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Informationen zum Thema Hyperpigmentierung 

Allgemeines
Die Hyperpigmentierung gehört zu den Pigmentstörungen. Sie zeigt sich in Form von bräunlichen oder gelblichen Flecken auf der Haut. Dabei wird verstärkt ein Hautfarbstoff (das Melanin) in der obersten Hautschicht, der Epidermis, eingelagert, wie dies auch bei der normalen Sonnenbräune oder der Bildung von Sommersprossen der Fall ist. Braune Flecken im Gesicht, oder auch an Händen oder am Körper, wie etwa Altersflecken oder Flecken nach Hauterkrankungen, werden jedoch oft als unschön und störend empfunden.
Aufgrund ganz unterschiedlicher Ursachen kann es zu einer Vermehrung der so genannten Melanozyten, also derjenigen Zellen in der Haut kommen, die für die Bildung der Pigmente zuständig sind, sowie zu einer Anreicherung des Hautpigments Melanin. Die Hyperpigmentierung kann lokal begrenzt in bestimmten Hautpartien, -flecken, -streifen oder verbreitet über die gesamte Hautfläche auftreten. Zu den möglichen Ursachen gehören UV-Strahlung, Hauterkrankungen, mechanische Belastungen, Hormon- oder chronische Hitzeeinwirkung.
Die Hyperpigmentierung selbst ist keine Krankheit, sie kann allerdings störend oder belastend sein und einen negativen Einfluss auf das Selbstwertgefühl haben. Sommersprossen, Muttermale und Leberflecke gehören neben Sonnen- und Altersflecken wohl zu den bekanntesten Hyperpigmentierungen. Zu Flecken bzw. Verfärbungen auf der Haut kann es auch durch die vermehrte Ablagerung von Gallenfarbstoffen, Karotin (Vitamin-A-Vorstufe) oder Hämosiderin kommen. Letzteres ist ein eisenhaltiger Proteinkomplex, in dem ein Teil des biologisch nicht aktiven Eisens im menschlichen Körper gespeichert wird.

Ursachen
Die möglichen Ursachen bzw. Auslösefaktoren einer Hyperpigmentierung sind vielfältig: Es kann die Sonneneinstrahlung sein (aktinische Hyperpigm.) oder lokal einwirkende, chemische Substanzen wie etwa phototoxische Substanzen z.B. aus bestimmten Pflanzen, Duftstoffe oder auch Selbstbräuner (chemische Hyperpigm.), die braune Flecken entstehen lassen. Auch mechanische Belastungen wie Druck oder Reibung können zu einer verstärkten Pigmentierung an bestimmten Hautstellen führen, etwa durch den Druck eines Gürtels, eines Büstenhalters oder eines Hosenträgers (mechanische Hyperpigm.). Zu fleckförmigen Hyperpigmentierungen kann es auch nach entzündlichen Hauterkrankungen (Dermatosen) kommen (postinflammatorische Hyperpigm.). Beispiele dieser Erkrankungen sind Blasensucht (Pemphigus vulgaris), Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris), Akne, Ekzeme, spezielle Nesselsucht-Ausschläge, die Pigmentflecken hinterlassen (Urticaria pigmentosa), und die Gürtelrose (H. zoster).
Bedingt durch verschiedene Grunderkrankungen kann es auch zu einer flächenhaften Pigmentierung der Haut kommen, die nicht auf die Einwirkung von UV-Strahlung zurückzuführen ist (diffuse Hyperpigm.). Ursache einer Hyperpigmentierung können auch innere Erkrankungen wie z.B. Nebennierenerkrankungen oder Tumore sein, die bestimmte Botenstoffe (ACTH, MSH) verstärkt aussenden. ACTH (adrenokortikotropes Hormon) regt die Nebennierenrinde zur Produktion von Kortisol an und hat weitere wichtige Funktionen für den Stoffwechsel. MSH (melanozyten-stimulierendes Hormon) beeinflusst die pigmentbildenden Hautzellen (Melanozyten) und führt zu einer vermehrten Pigmentierung der Haut. Auch bestimmte Lebererkrankungen, ebenso wie eine krankhafte Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose), bei der vermehrt Schilddrüsenhormone produziert werden als der Körper benötigt, können ein Zuviel an Pigmenten auslösen. Und auch Schwangerschaftshormone können Triebfeder für eine verstärkte Pigmentbildung sein. Diese Formen werden unter dem Begriff ‚endokrine Hyperpigmentierung’ zusammengefasst. Eine weitere Sonderform der Hyperpigmentierung ist die Wärmepigmentierung oder „Hitzemelanose“ (Pigmentatio reticularis e calore). Die Hitzemelanose zeigt sich in einer netzartigen, bräunlichen Pigmentierung nach einer chronischen Einwirkung von Wärme etwa als Endstadium einer Hauterkrankung mit entzündlicher Hautrötung (erythematöse Dermatitis).
Es gibt eine ganze Reihe von so genannten umschriebenen Hyperpigmentierungen, deren Rand sich (mehr oder weniger) scharf zur normal pigmentierten Haut hin abgrenzt (zirkumskripte Hyperpigm.). Diese haben ganz unterschiedliche Ausprägungen und Ursachen. Einige wenige Beispiele sind Berloque-Dermatitis, Chloasma, Lentiginosen, Mongolenfleck, Melanose oder Lichtdermatosen.
Eine weitere mögliche Ursache von Hyperpigmentierungen sind Traumen oder medizinische/ kosmetische Eingriffe, wie Verbrennungen, ablative Lasertherapie zur oberflächlichen Abtragung dünner Hautschichten oder Laserepilation. Hyperpigmentierungen können auch bei unzureichendem Sonnenschutz nach Laserbehandlung oder Peeling oder nach Insektenstichen auftreten. Weitere mögliche Ursachen für eine verstärkte Pigmentbildung sind Fehlernährung, bestimmte Medikamente oder Kosmetika. Und schließlich können Hyperpigmentierung auch erblich bedingt sein (Epheliden).

Symptome
Eine Hyperpigmentierung zeigt sich typischerweise in einer zu starken Färbung der Haut oder bestimmter Hautpartien. Die dunklen Flecken können an einer oder an mehreren Stellen auftreten. Sie variieren in Größe, Ausdehnung, Symmetrie, Ausprägung und Farbe. In bestimmten Fällen kann die Pigmentstörung auch die gesamte Haut betreffen.

Diagnose
Um Gewissheit über eine Hyperpigmentierung und ihre Ursachen zu gewinnen, ist es durchaus ratsam einen Hautarzt aufzusuchen. Nach einer Begutachtung der betroffenen Stellen kann in vielen Fällen schon anhand des äußeren Erscheinungsbildes und ggf. der Krankengeschichte (Anamnese) die Diagnose gestellt werden. Im Zweifelsfall kann eine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht werden (Biopsie). Vermutet der Arzt als Ursache der Hyperpigmentierung eine genetische Ursache, wird er die Familiengeschichte der Betroffenen abfragen, um die Diagnose zu sichern.

Behandlungsmöglichkeiten
In vielen Fällen ist eine Pigmentstörung harmlos und erfordert keine Therapie. Wird eine veränderte Hautfärbung jedoch als seelisch belastend empfunden, ist eine Behandlung zu erwägen, gegebenenfalls auch eine psychologische Beratung. Welche Behandlung bei einer Hyperpigmentierung in Frage kommt, hängt von der Ursache ab. Mögliche Behandlungsoptionen sind:
  • Hochwertige Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, Verzicht auf direkte Sonne und Solarium
  • Vermeidung bestimmter chemischer Stoffe aus Kosmetika, Pflanzen oder best. Duftstoffe
  • Vermeidung chronisch die Haut irritierender Auslöser z.B. von Druck oder Reibung
  • Behandlung der jeweiligen Grunderkrankung
  • Äußerliche Behandlung mit speziellen Substanzen
  • u. U. kurzfristige äußerliche Anwendung von Kortikosteroid-Externa (Cremes, Salben)
  • Kosmetische Behandlung der Haut: Peeling oder andere abtragende Verfahren
  • In Absprache mit dem behandelnden Arzt: Wechsel der Medikation, Absetzen von Salben und Cremes mit Hormonzusätzen
  • Geeignete Hautpflege entsprechend ärztlicher Empfehlung
  • Kosmetische Abdeckung (Camouflage)
  • Hautaufhellende Mittel oder Selbstbräuner

Welche der Behandlungsmöglichkeiten in Frage kommen, entscheidet der Arzt. Einer genetisch bedingten Pigmentstörung kann nicht vorgebeugt werden.
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