Ursache Der Nagelpilz wird - wie der Fußpilz - in den meisten Fällen durch Dermatophyten (syn.: Hautpilze, Fadenpilze) hervorgerufen.
Wie alle Pilze, die Hauterkrankungen auslösen können, bevorzugen auch die Erreger des Nagelpilzes eine feuchte Umgebung. Deshalb gelten öffentliche Schwimmbäder, Saunen, Duschen und Umkleidekabinen von z.B. Fitness-Studios aber auch das familiäre Umfeld und Hotelzimmer als Hauptinfektionsquellen. Eine Infektionsgefahr ist auch bei allen Sportleihschuhen sowie beim Anprobieren von Schuhen im Schuhgeschäft gegeben. Weitere begünstigende Faktoren für die Entstehung von Nagelpilz sind beispielsweise vermehrtes Schwitzen und gestaute Feuchtigkeit in zu engen oder luftundurchlässigen Schuhen. Weil Pilze ein feuchtes Milieu bevorzugen, tritt der Nagelpilz wesentlich häufiger an den Zehennägeln als an den Fingernägeln auf.
In Deutschland sind etwa zehn bis zwölf Millionen Menschen betroffen, das heißt jeder Achte leidet unter einer Nagelpilzinfektion. Jedoch erkrankt nicht jeder Mensch an Fuß- oder Nagelpilz, wenn er mit dem Erreger in Kontakt kommt. Erst unter bestimmten Voraussetzungen, z.B. bei einer Vorschädigung des Nagels oder einer Verletzung der Nagelhaut, kommt es zu einer Pilzinfektion. Besonders gefährdet sind unter anderem die Fußnägel von älteren Menschen, Diabetikern sowie von Patienten, die Arzneimittel einnehmen, die das Immunsystem schwächen (sog. Immunsuppressiva).
Begünstigende Voraussetzungen für eine Pilzinfektion der Nägel können sein:
Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen, z.B. bei älteren Menschen (> 40 Jahre), bei Diabetes, bei krankhafter Verengung der Arterien (arterielle Verschlusskrankheit), bei Rauchern oder bei Bewegungsmangel
Verletzungen des Nagels oder der Nagelhaut
Häufiges Tragen von luftundurchlässigen Schuhen (Sportschuhe, Gummistiefel, Synthetiksocken)
Häufiges Tragen von engen Schuhen
Symptome
Bei einer Nagelpilzerkrankung verfärbt sich die Nagelplatte gelblich bis dunkelbraun, selten auch grünlich oder schwarz. Zudem verdickt sich der Nagel und wird brüchig. In den umgebenden Hautpartien kann zusätzlich ein unangenehmer Juckreiz auftreten. Die Erkrankung verläuft am Anfang unauffällig und verursacht keinerlei Schmerzen. Deshalb wird sie von den Betroffenen nicht als Problem erkannt.
Der Nagel kann jedoch so weit zerstört werden, dass er Beschwerden verursacht und kaum mehr nachwächst. Dieser Prozess kann Jahre dauern.
Behandlungsmöglichkeiten
Nagelpilzerkrankungen heilen nie von selbst ab. Im Gegenteil: Wenn der Nagelpilz nicht behandelt wird, kann er sich weiter ausbreiten und dabei auch weitere Nägel oder andere Hautbereiche infizieren. Deshalb sollten Nagelpilzerkrankungen in jedem Fall behandelt werden.
Für die Behandlung von Nagelpilzerkrankungen stehen Medikamente (Antimykotika) zur Verfügung, die auf unterschiedliche Weise das Wachstum der Pilze hemmen bzw. die Pilze abtöten. Diese Medikamente können entweder äußerlich (in Form von Salben, Cremes, Lösungen oder Nagellacken) oder innerlich als Tabletten angewendet werden.
Wenn nur ein kleiner Teil des Nagels betroffen ist, reicht eine äußerliche Behandlung oft aus. Zur Verfügung stehen spezielle Nagellacke oder Salben-Sets mit antimykotischen Wirkstoffen, die in den Nagel eindringen können. Vor jedem Auftragen muss die Nageloberfläche je nach Präparat mit einer Feile aufgeraut oder mit einem Schaber abgetragen werden, damit der Wirkstoff gut in den Nagel eindringen kann. Für den Erfolg einer solchen Behandlung benötigt man Ausdauer, die Behandlung dauert Wochen bis Monate.
Wenn der Pilz größere Teile des Nagels oder sogar mehrere Nägel befallen hat, reicht eine äußerliche Behandlung in der Regel nicht mehr aus.
Sitzt der Pilz bereits im Nagelbett, wird auch der sich ständig neu bildende Nagel sofort infiziert. In diesen Fällen kann der Pilz nur noch von innen heraus behandelt werden. Der Wirkstoff wird in Form von Tabletten oder Kapseln eingenommen. Über die Blutbahn gelangt der Wirkstoff so an den Ort der Infektion und tötet die Pilze dort ab. Ob eine Behandlung mit diesen (verschreibungspflichtigen) Arzneimitteln notwendig ist, kann nur ein Arzt entscheiden. Hautärzte haben große Erfahrung.
Um andere Erkrankungen, wie z.B. eine Nagel-Psoriasis, auszuschließen, wird der Arzt vor der Behandlung eine Probe vom Nagelmaterial verwenden, um eine Pilzkultur anzulegen. Dazu wird die Pilzprobe in einem Nährmedium gezüchtet. Die Pilze vermehren sich und werden schließlich mikroskopisch untersucht. Dadurch kann auch geklärt werden, welcher Pilz für die Erkrankung des Nagels verantwortlich ist, so dass die passende Behandlung ausgewählt werden kann.
Tipps
Zur Vorbeugung von Fuß- und Nagelpilzinfektionen sowie zur Unterstützung der Behandlung sind begleitende Maßnahmen sinnvoll:
Tragen Sie Kleidung / Socken aus atmungsaktiven Materialien (z. B. Baumwolle).
Verhindern Sie zu viel Druck auf die Zehen, z. B. durch zu enges Schuhwerk.
Vermeiden Sie luftundurchlässiges Schuhwerk (z. B. Gummistiefel oder Schuhe aus Synthetik). Tragen Sie Lederschuhe und offene Schuhe.
Wechseln Sie Ihre Schuhe während des Tages und lassen sie die getragenen Schuhe gründlich austrocknen (ggf. mit Zeitungspapier ausstopfen, um so dem Leder die Feuchtigkeit zu entziehen).
In Schwimmbädern, Saunen, öffentlichen Duschen (z. B. im Fitness-Studio) oder im Hotelzimmer immer Badeschuhe tragen.
Nach dem Waschen Hände und Füße gründlich abtrocknen, insbesondere die Zehenzwischenräume.
Benutzen Sie immer ein eigenes Handtuch / Waschlappen und ein eigenes Nagelpflegeset (z. B. Nagelfeilen).
Während der Behandlung einer Mykose die verwendeten Handtücher, Waschlappen und Socken täglich wechseln und bei mind. 60° C waschen. Bei empfindlichen Materialien empfiehlt sich ein Wäschedesinfektionsmittel.
Sorgen Sie für eine gute Durchblutung der Füße (z.B. durch Fußgymnastik, Wechselduschen).
Stärken Sie Ihr Immunsystem durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung an frischer Luft.