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Informationen zum Thema Psoriasis (Schuppenflechte)
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Psoriasis-Plaques an den Knien
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Ursache
Erblich bedingte Verhornungsstörung. Alkohol, Infektionen,
physikalische oder chemische Reize und Arzneimittel können Psoriasis
auslösen.
Symptome
Rötliche, verdickte Herde mit silberweißen Schuppen; Blutungen nach
deren Abkratzen. Sonderformen mit Befall der Nägel oder Gelenke,
Bläschenbildung an Händen und Füßen, Proteinverlust, Fieber,
Schüttelfrost und Abgeschlagenheit kommen vor.
Erste Maßnahmen
Keine eigenen Therapieversuche! Intensive, oft mehrjährige hautfachärztliche Therapie.
Besonderheiten
Psoriasis ist eine in Schüben verlaufende Krankheit. Eine vollständige
Heilung ist nicht möglich. Ziel einer Behandlung ist es, die Dauer und
Intensität der Schübe deutlich abzukürzen. Eine entsprechend
abgestimmte, spezielle Hautpflege ist daher von großer Wichtigkeit. Ein
Psoriasis-Schub kann Wochen, Monate aber auch Jahre dauern.
Beschreibung
Synonyma:
Schuppenflechte, Psoriasis vulgaris
Epidemiologie:
"Häufigkeitsangaben schwanken zwischen 1 und 5% der Bevölkerung. 6-8%
der Patienten in dermatologischen Kliniken sind Psoriatiker. Am
häufigsten tritt die Psoriasis bei Kaukasiern auf, seltener bei
Schwarzen. Sie kommt in jedem Lebensalter vor. Erkrankungsgipfel liegen
im 15.-25. und 50.-60. Lj. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit für Kinder
bei manifestierter Erkrankung eines Elternteils beträgt 25%, bei
Erkrankung beider Eltern 60-70%."
Quelle: Amon, Fandrey, Fedler; Dermatologie Kurzlehrbuch GK 3; Jungjohann Verlagsgesellschaft mbH, 1996

Psoriasis ist nicht ansteckend. Meistens verläuft die Krankheit
chronisch. Die Veranlagung wird vererbt. Das, was vererbt wird, ist
jedoch nicht die Krankheit selbst, sondern nur die Disposition
(Veranlagung), eine Psoriasis zu entwickeln. Man vermutet, dass die
entsprechenden genetischen Informationen auf Chromosom 6 lokalisiert
sind. Weitere bedeutsame Gene befinden sich wahrscheinlich auf den
Chromosomen 17 und 19. Ist ein Elternteil erkrankt, ist bei Kindern mit
25% Wahrscheinlichkeit mit einer Psoriasis zu rechnen, sind beide
Eltern erkrankt, sogar mit 60%.
Die Entwicklung der Psoriasis ist individuell sehr unterschiedlich und
Schwankungen unterworfen. Eine Häufung der Schübe findet sich meist im
Frühjahr und im Herbst. Es entwickeln sich typische entzündliche
Hornhautherde. Normalerweise dauert die Entwicklung einer aktiven
Hautzelle von der Reifung bis zu ihrer Abschuppung als Hornzelle 28
Tage. Sie wird durch normale Bewegungen des Menschen oder durch Reibung
an der Kleidung abgetragen. Bei der Psoriasis beträgt der Lebenszyklus
einer Hautzelle nur 5 Tage.
Psoriasis-Herde können insbesondere an den Prädilektionsstellen
Ellenbogen, Knie, Kopf auftreten. 20% der Psoriasisfälle verlaufen mild
mit wenigen Schüben und in langen Zeiträumen ohne größere Beschwerden.
Bei etwa 10% der Psoriatiker verschwindet die Krankheit für immer.

Normalerweise weist die Psoriasis eine gewisse Anlaufzeit auf.
Patienten, die bereits länger daran leiden, können absehen, wann sich
ein neuer Schub anbahnt. Sinnvoll ist daher, dass die Patienten sich
beobachten und/oder ein Tagebuch über alle Veränderungen führen, um
ihre individuelle Auslösefaktoren (individuell sehr unterschiedlich!)
herauszufinden.
Belastungen verschiedener Art können Ursachen dafür sein, dass neue Schübe auftreten:
- Zeiten Hormoneller Umstellung (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre)
- Mechanische Reizung durch Druck, Reibung oder Verletzungen
- Intensive Bestrahlung mit Infrarot-, Röntgen- oder Sonnenstrahlen
- Verletzungen, Verbrennungen
- Unfälle
- Operationen
- Einflüsse
- Erkrankungen durch Bakterien oder Pilze
- Übermäßiger Streß, seelische Belastungen
- Schwangerschaft
- Alkohol
- Innere Erkrankungen
- Infektionen, z.B. Grippe
- Schwere Infektionskrankheiten wie z.B. Scharlach
- Übergewicht
- Falsche Ernährung
- Verschiedene Medikamente
Typische Hautveränderungen lassen sich auch an den unbeteiligten
Hautpartien nachweisen. Weitere Manifestationen sind die Beteiligung
der Gelenke und Nagelveränderungen.
Die modernen Therapieverfahren können die Hautveränderungen deutlich lindern. Hierzu zählen:
1. Abschuppung
Damit die eigentlichen Arzneimittel gegen die Psoriasis richtig zur
Wirkung kommen können, müssen die Schuppen von der Haut entfernt
werden, da sie das Eindringen der Wirkstoffe in die Haut verhindern. Am
häufigsten wird hierzu Salicylsäure, ein Stoff, der ursprünglich aus
der Weidenrinde gewonnen wurde, verwendet. Auch Milchsäure und Urea in
sehr hoher Konzentration bieten gute Alternativen.
2. Arzneistoffe gegen die Funktionsstörungen der Haut
- Vitamin-D3-Abkömmlinge
Wirkstoffe, die sich vom Vitamin D ableiten, sind Neuentwicklungen der
letzten Jahre. Diese Präparate, die der Arzt verschreiben muß,
normalisieren die Zellneubildung und -entwicklung. Hermal hat ein gut
hautverträgliches Produkt dieser Gruppe mit dem Wirkstoff Tacalcitol
entwickelt.
- Dithranol ist eine weitere sehr wirksame und sichere
Substanz. Sie wird bereits seit Anfang des letzten Jahrhunderts zur
Behandlung der Psoriasis eingesetzt. Nachteilig sind jedoch
Hautreizungen und Verfärbungen der Haut und Kleidung, die bei der
Anwendung auftreten können. Seit Mitte der 90er Jahre wird deshalb die
sog. Minutentherapie angewendet, wobei die Dithranol-Zubereitung nur
für kurze Zeit auf der Haut verbleibt und dann wieder abgewaschen wird.
Diese Behandlungsform ist besonders nebenwirkungsarm.
- Kortisonpräparate (verschreibungspflichtig) sind ein
weiterer wichtiger Baustein in der Behandlung der Psoriasis. Sie wirken
schnell und gezielt gegen die vermehrte Zellbildung und das
Entzündungsgeschehen. Richtig und durch den Hautarzt kontrolliert
angewendet, bringen sie schnelle Behandlungserfolge. Sie sind
insbesondere zur Anwendung auf der Kopfhaut sehr gut geeignet. Hermal
Arzneimittel mit dem Kortikoid Amcinonid haben sich bewährt.
- Teerpräparate zählten früher zur Standardtherapie der
Psoriasis. Vor einigen Jahren sind sie jedoch in die Kritik geraten, da
krebserregende Eigenschaften nachgewiesen wurden (Steinkohlenteer).
Heute werden die Teerpräparate aus anderen Quellen hergestellt und
gereinigt (z.B. Schieferöl).
3. Unterstützende äußerliche Behandlung
Einige der Behandlungsarten, z.B. die Anwendung von Dithranol oder
UV-Licht können die Haut stark austrocknen. Die Haut muß daher
zusätzlich gefettet werden. Auch in der erscheinungsfreien Zeit ist es
im allgemeinen sinnvoll, der Haut Fett und Feuchtigkeit mit speziellen
Hautpflegeprodukten zuzuführen. Sie ist dann weniger anfällig für Reize
und fühlt sich zarter und geschmeidiger an. Pflegeprodukte werden
neuerdings nicht mehr in allen Fällen von den Krankenkassen übernommen,
können aber in der Apotheke ohne Rezept gekauft werden.
4. UV-Lichtbehandlung (Fototherapie)
Es ist seit Jahrhunderten bekannt, dass Sonnenlicht viele positive
Wirkungen auf die Haut und auf Erkrankungen der Haut besitzt. Im Sommer
sind deshalb Erkrankungen wie Akne, Ekzeme und auch die Psoriasis weit
weniger häufig oder schwächer ausgeprägt als in den Wintermonaten. Das
unterschiedliche Strahlenspektrum der Sonne kann der Hautarzt auch
therapeutisch nutzen. Im Rahmen von Kuraufenthalten, z.B. am Toten
Meer, werden häufig Kombinationsbehandlungen aus Bade- und
Bestrahlungstherapien angewendet.
Dem Hautarzt stehen zur Lichttherapie eine Auswahl spezieller
Bestrahlungslampen zur Verfügung. Oft wird die Lichttherapie auch in
Kombination mit anderen Behandlungsverfahren eingesetzt, um die Wirkung
zu verstärken. Die energiereiche UV-B-Strahlung wird dabei häufig mit
anderen Medikamenten (Kortison, Vitamin-D3-Zubereitungen) kombiniert.
Die energieärmere UV-A-Strahlung wird bei der Behandlung der Psoriasis
überwiegend in Kombination mit Wirkstoffen angewendet, die die Haut
lichtempfindlicher machen (Psoralene - Psoralen-UV-A-Therapie "PUVA"),
oder mit Salzbädern, die einen ähnlichen Effekt haben. Seit einigen
Jahren wird die PUVA-Badetherapie mit gutem Erfolg eingesetzt.
5. Innerliche Behandlung
Nur in schweren Fällen wird der Hautarzt eine innerliche Behandlung
verordnen. Alle Medikamente, die derzeit angewendet werden können, sind
hochwirksam, weisen aber auch ein Spektrum unerwünschter Wirkungen auf.
Die Erfahrung des Arztes und die Einhaltung der Dosierungen durch den
Patienten sind für die sichere Anwendung Grundvoraussetzungen.
Verordnet werden:
- Abkömmlinge des Vitamin A (z.B. Acitretin)
- Zytostatika (z.B. Methotrexat)
- auf das Immmunsystem wirkende Stoffe (z.B. Cyclosporin)
- Abkömmlinge der Fumarsäure (z.B. Fumarsäureester).
Tipps
- Kleidung
Die Wahl der richtigen Kleidung kann dazu beitragen, Hautreizungen zu
vermeiden. Natürliche Materialien wie z.B. Baumwoll- und
Leinentextilien oder moderne weiche Fasern sollten bevorzugt getragen
werden. Wichtiger ist aber darauf zu achten, dass die Kleidung weder
auf der Haut reibt noch Druck ausübt. An diesen Stellen könnten sich
neue Psoriasisherde bilden.
- Verfärbung der Kleidung mit Dithranol
Verschmutzte Wäsche behandelt man am besten mit einem handelsüblichen
Flüssigwaschmittel, ggf. unter Zugabe eines Fleckenlösers. Um die
Wirkung zu verstärken, sollte das Mittel direkt auf die Verfärbungen
aufgetragen werden. Weiße Baumwollkleidung kann mit Bleichmitteln
behandelt werden. Um solche Verfärbungen zu vermeiden, sollte die
Anwendung möglchst abends erfolgen und Kleidung, die bereits
"abgeschrieben" ist, angezogen werden.
- Ernährung
Das Thema Ernährung im Zusammenhang mit Psoriasis wird unterschiedlich
diskutiert. Wissenschaftlich begründet ist keine Psoriasis-Diät. Um
sich selbst nicht unnötig zu belasten, sollte man sehr genau
beobachten, ob spezielle Lebensmittel die Psoriasis verschlechtern.
Ansonsten ist eine ausgewogene Ernährung zu empfehlen. Gesichert ist,
dass Alkohol und Übergewicht ungünstig sind.
- Berufswelt
Pauschal läßt sich ein Zusammenhang zwischen einer beruflichen
Tätigkeit und dem Ausbruch der Psoriasis nicht aufzeigen. Die
Erkrankungen treten zudem in der Regel erst nach der Berufswahl auf.
Ist Psoriasis in der Familie jedoch häufig, sollten bei der Berufswahl
auch die Arbeitsplatzbedingungen mit in die Überlegungen einbezogen
werden. Hierzu zählen z.B.:
- Hitze/Schmutz (Gasöfen, Eisenverarbeitung, Schmied)
- Stetes Reiben, Scheuern, Kälte- und Wassereinwirkung (Baugewerbe, Berufe mit sehr fester Arbeitskleidung)
- Intensiver Kontakt mit Chemikalien, Reinigungsprodukten (Friseure).
- Psyche
Stress, ob er durch Unzufriedenheit mit sich selbst oder durch die
Lebensbedingungen hervorgerufen wird, kann die Psoriasis
verschlechtern. Es gibt Methoden zur Entspannung wie z.B. das autogene
Training. Das allein wird die Grundsituation aber nicht ändern. Es ist
wichtig für eine ausgeglichene Psyche in Offenheit mit anderen Menschen
über die Hauterkrankung zu sprechen. Es hilft zu wissen, daß andere
ähnliche oder gleiche Probleme haben. Häufig führt es dazu, daß
betroffene Menschen sich besser akzeptieren und Anregungen erhalten,
neue Wege zu gehen. Ein erster Schritt hierzu kann die Kontaktaufnahme
zu einer Selbsthilfegruppe in ihrer Nähe sein.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Schuppenflechte finden Sie auf unserer Seite FAQ.
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