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Informationen zum Thema Zecken
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| Holzbock Zecke |
Allgemeines
Weltweit gibt es ca. 800 verschiedene Zeckenarten. Etwa 20 davon kommen auch in Mitteleuropa vor. Die häufigste und bekannteste am Menschen parasitierende Zeckenart ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Er ist in ganz Europa, Nordafrika und im Nahen Osten verbreitet.
Zecken stellen für den Menschen eine gewisse Gefahr dar, weil sie Krankheiten übertragen können. Sie können Erreger in sich tragen und so Infektionserkrankungen auslösen. In Deutschland sind vor allem zwei Erkrankungen von Bedeutung: die Lyme-Borreliose und in bestimmten Gebieten die Hirnhaut- oder Gehirnentzündung (FSME). Trägt eine Zecke aus ihrem letzten Saugakt solche Bakterien oder Viren in sich, so können diese über den Saugapparat auf den nächsten Menschen, der gestochen wird, übertragen werden. Welcher Anteil dieser Parasiten entsprechende Keime in sich trägt, ist regional sehr unterschiedlich.
Lyme-Borreliose
siehe Borreliose
FSME
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Ursachen
Im Jahr 1948 wurde erstmals eine zentraleuropäische Form einer von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung entdeckt. Sie wird durch Viren ausgelöst und als Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, kurz FSME, bezeichnet.
Symptome
Meist hat die Infektion mit diesen Viren einen relativ milden Verlauf, 2 bis 7 Tage mit Symptomen wie bei einer Grippe: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit. Die Erkrankung kann 1 bis 30 Tage nach der Infektion auftreten. Bei etwa fünf Prozent der Infizierten kommt es jedoch nach weiteren 2 bis 7 Tagen ohne Beschwerden zu einer Hirnhautentzündung (Meningoenzephalitis). Diese führt bei etwa der Hälfte der Erkrankten zu neurologischen Folgeschäden und einzelne sterben sogar daran. Dabei spielt auch das Alter der Erkrankten eine Rolle. Bei älteren Personen verläuft eine FSME häufig schlimmer.
Impfung / Behandlungsmöglichkeiten
Schutzimpfungen werden besonders für Personen empfohlen, die sich häufig im Wald aufhalten, allen voran den Mitarbeitern im Forstbetrieb. Für Urlauber, die sich in FSME-Gebieten aufhalten, bieten FSME-Immunglobuline kurzfristigen Schutz. Sie können bis zu 96 Stunden nach dem Zeckenstich vom Arzt eingesetzt werden und schützen vor einer Infektion. Behandelt werden kann FSME nicht. Die Ver- bzw. die Ausbreitung der FSME wird hierzulande von den Gesundheitsbehörden überwacht. Diese führen bei Gefahr auch vorbeugende Impfungen durch.
Die Impfung besteht aus drei Teilimpfungen - am besten man beginnt im Februar damit - und schützt mindestens drei Jahre lang. Drei Jahre nach der Grundimmunisierung genügt eine einmalige Auffrischungsimpfung.
Verbreitung
Zunächst war die FSME-Erkrankung vor allem im Südosten und Osten Europas verbreitet, in jüngerer Zeit breitet sie sich aber immer weiter nach Westen und Nordwesten aus. In Deutschland tragen Zecken nur in bestimmten Regionen FSME-Viren in sich. Die Risikogebiete liegen vor allem im Süden des Landes. Die Zahl der Risikolandkreise stieg von 63 im Jahr 1998 auf 132 in 2007. Unter welchen Bedingungen es zu einer Ausbreitung der Krankheit kommt ist unklar. Im Jahr 2007 wurden 238 klinische FSME-Fälle in Deutschland gemeldet.
Zecken
Zecken sind 1 bis 20 mm lange, linsenförmige Parasiten, die bei Wirbeltieren (Säugetiere, Vögel, Eidechsen) und Menschen Blut saugen. Der Mensch ist dabei eher als Gelegenheitswirt zu betrachten. Nach der Blutmahlzeit ist der sehr dehnbare Körper des Weibchens enorm angeschwollen. Doch woher weiß die Zecke, dass ein potentieller Wirt in der Nähe ist? Sie spürt die Wärme und sie riecht Kohlendioxid und Duftstoffe, die von Tier oder Mensch abgegeben werden. Der Gemeine Holzbock vermehrt sich besonders in warmen, trockenen Sommern.
Aus wärmeren Gebieten können Haushunde die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) einschleppen. Weil diese sich in Wohnungen und Hundehütten vermehren und zur Plage werden können, sollten Hunde nach der Rückkehr aus dem Urlaub gründlich auf Zecken untersucht werden. Bekämpfung: Entwesung der Wohnung mit einem Pyrethrum- und Permethrin-haltigen Mittel (Hoffmann 1986).
In Gebieten Südwestdeutschlands, Österreichs und der Schweiz kann der Mensch gelegentlich auch von der Schafzecke (Dermacentor marginatus) befallen werden. Sie ist vorwiegend im Spätwinter und Frühjahr aktiv. Auch Taubenzecken (Argas reflexus) gehen gelegentlich auf den Menschen.
In den Tropen wandern viele Zeckenarten auf den Menschen über und übertragen eine Vielzahl von unterschiedlichen Erregern.
Stichwirkung
Den Stich der Zecke spürt man oftmals nicht, häufig wird der Parasit erst bemerkt, wenn der Juckreiz einsetzt. Mit dem Speichel gelangen verschiedene Substanzen wie Enzyme, Gerinnungshemmer, Gifte, lytische (auflösende) Substanzen und pharmakologisch wirksame Stoffe in die Wunde. Die Stichstelle ist wenig gerötet, die Umgebung wird zu einer juckenden Quaddel.
Was Sie selbst tun können – Tipps zur Vorbeugung
Werden infizierte Zecken innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Festsetzen entfernt, ohne sie zu quetschen, wird eine Infektion verhindert. Nach dem Aufenthalt im Wald sollte man sich und seine Kleidung deshalb nach Zecken, die jetzt noch winzig klein sind, absuchen. Auf heller Kleidung sind die Plagegeister schon während des Spaziergangs oder des Streifzugs durch die Natur gut zu finden und dann leicht abzustreifen.
Erste Maßnahmen
Die Zecke mit Hilfe einer Zeckenzange (Apotheke) oder spitzen Pinzette vorsichtig aus der Haut ziehen. Dabei darauf achten, den Zeckenkörper nicht zu quetschen, um nicht die in der Zecke evtl. enthaltenen Krankheitserreger in die Wunde zu pressen. Früher empfohlene Hilfsmittel zum entfernen von Zecken sind allesamt unwirksam oder gar schädlich, da sie das Einbringen von Speichel und damit von Krankheitserregern in die Wunde verstärken können. Öl, Nagellackentferner und Co dürfen daher nicht zum Einsatz kommen.
Soll festgestellt werden, ob die entfernte Zecke Erreger in sich trägt, so wird sie zusammen mit einem Stück Grashalm zum Feuchthalten, in ein Röhrchen befördert und zur Untersuchung ins zuständige Labor gebracht. Trug der Parasit Krankheitserreger in sich, bedeutet dies aber nicht zwangläufig, dass man sich auch infiziert hat.
Quellen:
- „Diagnostik und Therapie der Parasitosen beim Menschen“, Heinz Mehlhorn et al., Gustav Fischer Verlag 1995
- „Braun-Falco’s Dermatology“, W.H.C. Burgdorf et al., Springer-Verlag, Third Edition, 2009
- Definierte FSME-Risikogebiete, Robert Koch-Institut (RKI), Epidem. Bulletin Nr. 18, 2009
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