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Informationen zum Thema Polymorphe Lichtdermatosen

Die polymorphe Lichtdermatose wird häufig als "Sonnenallergie" bezeichnet, obwohl es sich nicht um eine allergische Erkrankung handelt.

Polymorphe Lichtdermatose 

Ursache
Nichtallergische Reaktion der Haut auf ultraviolettes Licht, meist langwelliges UV-Licht (= UV-A), selten UV-B oder beide UV-Bereiche.

Symptome
Ausschließlich in den sonnenexponierten Hautpartien Juckreiz, Rötung, rote Knötchen (= papulöser Typ) oder rote Flecke (Plaque-Typ); seltener Knötchen mit Bläschen (papulo-vesikulöser Typ). Weil alle diese Hautveränderungen auftreten können, heißt die Lichtdermatose "polymorph" = vielgestaltig. Beim jeweiligen Patienten tritt jedoch immer nur eine dieser Krankheitsformen auf, das Hautbild ist dann eher monomorph (gleichförmig).
Die Hautveränderungen finden sich bevorzugt in der vorderen Halspartie, im Brustausschnitt, an Armen und Handrücken, selten im Gesicht; gelegentlich und besonders im Kindesalter an den Ohrrändern. Die Hauterscheinungen treten einige Stunden nach Sonneneinwirkung auf, sie bilden sich im Laufe weniger Tage zurück, auch ohne Behandlung.

Erste Maßnahmen
Beim erstmaligen Auftreten sollte die Diagnose durch eine hautärztliche Untersuchung gesichert werden. Hautarzt bzw. Hautärztin können entscheiden, ob es sich um die polymorphe Lichtdermatose handelt oder um eine andere, u. U. problematischere Lichtdermatose.

Besonderheiten
Die Polymorphe Lichtdermatose (PLD) ist die Hautreaktion, die von Nichtmedizinern gern als "Sonnenallergie" bezeichnet wird. Die Medizin kennt eine Sonnenallergie als eigenständiges Krankheitsbild nicht. Sie verwendet den Allergiebegriff nur für die Gruppe der photoallergischen Lichtdermatosen, zu denen die PLD nicht gehört.
Die Sonnenempfindlichkeit der betroffenen Personen hinsichtlich eines Sonnenbrands entspricht der ihres Hauttyps. Ein Sonnenbrand tritt bei ihnen nicht schneller auf als bei Personen, die nie mit einer PLD reagieren.

Epidemiologie
Die PLD ist häufig, sie macht etwa 90% aller Lichtdermatosen aus. Man schätzt, dass zwischen 10% und 20% der Gesamtbevölkerung an einer PLD erkranken. Die PLD zeigt sich erstmalig im Kindes- oder Jugendalter und wiederholt sich dann praktisch in jedem Frühjahr/Frühsommer über viele Jahre. Im Laufe der Jahre tritt sie allerdings in etwa der Hälfte der Fälle schwächer auf, in 25% etwa gleich intensiv, in 25% kommt sie zur Ruhe. Frauen erkranken dreimal häufiger als Männer.

Weitere Informationen
Die PLD ist seit vielen Jahren gut bekannt. Eine genetisch bedingte Veranlagung wird angenommen. Inzwischen liegen auch molekularbiologische Untersuchungen vor. Trotzdem ist nicht geklärt, in welcher Weise UV-Licht in diesen Fällen in der Haut wirksam wird und was die betroffenen Personen für UV Strahlen so abnorm empfindlich macht. Diskutiert wird zur Zeit eine anlagebedingte Funktionsstörung der Keratinozyten (hornbildenden Zellen der Oberhaut), die den durch UV-Strahlen verursachten sog. oxidativen Stress nicht ausreichend gegenregulieren können.

Diagnostik
Hinweisend auf eine PLD sind juckende Hautveränderungen einige Stunden nach Sonneneinwirkung (genaueres s. Symptome). Sind die Hauterscheinungen beim Arztbesuch vorhanden, kann die Diagnose in der Regel problemlos gestellt werden. Andernfalls bleibt es zunächst bei der Verdachtsdiagnose anhand der Schilderung des Betroffenen. In manchen Fällen wird der Hautarzt/die Hautärztin andere Lichtdermatosen erwägen, mit einer vertieften Anamnese und ggfs. speziellen Lichttests. Auch lässt sich die PLD durch UV-Bestrahlungen betroffen gewesener Hautpartien meist reproduzieren.

Therapie, Prophylaxe
Eine akut aufgetretene PLD kann einfach und effektiv behandelt werden, z. B. mit einer Zinkschüttelmixtur (link Tannosynt Lotio) oder einer (schneller wirkenden) Kortikoidcreme.
Wichtiger ist die Prophylaxe (Vorsorge). Sie zielt darauf ab, die in den meisten Fällen zu beobachtende natürliche Lichtgewöhnung zu nutzen: Die betroffene Person setzt die jeweils reagierenden Hautpartien ab Frühjahr/Frühsommer zunehmend der Sonne aus und akzeptiert dabei leichte Schübe der PLD. Nach wenigen, oft nur zwei bis drei Schüben der PLD gibt es in den meisten Fällen einen Gewöhnungseffekt in der Weise, dass über den Rest des Sommers keine PLD mehr auftritt. Diese Toleranz kann gelegentlich durchbrochen werden, wenn die Betroffenen sich z. B. im Urlaub intensiver der Sonne aussetzen.
In einer solchen Situation und natürlich auch dann, wenn im Einzelfall keine ausreichende Lichtgewöhnung erreicht werden kann, sind Lichtschutzpräparate mit einem hohen Schutzfaktor auch für UV-A meist gut wirksam. Neuere Präparate enthalten neben den üblichen chemischen und physikalischen Lichtfiltern auch Antioxidantien, denen eine zusätzliche Schutzwirkung zugeschrieben wird.
Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann der Hautarzt/die Hautärztin eine sog. Phototherapie durchführen. Es erfolgen Ganzkörperbestrahlungen, mit denen eine mehrwöchige Toleranz für eine nachfolgende Sonnenexposition erreicht wird. Eine solche "Gewöhnungsbestrahlung" kann auch mit UV-B erfolgen, so dass unter den Bestrahlungen keine PLD auftritt.

Tipps
  • Lassen Sie ihre nach Sonneneinwirkung auftretenden Hauterscheinungen von hautärztlicher Seite diagnostisch einstufen.
  • Auslösende UV-A-Strahlen durchdringen Fensterglas und können so im Auto vom Fenster her auf ihre Haut einwirken.
  • Versuchen Sie herauszufinden, wie intensiv die Sonne einwirken muss, damit bei Ihnen eine PLD auftritt. Oft ist das nur an der See oder im Gebirge der Fall.
  • Nutzen Sie unbedingt die mögliche natürliche Lichtgewöhnung (s. Prophylaxe).
  • Achten Sie auf folgenden möglichen Verlauf: Eine PLD ist gesichert oder wird zumindest stark vermutet. Sie wenden bei Bedarf ein gutes Lichtschutzpräparat an. Trotzdem wird ihre PLD von Mal zu Mal schlimmer. Das führt zum dringenden Verdacht auf eine als Komplikation auftretende photoallergische Kontaktdermatitis, ausgelöst durch einen in dem Lichtschutzpräparat enthaltenen chemischen UV-Filter plus UV-Einwirkung.
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