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Allgemeine Informationen zum Thema Läuse

elektronenmikroskopische Aufnahme einer Laus 
elektronenmikroskopische
Aufnahme einer Laus

Ursache
Kopf-, Kleider- oder Filzläuse saugen in 1 -3 stündlichen Abständen Blut. Die Stiche führen zu Rötungen und Schwellungen. Die weiblichen Läuse kleben Nissen, in denen sich das Ei befindet, je nach Lausart an Kopfhaare, Schamhaare oder in die Nähte der Kleidung. Nissen kleben an den Haaren fest und nach 2 bis 3 Wochen schlüpfen junge Läuse.

Symptome
Starker Juckreiz, durch Kratzen verletzte Haut insbesondere an der Kopfhaut, der Nacken-Haar-Grenze, im Schamhaarbereich. Bei Nichtbehandlung von Kopf- und Filzläusen kommt es zu einer starken Verfilzung der Haare (Weichselzopf).

Erste Maßnahmen
Arztbesuch, insbesondere, wenn unklar ist, um welche Erkrankung es sich handelt und bei starken Hautreaktionen. Durchführung und Kontrolle der Behandlung mit antiparasitären Mitteln.

Kopflauserkrankungen kommen in allen Familien vor, auch bei guten hygienischen Bedingungen. Wenn Sie in Ihrer Familie einen Läusebefall feststellen, sollten sie insbesondere Kindergarten, Schule und die nahen Freunde informieren. So können Sie die Verbreitung eindämmen. Oft finden sich dort auch Betroffene. Wer wen angesteckt hat, läßt sich nicht feststellen. Also keine falsche Scham.

Besonderheiten
Kleiderläuse können Krankheitserreger übertragen. Kontaktpersonen müssen mituntersucht, Kleidung, Bettwäsche usw. entsprechend gereinigt werden (siehe unten).


   
Kopflausbefall: massenhaft Nissen im Haar Einzelne Nissen am
Haarschaft, stark
vergrößert
     
        
Weitere Informationen Kopflausbefall (Pediculosis capitis)

Kopfläuse sind nur etwa zwei bis drei Millimeter lang. Am liebsten leben sie im dichten Haarbewuchs an der Kopfrückseite /Nacken oder hinter den Ohren. Kopfläuse können die Farbe des Haares annehmen. Deshalb sind sie zuerst schwer zu erkennen. Sie sind Blutsauger und nehmen in Abständen von zwei bis drei Stunden eine "Mahlzeit" zu sich. Die weiblichen Läuse legen Eier ab, die in Kapseln an die Haare angeklebt werden. Man nennt sie Nissen.
Ihre Lebensspanne beträgt 30 Tage. In dieser Zeit legt eine weibliche Kopflaus ungefähr 50 bis 150 Eier. Die Eier sind weiß bis durchsichtig.

Kopfläuse kommen weltweit vor, sind jedoch in gemäßigtem Klima stärker verbreitet. Einziger Wirt ist der Mensch. Die Übertragung erfolgt daher im Wesentlichen durch direkten engen Kontakt, der ein Überwandern der Parasiten ermöglicht. Auch eine indirekte Übertragung durch gemeinsam benutzte Gegenstände (Kämme, Bürsten, Mützen etc.) ist möglich. Kopfläuse treten oft endemieartig bei Kindern auf (Kindergärten, Schulen). Es besteht eine hohe Ansteckungsgefahr, allerdings übertragen Kopfläuse in unseren Breiten keine Krankheitserreger.
 
Der Stich einer Kopflaus ist schmerzlos. Die an der Bißstelle entstehenden Papeln jucken jedoch stark. Oft kommt es zu ekzemartigen Hauterscheinungen, die sich durch Kratzen noch verstärken. Dann kann ein zusätzlicher bakterieller Befall zu Lymphknotenschwellungen führen.

Zum besseren Auffinden der Läuse und Nissen eignet sich der Gebrauch einer Lupe, auch wenn sie mit bloßem Auge erkennbar wären. Nissen unterscheiden sich von Kopfschuppen darin, dass sie sehr fest am Haar haften und nur schwer abgestreift werden können. Das Durchkämmen der Haare Strähne für Strähne mit einem Nissenkamm hilft zusätzlich die Läuse und Nissen zu finden.

Nur eine korrekte örtliche Behandlung mit einem hierfür geeigneten Insektizid führt zu einem Therapieerfolg. Generell sollte dies von weiteren Maßnahmen begleitet werden:
Die Nissen sollten nach Therapie mit dem Nissenkamm entfernt werden. Zusätzlich sollten Kleider und Bettwäsche entwest werden. Dies geschieht am besten durch Waschen bei 60 Grad Celsius. Kleidungsstücke, textiles Spielzeug und andere Gegenstände können in einen gut verschließbaren Plastikbeutel gesteckt und darin für 4 Wochen belassen werden. Dadurch wird eine Abtötung der Läuse und ein Aushungern der später noch schlüpfenden Larven erzielt. Alternativ eignet sich das Einbringen der Gegenstände in den Gefrierschrank bei -10 bis -15 Grad Celsius über einen Tag.


Weitere Informationen Filzlausbefall (Pediculosis pubis)

Die Filzlaus wird etwa ein bis eineinhalb Millimeter lang und ist somit kürzer, aber auch breiter als die Kopflaus. Sie ist weltweit verbreitet. Filzläuse werden zumeist durch den Geschlechtsverkehr sowie über gemeinsam benutzte Wäsche übertragen und zählen somit zu den häufigsten geschlechtsverkehrassoziierten Krankheiten. Neben den Schamhaaren können bei stark behaarten Patienten auch andere Körperregionen betroffen sein (z.B. Oberschenkel, Achselhaare, Bauchregion, Perianalregion). Eine Übertragung auf die Wimpern und Augenbrauen ist möglich! Filzläuse spielen als Überträger von Krankheiten in unseren Breiten keine Rolle. Die an den Haaren angeklebten Nissen ähneln denen der Kopflaus.

Filzläuse sind sehr unbeweglich und bleiben daher zumeist an derselben Körperstelle.

Die Stiche verursachen geringeren Juckreiz als die der Kopf- und Kleiderlaus. Durch Kratzen können Ekzeme entstehen. An den Bissstellen können kleine Hämotome (Blutergüsse), sogenannte Taches bleues entstehen.

Nur eine korrekte örtliche Behandlung mit einem hierfür geeigneten Insektizid führt zu einem Therapieerfolg. Zudem empfiehlt sich als unterstützende Maßnahme eine Rasur der Schamhaare. Der Partner sollte mitbehandelt werden.


Weitere Informationen Kleiderlausbefall (Pediculosis vestimentorum)

Die Kleiderlaus ist mit drei bis vier Millimeter etwas größer als sie Kopflaus. Sie sitzt bevorzugt auf der Innenseite in den Nähten der Kleidung. Zum Blutsaugen krabbelt sie auf die Haut. In der Regel kommt Kleiderlausbefall aber nur unter schlechten hygienischen Bedingungen vor.

Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch durch Austausch infizierter Kleidung oder Benutzung infizierter Bettwäsche.

Durch den Stich der Kleiderlaus kommt es zu Juckreiz und Quaddelbildung. Aufkratzen der Bissstelle kann zu sekundären bakteriellen Infektionen führen. Bei entsprechender Verwahrlosung und Ausbreitung auf den gesamten Körper kann es zu schweren entzündlichen und ekzematösen Hautreaktionen kommen (Vagabundenhaut).

Kleiderläuse sind potentielle, passive Überträger für folgende Infektionskrankheiten:
  • Epidemisches oder klassisches Fleckfieber
  • Wolhynsches Fieber oder Fünftagefieber
  • Rückfallfieber
In unseren Breiten spielen diese Erkrankungen jedoch –abgesehen von Not- und Krisenzeiten- eine untergeordnete Rolle.

Die betroffenen Körperregionen sollten entsprechend dem Beschwerdebild behandelt werden. Durch Einsprühen von Textilien mit antiparasitären Wirkstoffen können die Kleiderläuse abgetötet werden. Alternativ könnte ein leichter Kleiderlausbefall durch Auskochen der verseuchten Kleidung behoben werden.
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