Ursache
Kopfpilz, wird durch eine Infektion mit Dermatophyten (syn.: Hautpilze, Fadenpilze) verursacht. Wissenschaftlich wird die Infektionskrankheit als Tinea capitis bezeichnet. Die häufigsten Erreger sind Microsporum canis, Trichophyton mentagrophytes, Trichophyton rubrum, Trichophyton verrucosum, Trichophyton violaceum und Trichophyton tonsurans.
Kopfpilz tritt fast ausschließlich bei Kindern auf. Die meisten Erreger sind stark ansteckend und können sowohl von Mensch zu Mensch als auch von Tieren oder Gegenständen auf Menschen übertragen werden. Oft stecken sich Kinder bei infizierten Tieren an. In Frage kommen nicht nur streunende Katzen und Hunde, denen man häufig in südlichen Ländern im Urlaub begegnet, sondern auch Tiere aus dem Tierheim oder aus Zoohandlungen, wie zum Beispiel Meerschweinchen, Kaninchen und Hamster. Auch Tiere, denen man die Erkrankung nicht ansieht, können die Erreger der Pilzinfektion übertragen.
Symptome
Die Veränderungen auf der Kopfhaut können je nach Ausprägung und teilweise auch je nach verursachendem Erreger sehr unterschiedlich aussehen.
Bei Infektionen durch Erreger der Gattung Microsporum bilden sich kreisrunde, haarlose Bezirke aus. Entzündungszeichen wie Rötung oder Irritation der Kopfhaut sind sehr selten. Die Harre brechen kurz über der Hautoberfläche ab (Stoppelfeld). Die Kopfhaut ist an den betroffenen Stellen von feinen Schuppen bedeckt. Kopfpilz, der durch Microsporum-Arten verursacht wurde, wird auch als Microsporie bezeichnet.
Bei Infektionen durch Trichophyton-Arten sind Entzündungszeichen häufig. Auch hier kommt es in scharf abgegrenzten Bereichen zum Haarausfall.
Seltener ist die Infektion so stark ausgeprägt, dass sich stark entzündete, eitrige Herde entwickeln. In diesen Fällen sind die Betroffenen oft abgeschlagen, entwickeln leichtes Fieber und die Lymphknoten sind geschwollen.
Manchmal kann sich die Pilzinfektion auch auf Hautbereiche des Gesichts oder des Körpers ausbreiten. Auf der Haut bilden sich in diesen Fällen entzündlich gerötete Scheiben mit randbetonter Schuppung, die sich nach außen hin ausbreiten.
In seltenen, schweren Fällen kommt es bei der Abheilung zur Narbenbildung. Das kann in diesen Arealen zu einer permanenten Kahlheit führen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung sollte ein erfahrener Dermatologe durchführen.
Um andere Erkrankungen auszuschließen, wird der Arzt vor der Behandlung einige von den mit Pilzen befallenen Haare auszupfen und eine Pilzkultur anlegen. Dazu wird die Pilzprobe in einem Nährmedium gezüchtet. Die Pilze vermehren sich und werden schließlich mikroskopisch untersucht. Dadurch kann auch geklärt werden, welcher Pilz für die Erkrankung verantwortlich ist, so dass die passende Behandlung ausgewählt werden kann.
Der Kopfpilz erfordert immer eine innerliche Therapie mit Tabletten, um den Erreger zu beseitigen. Zusätzlich wird zu Beginn der Therapie eine äußerliche Behandlung mit Antipilzmitteln in Form von Cremes, Gelen, Lösungen oder Shampoos durchgeführt. Dadurch wird das Ansteckungsrisiko für andere minimiert und die mehrwöchige Tablettentherapie verkürzt.
Des Weiteren hat es sich als sinnvoll erwiesen, die Haare der Patienten möglichst kurz zu schneiden oder zu rasieren. Die infizierten Haare müssen umgehend entsorgt werden. Auch auf diese Weise kann die Dauer der Therapie verkürzt werden.
Wichtige Verhaltensregeln
Um eine Ansteckung weiterer Personen zu vermeiden, sollte eine Therapie so früh wie möglich erfolgen.
Die gemeinsame Benutzung von Kämmen, Bürsten, Rasierapparaten, Handtüchern, Kopfbedeckungen und dergleichen ist unbedingt zu vermeiden.
Friseurbesuche sind untersagt.
Auch Plüschtiere, Bettwäsche und ähnliches sind nur von den betroffenen Patienten selbst zu benutzen.
Nach Beginn der Therapie sollten kontaminierte Utensilien wie zum Beispiel Rasierklingen und Ablageflächen desinfiziert werden.
Sofern sie thermostabil sind, können Kämme und Bürsten in kochendem Wasser desinfiziert werden. Die Einwirkzeit beträgt mindestens zehn Minuten.
Wäsche und Textilien sollten ebenfalls desinfiziert oder – wenn möglich – im 90°C Waschprogramm mit einem Bleich- bzw. Vollwaschmittel ausgekocht werden.
Die Infektionsquelle (zum Beispiel Haustier) sollte ermittelt und möglichst behandelt werden. Auch Familienmitglieder oder Haustiere, die selber keine Symptome zeigen, können den Pilz übertragen.
Handelt es sich bei der Infektionsquelle um ein Haustier, dann müssen auch dessen Pflegeutensilien, Decken, Körbe oder Kissen desinfiziert oder gegebenenfalls entsorgt werden.