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Terbinafin

Allgemeines
Der Wirkstoff Terbinafin wird sowohl äußerlich als Creme, Gel oder Spray als auch innerlich in Form von Tabletten zur Behandlung von Pilzinfektionen der Haut und der Nägel eingesetzt. Oberflächlich anzuwendende Terbinafin-Präparate sind insbesondere für die Behandlung von Pilzinfektionen der Haut geeignet, wie zum Beispiel Fußpilz.
In Abhängigkeit vom Ausmaß der Hautpilzinfektion kann auch eine Behandlung mit innerlich (systemisch) anwendbaren Pilzmitteln notwendig werden. In diesem Fall entscheidet der Haut- oder Hausarzt nach eingehender Untersuchung, ob die Einnahme von Terbinafin-Tabletten angezeigt ist. Um andere Erkrankungen, wie z.B. eine Nagel-Psoriasis, auszuschließen, wird der Arzt eine Haut- , Haar oder Nagelprobe entnehmen und zunächst mikroskopisch untersuchen. Wenn tatsächlich eine Pilzinfektion vorliegt, wird das entnommene Haut-, Haar oder Nagelmaterial dazu verwendet, um eine Pilzkultur anzulegen. Dazu wird die Pilzprobe in einem Nährmedium gezüchtet. Die Pilze vermehren sich und werden schließlich mikroskopisch untersucht. Dadurch kann auch geklärt werden, welcher Pilz für die Erkrankung verantwortlich ist, so dass die passende Behandlung ausgewählt werden kann. Da die Pilze in der Kultur einige Zeit zum Wachsen benötigen, kann es sein, dass man auf das Ergebnis der Untersuchung etwas ein bis zwei Wochen oder länger warten muss.

Eine innerliche Behandlung mit Terbinafin-haltigen Präparaten muss in jedem Fall unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Terbinafin-Tabletten haben sich vor allem zur Therapie von Pilzerkrankungen der Zehen- und Fingernägel bewährt, bei denen eine oberflächliche Therapie alleine nicht mehr ausreicht. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Pilz größere Teile (> 50%) des Nagels oder sogar mehrere Nägel befallen hat. Sitzt der Pilz bereits im Nagelbett, dann wird der sich ständig neu bildende Nagel sofort infiziert. In diesem Fall muss der Pilz von innen heraus behandelt werden.
Bei der Einnahme von Terbinafin-Tabletten wird der Wirkstoff über die Blutbahn an den Ort der Infektion transportiert: in das Nagelbett und in die Nagelmatrix, die das neue Nagelmaterial bildet. Terbinafin bekämpft von dort aus wirksam den Pilz. Zudem lagert die Substanz sich in den wachsenden Nagel ein, so dass neu gebildetes Nagelmaterial nicht mehr befallen werden kann. Terbinafin hemmt dabei das Pilzwachstum (fungistatische Wirkung) und tötet die Pilze ab (fungizide Wirkung).
Bei der Behandlung von Nagelpilzerkrankungen hat sich Terbinafin als eine der wirksamsten Substanzen erwiesen.

Auch bei der Behandlung von Kopfpilz (Tinea capitis) haben sich Terbinafin-Tabletten als sehr wirksam erwiesen. Kopfpilz (Tinea capitis) wird durch Pilzerreger hervorgerufen, die hoch ansteckend sind. Vor allem die Übertragung der Mikrosporie erfolgt meist durch Tiere, z.B. durch Kontakt mit Hunden, Katzen oder Meerschweinchen zu Hause oder im Urlaub. In erster Linie sind Kinder betroffen, vermutlich weil ihr Immunsystem noch nicht voll ausgebildet ist.
Eine Kopfpilzerkrankung kann im Extremfall zu Entzündungen der befallenen Hautstellen und dauerhaftem Haarverlust führen. Betroffene Kinder können leicht andere Kinder anstecken. Um eine Ausbreitung der Tinea capitis zu verhindern, ist gleichzeitig eine äußerliche und innerliche Behandlung mit Antipilzmitteln notwendig. Bei manchen Erregern wirken jedoch nicht alle Antipilzmittel gleich gut. Das ist zum Beispiel der Fall bei einigen Erregern der Gattung Trichophyton (z.B. T. mentagrophytes). Hier gilt Terbinafin als Mittel der Wahl.
Auch die Haustiere müssen vom Tierarzt behandelt werden!

Während der Einnahme von Terbinafin sollten wie in jedem Fall die Anweisungen und Ratschläge des Arztes berücksichtigt werden.

Hinweis:
Laut Gesundheitsamt kann auf die Absonderung erkrankter Kinder verzichtet werden, wenn die Behandlung der Mikrosporie gleichzeitig innerlich und äußerlich mit geeigneten Anti-Pilz-Mitteln erfolgt.

Vorsichtsmaßnahmen
Terbinafin darf von Personen, die an bestimmten Erkrankungen leiden, nicht eingenommen werden. Der Haut- bzw. Hausarzt muss vor einer Behandlung mit Terbinafin über weitere Erkrankungen, insbesondere Nieren- und Leberstörungen, das Vorliegen von bestimmten Allergien und über die Einnahme anderer Medikamente informiert werden.
Auch Schwangere und stillende Mütter dürfen Terbinafin nicht einnehmen. Für die Behandlung von Kindern gilt: Je nach ermitteltem Pilzerreger wird der Haut- oder Hausarzt entscheiden, ob Terbinafin der richtige Wirkstoff ist.

Nebenwirkungen
Wie alle Arzneistoffe hat auch Terbinafin Nebenwirkungen. Diese sind jedoch im Allgemeinen leicht und vorübergehend und bilden sich aller Regel nach Beendigung der Therapie wieder zurück.
In der Vergangenheit wurde in der überwiegenden Anzahl der Fälle, in denen Nebenwirkungen auftraten, von Magen- und Darmbeschwerden, Kopfschmerzen und Hautreaktionen berichtet. Gelegentlich traten Geschmacksveränderungen, seltener auch Geschmacksverlust auf, der mehrere Monate andauerte. Der Geschmackssinn kehrte jedoch bei allen Betroffenen wieder zurück.

Wenn während der Einnahme von Terbinafin Nebenwirkungen auftreten, sollte der behandelnde Haut- bzw. Hausarzt sofort darüber informiert werden.

Tipps zur Einnahme von Terbinafin
Die Einnahme von Terbinafin-Tabletten kann jederzeit, unabhängig von einer Mahlzeit erfolgen.

Therapiedauer
Eine innerliche Behandlung von Nagelpilzerkrankungen mit Terbinafin-haltigen Arzneimitteln erfolgt in der Regel täglich über einen Zeitraum von 6 bis 12 Wochen, je nachdem, ob Finger- oder Zehennägel betroffen sind. In einigen Fällen wird der Arzt auch über einen noch längeren Zeitraum behandeln.
Es ist dabei zu beachten, dass die Behandlung einer Nagelpilzerkrankung generell sehr viel Geduld erfordert und der Erfolg der Therapie häufig erst nach einigen Wochen sichtbar ist. Das liegt daran, dass es Wochen bis Monate dauert, bis der Nagel komplett neu nachgewachsen ist. Auch wenn die Infektion schon zum großen Teil erfolgreich behandelt wurde, kann es sein, dass der Nagel noch verfärbt und krank aussieht. Die Behandlung muss in jedem Fall fortgesetzt werden, auch wenn sich subjektiv keine Besserung bemerkbar macht. Es muss immer bedacht werden, dass

ein Fingernagel mindestens 4 bis 6 Monate benötigt, bis er vollständig nachgewachsen ist
die Wachstumszeit eines Zehennagels mindestens 10 bis 12 Monate beträgt.

Der Therapieerfolg ist davon abhängig, dass die Behandlung bis zum Schluss durchgehalten wird. Sie sollte auf keinen Fall eigenmächtig vorzeitig abgebrochen werden.

Unterstützende Maßnahmen
Um den Therapieerfolg sicherzustellen und eventuell zu beschleunigen, sollten Sie:

die Füße täglich mit einem milden Reinigungsmittel waschen.
die Füße nach dem Waschen gut abtrocknen, insbesondere die Zehenzwischenräume.
die während der Behandlung verwendeten Handtücher, Waschlappen und Socken täglich wechseln und bei mindestens 60°C waschen.
auch die Badläufer regelmäßig waschen bzw. desinfizieren.
möglichst Strümpfe aus Baumwolle tragen.
Waschutensilien (Handtücher, Waschlappen, Nagelfeilen...) nicht gemeinsam mit Personen, die im selben Haushalt leben, benutzen.
Ihre Schuhe regelmäßig mit einem geeigneten Desinfektionsmittel behandeln, um eine erneute Infektion zu vermeiden.
in Saunen und in Schwimmbädern Badeschlappen tragen.
Druck auf die Zehen möglichst vermeiden.
die Fußnägel regelmäßig schneiden, aber nicht zu kurz.
zu dicke Hornschichten vorsichtig abfeilen. Achtung: Einmalfeilen verwenden oder die Feile desinfizieren.

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