinzu kommen mehr oder weniger schwere Allgemeinsymptome wie Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit.
Die Lymphknoten in der Umgebung sind meist geschwollen und druckschmerzhaft. 

Ursache
Die Ursache ist ein Eindringen der Erreger in die Haut über eine Hautverletzung (z.B. Wunde, Einriss der Haut in den Zehenzwischenräumen evtl. aufgrund einer Pilzinfektion, Hautverletzung am Naseneingang bei z.B. Schnupfen). Besonders gefährdet sind Patienten mit einem geschwächten Immunsystem wie ältere Menschen und Menschen mit anderen Erkrankungen.

Entstehung
Nachdem die Erreger über eine Hautverletzung in die Tiefe der Haut eingedrungen sind, vermehren sie sich und breiten sich entlang der Lymphspalten aus. Es entsteht eine flächenhafte Rötung der Haut, die ohne Behandlung weiter fortschreitet. Oft ist eine Distanz zwischen der Hautverletzung und dem Erysipel zu beobachten. Zum Beispiel besteht die Hautverletzung im Bereich der Zehenzwischenräume und das Erysipel am Unterschenkel.

Besonderheiten
In einigen Fällen treten zusätzlich Bläschen oder große Blasen in dem geröteten und geschwollenen Hautareal auf.

Risiko
Wenn sich die Infektion zur Tiefe hin ausbreitet, kann es zu einer lebensgefährlichen Phlegmone kommen. Unter einer Phlegmone versteht man eine schwere Infektion der tiefen Hautschichten mit diffuser (nicht abgegrenzter) Ausbreitung entlang der Muskeln und Sehnen. Wenn nicht rechtzeitig therapiert wird, können dauerhafte Schwellungszustände durch Verschluss von Lymphgefäßen zurückbleiben. Wenn die Eintrittspforte, z. B. der Fußpilz nicht mitbehandelt wird, kann es bereits nach kurzer Zeit zu einem erneuten Erysipel kommen.

Therapie
Durch die Gabe von Antibiotika ist eine rasche Besserung zu erreichen, das weitere Fortschreiten wird verhindert. Bei ausgeprägten Formen ist oftmals die Antibiotikagabe als Infusion notwendig. Die Hautverletzung als Eintrittspforte der Erreger muss behandelt werden. Lokal werden häufig feuchte Verbände mit Antiseptika eingesetzt.
Es sollte Bettruhe mit Ruhigstellung und Hochlagerung der betroffenen Extremität eingehalten werden. Bei einem Gesichtserysipel sind Sprechverbot und die Ernährung mittels flüssiger/breiiger Kost notwendig.

Vorbeugung
Gesunde Menschen müssen keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um der Entstehung eines Erysipels vorzubeugen, denn ihr Immunsystem ist hierzu stark genug.
Hautschäden und Wunden, wie z.B. Fußpilz oder Mundwinkeleinrisse, sollten lokal behandelt werden, um das Risiko für die Entstehung eines Erysipels zu verringern. Des Weiteren sollte bei Patienten eine konsequente Therapie der Grunderkrankung, die diese Erkrankung begünstigen
(z. B. Durchblutungsstörungen, Sensibilitätsstörungen), erfolgen.

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