| Falten - seit jeher exsistiert der Wunsch nach jugendlicher Ausstrahlung und einem faltenfreien Aussehen. Die Wissenschaft beschäftigt sich intensiv mit dem Älterwerden der Haut und entwickelt immer neue Methoden zur schonenden Behandlung und Vorbeugung unerwünschter Alterungserscheinungen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die derzeit gängigen Verfahren, deren Einsatzmöglichkeit, Wirksamkeit und Grenzen. Unterschiedliche Faktoren können für die Faltenbildung im Gesicht verantwortlich sein. Neben der natürlichen Hautalterung gibt es andere Schönheitskiller wie übermäßige Sonneneinstrahlung durch intensives Sonnenbaden oder Solarienbesuche. Auch das mimische Muskelspiel, individuelle Lebensgewohnheiten und Umwelteinflüsse können Ursache für die Entstehung und Bildung kleinerer und größerer Falten sein.
Falten entstehen durch den Abbau natürlicher Substanzen wie Bindegewebsfasern (Kollagen), die für die Elastizität und Spannkraft der Haut verantwortlich sind. Diese Kollagenfasern in Haut und Unterhaut verlieren ihre Elastizität und werden dünner. Ein Verlust an Feuchtigkeit führt zur Faltenbildung besonders im Mund- und Augenbereich. Die Abnahme der kollagenen Elastizität und die resultierenden Falten sind irreversibel, d.h. durch die Anwendung entsprechender Hautpflegeprodukte kann der Fett- und Feuchtigkeitshaushalt der Haut reguliert, nicht aber die Spannkraft des Bindegewebes regeneriert werden.
Zur nachhaltigen Faltenreduktion ist somit der Fachmann erforderlich, der bei der Auswahl der Methoden und Materialien verschiedene Einflüsse berücksichtigen muss. Das Alter und die Dicke der Haut spielen dabei ebenso eine Rolle wie mögliche Schäden durch UV-Strahlung und Allergien. Wichtig sind zudem die Faltentiefe, das Gesichtsareal, d.h. der Ort der Faltenbildung und natürlich individuelle Vorstellungen der Patienten. Diese wünschen sich oft eine schnelle Behandlungsdauer ohne lange Heilungs- und Ausfallzeiten.
Dem Spezialisten stehen derzeit folgende Methoden zur Verfügung:
1. Auffüllende Verfahren durch Unterfütterung/ Aufpolsterung mit Füllmaterialen
2. Oberflächliche Verfahren zur Glättung der Haut
- Hautabschleifung
- Dermabrasion
- Mikrodermabrasion mit/ ohne Ultraschall
- chemisches Peeling
- Lasertechniken
3. Chirurgisches Face Lifting
- konventionell mit größeren Schnitten
- endoskopische Schlüsselloch-Chirurgie
4. Reversible Hemmung der Muskelkontraktion durch Botulinum-Toxin/ Botox
Auffüllende Verfahren
Die Unterfütterung der Haut mit Füllmaterialen stellt eine der unkompliziertesten Behandlungsformen in der ästhetischen Chirurgie dar.
Unterschieden werden hierbei resorbierbare Biomaterialien, die vom Körper aufgenommen werden können und synthetische, nicht-resorbierbare Produkte. In beiden Materialklassen gibt es sowohl injizierbare Substanzen als auch Festimplantate.
Zu der Gruppe der injizierbaren Biomaterialien gehören die häufig verwendeten Kollagen- und Hyaluronsäurepräparate sowie Eigenfett oder Plasma-Gele. Die verwendeten Materialien werden in aller Regel gut vertragen, in besonderen Fällen wird zuvor ein Allergietest durchgeführt. Während Kollagenpräparate sich aufgrund ihrer guten Fließeigenschaften für feine Fältchen eignen, werden Fett-Implanationen für Defekte verwendet, die mit größeren Volumina aufgefüllt werden müssen.
Die auffüllende Behandlung dauert etwa 15 bis 30 Minuten und wird ambulant durchgeführt. Nachteil dieser Bio-Materialien ist der relativ kurz andauernde Effekt.
Die nicht-resorbierbaren, injizierbaren Synthetika wie Acrylhydrogele, Polydimethylsiloxan oder Poly-Alkylamide haben ein höheres Unverträglichkeits-Risiko. Auch können eventuell auftretende Nebenwirkungen länger andauern, da die Substanzen nicht abgebaut werden. Letzteres führt aber auch dazu, dass der Langzeiteffekt der Faltenauffüllung mehrere Jahre andauern kann.
Festimplantate sind für tiefe Falten geeignet, wobei die nicht-resorbierbaren Kunststoffe (z. B. Polytetrafluoräthylen) gegenüber den resorbierbaren Biomaterialien (z.B. biologisch Hautmatrix) den Vorteil des länger anhaltenden Fülleffektes und der leichteren Entfernung bei Nebenwirkungen (z. B. Verschieben des Implantats oder Infektion) haben.
Hautabschleifung
Eine Methode der oberflächlichen Verfahren ist die Hautabschleifung. Diese als Dermabrasion bezeichnete Prozedur unterteilt sich in verschiedene Verfahren. Die klassische Dermabrasion trägt durch Schleifen oder Fräsen mit einem hochtourigen Schleifgerät die obere Hautschicht ab. In Abhängigkeit von Indikation, Größe des Hautbefundes und Körperteil wird dabei der Schleifkopf variiert. (z.B. Drahtbürsten, Diamant-, Carborundfräsen).
Die Dermabrasion eignet sich insbesondere für oberflächliche Hautveränderungen wie Fältchen im Mundbereich, kleinere Hautfalten, Akne- und flache Narben. Bei tieferliegenden Hautveränderungen können oft nur vorübergehende Verbesserungen erreicht werden.
Die Dermabrasion dauert eine halbe bis zwei Stunden und wird ambulant mit örtlicher Betäubung oder künstlicher Hautunterkühlung durchgeführt. Bei einer ausgedehnten Gesichtsbehandlung kommt ggf. eine Vollnarkose zum Einsatz.
Während Hautreizungen und leichte Schwellungen in der Regel in den ersten Tagen nach der Behandlung auftreten, können Hautrötungen einige Wochen andauern. Nach einer ca. 2wöchigen Regenerationszeit sollte direkte Sonneneinstrahlung noch für ca. 1 bis 2 Monate vermieden werden. Die Dauerhaftigkeit des Endresultates wird als permanent angegeben.
Nebenwirkungen des Verfahrens können beispielsweise Pigmentunregelmäßigkeiten, kleinere Blutungen oder eine erhöhte Lichtempfindlichkeit sein. Nachteilig ist auch die Beschränkung auf relativ helle oder sehr dunkle Haut.
Die Mikrodermabrasionist eine sanfte Variante der Hauterneuerung, bei der die Haut elektronisch gesteuert abgetragen wird. Dies geschieht durch sterilisierte Mikrokristalle aus Aluminiumhydroxid, die mittels Vakuum- und Druckluftsystem über die Haut geführt werden. Nachträglich aufgetragene Enzyme, Wachstumsfaktoren, Phytohormone, hautberuhigende Substanzen, Vitamine und regenerative Wirkstoffe verleihen der Haut die entsprechende Erneuerungsfähigkeit. Als Behandlungsergänzung können diese Pflegesubstanzen nach dem Peeling mittels Ultraschall in die Hautschicht eingeschleust werden. Anwendung findet die Mikrodermabrasion bei rauer und müder Haut zur Hautauffrischung, bei feinen Falten, Akne- und oberflächlichen Narben sowie sonnengeschädigter Haut.
Die Behandlung dauert 15 bis 45 Minuten und kann ambulant ohne Betäubung durchgeführt werden, da sie schmerzfrei ist. Zur Nachbehandlung empfehlen sich spezielle Pflegesubstanzen und die Vermeidung direkter Sonneneinstrahlung für einige Wochen. Diese recht schonende Methode erzielt einen Effekt, der 1-2 Jahre hält und ist für alle Hauttypen und -nuancen geeignet.
Chemisches Peeling

Beim chemischen Peeling (Chemical Peel, Blue Peel) kommen Substanzen wie beispielsweise Trichloressigsäure, Vitamin-A-Säure und Fruchtsäuren zum Einsatz. Durch Anwendung dieser hautreizenden Stoffe werden Teile der obersten Hautschicht (Epidermis) und der 2. Hautschicht (Dermis) abgetragen, worauf sich neues Gewebe bildet. Geeignet ist die Methode bei großporiger Haut, Altersfalten, oberflächlichen Narben und Hautfältchen, jedoch nicht bei tiefen Narben.
Das chemische Peeling kleinerer Hautpartien kann in örtlicher Betäubung und ambulant erfolgen. Dämmerschlaf bzw. Vollnarkose ist bei einer kompletten Behandlung des Gesichtes angezeigt. Bei einem tiefen Peeling empfiehlt sich ein mehrtägiger stationärer Aufenthalt.
Nach der Behandlung kommt es zur Bildung eines Wundschorfs, der sich nach etwa 7 Tagen ablöst und eine neue, zunächst noch empfindliche Hautschicht freilegt. Die Nachsorge erfordert eine Behandlung mit einer heilungsfördernden Wundsalbe sowie einen hohen Lichtschutz. Der vollständige Effekt wird nach etwa 6 Monaten sichtbar; das Ergebnis hält ca. 6 bis 8 Jahre. Nachteilig ist das starke Brennen der Haut während der Behandlung und eine - je nach Intensität der Behandlung - ca. 3wöchige Ausfallzeit, bis sich Schorf und Krusten abgelöst haben und Hautrötungen verblasst sind. Sonnenbäder sollten längere Zeit gemieden werden.
Laser
Es gibt verschiedene Arten von Lasern, die zur Faltenbehandlung eingesetzt werden. Aussagen über die Auswahl des Lasersystems können nur in Verbindung mit der Art des zu behandelnden Gewebes und der entsprechenden Zielsetzung getroffen werden. Die Lasertechnik unterscheidet prinzipiell zwischen abtragenden und nicht-abtragenden Verfahren.
Die abtragenden Lasermethoden (Laser Peeling; Skin Resurfacing) wie der CO2- und Erbium-YAG-Laser erlauben die Behandlung feiner Falten im Gesichtsbereich durch Entfernung einer klar definierten Hautschicht von wenigen Hundertstel Millimetern. Nach Abtragung der Epidermis kommt es durch kontrollierte Wärmeeinwirkung in den tieferen Hautschichten zu einem Zusammenziehen der dermalen Bindegewebsfasern (Kollagen). Dies führt zu einer Neubildung des Kollagens innerhalb von 6 Monaten nach der Behandlung und damit zu einer Straffung der Gesichtshaut. Dieses Verfahren, das eine Verjüngung des Erscheinungsbildes der Haut bewirkt, eignet sich insbesondere für Falten im Mund- und Augenbereich, aber auch für das ganze Gesicht.
Die Laserbehandlung dauert je nach Umfang zwischen 20 und 60 Minuten. Die Behandlung kleinerer Areale erfolgt in örtlicher Betäubung und zumeist ambulant, größere Flächen und Laser-Peeling des gesamten Gesichtes machen einen Dämmerschlaf und einen stationären Aufenthalt erforderlich. Etwa 8 bis 10 Tage nach der Behandlung heilt die Haut ab, nach ca. 2 Wochen ist die Neubildung der Haut abgeschlossen. Rötungen lösen sich in der Regel innerhalb von 6 Wochen auf. Nachteil dieses Verfahrens ist die großflächige Erosion der Haut, Ausfallzeiten von bis zu 2 Wochen sowie mögliche Infektionen, Narben und Pigmentveränderungen.
Zu den nicht-abtragenden Verfahren (Skin rejuvenation, Subsurfacing) gehören Lasersysteme wie Neodym-YAG-Laser, Diodenlaser, Versapulse und Cool-Touch-Laser sowie hochenergetische Blitzlampen (Intense-pulsed-light-[IPL-]Systeme), die eine Hautstraffung ohne Verletzung der Epidermis bewirken. Diese Straffung kommt durch gezielte hitzebedingte Denaturierung und anschließende Neubildung dermalen Kollagens zustande. Die beobachteten Nebenwirkungen sind Schwellungen, Rötungen, Punktblutungen und Blasenbildung. Zudem ist das Verfahren ungeeignet für dunkle Hauttypen.
Eine neue Methode innerhalb der Laser-Technologie ist die Electro-Optical-Synergy-Technologie, die eine Kombination aus Laser und Radiofrequenzstrom sowie einer Oberflächenkühlung ist. Die Hautoberfläche wird nicht beschädigt, da die Laserwirkung erst in tieferen Hautschichten greift. Als Nebenwirkung wird eine postoperative, kurzzeitige Rötung genannt.
Facelifting
Das bekannteste, aber auch aufwendigste Verfahren der Faltenreduktion ist das chirurgische Facelifting. Grundlage dieser Methode ist die Tatsache, dass der gealterte Eindruck nicht nur durch faltige Haut, sondern auch durch ermüdetes, herabhängendes Unterhautgewebe zustande kommt.
Die konventionelle Methode des Liftings arbeitet mit größeren Schnitten. Beim sog. Soft- bzw. Minilifting kommt es zu einer Straffung der Haut. Dem gegenüber steht die heutzutage häufigere Glättung des unter der Haut liegenden bindegewebigen Systems (SMAS: submuscular aponeurotic system). Nach Straffung dieser Schicht kann die aufliegende Haut ebenfalls geglättet und evtl. Überschüsse entfernt werden.
Dieser Eingriff erfordert einen stationären Aufenthalt für mindestens 3 Tage und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Die Dauer der Wirkung wird zwischen 7 und 15 Jahren angegeben. Nachteile dieser Methode sind die relativ langen Ausfallzeiten und die Risiken, die mit einem operativen Eingriff (Thrombosen, Embolien etc.) vergleichbar sind.
Ein anderes Verfahren des Face-Liftings stellt die Schlüsselloch-Chirurgie dar, die endoskopisch arbeitet und besonders für die Straffung des unmittelbar dem Knochen aufliegenden Gewebes z. B. beim Stirnlifting verwendet wird.
Botulinum-Toxin / Botox
Botulinum-Toxin (Botox) ist ein natürlich vorkommendes Bakterieneiweiß, dass in aufwendigen Reinigungsschritten von Bakterienkulturen isoliert wird. Die Substanz wird mit einer sehr feinen Nadel direkt in die Muskeln gespritzt. Es kommt zu einer Blockade der Übertragung von Nervenimpulsen und damit zur Hemmung der Muskelkontraktion. Dies führt zu einer Faltenglättung. Geeignet ist die Methode für scharf eingegrabenen Falten in der Mimik bei ansonsten straffer Haut, d.h. bei Gesichtsfalten wie Stirn- und Zornesfalten, Krähenfüsse, Falten am Hals oder Décolleté. Diese Behandlung wird ambulant durchgeführt, kann aber durchaus schmerzhaft sein. Die Wirkung entfaltet sich innerhalb von 2 bis 5 Tagen, der volle
Effekt wird nach etwa 14 Tagen sichtbar und hält 3 bis 6 Monate. Die Behandlung ist wiederholbar. Als Nebenwirkungen werden u.a. Brennen, Hautreizungen, leichte Schwellungen und vorübergehende Lähmungen genannt.
Zusammenfassung
Insgesamt stellen die vorgestellten Methoden zur Faltenreduktion Verfahren dar, die sich bezüglich Indikationsstellung, Aufwand, Effektivität und Nebenwirkungsbreite deutlich voneinander unterscheiden, zur Erzielung eines besseren Ergebnisses teilweise aber auch miteinander kombiniert werden können.
Da alle genannten Verfahren in jedem Fall einen deutlichen Eingriff in das natürliche und individuelle Hautbild mit sich bringen, sollte man sich vor einer Entscheidung intensiv mit dem Thema auseinandersetzen, um sich ein realistisches Bild über die Möglichkeiten und besonders auch über die Grenzen der ästhetischen Chirurgie machen zu können.
Für die Erzielung des gewünschten Effekts und damit auch der Zufriedenheit ist eine sorgfältige Aufklärung über die individuell anwendbaren Methoden, die zu erwartenden Ergebnisse und möglichen Risiken von grundlegender Bedeutung.
Daher ist es wichtig, sich unbedingt einer ausführlichen Beratung zu unterziehen, die ebenso wie die entsprechende Behandlung nur von gut ausgebildeten Fachärzten und qualifizierten Spezialisten durchgeführt werden sollte. Zudem sollte darauf hingewiesen werden, dass auch bei Verfahren, die vermeintlich nebenbei („in der Mittagspause“) erfolgen können, eine umfangreiche Information vor dem Eingriff sowie eine Ruhe- bzw. Regenerationsphase im Anschluss an die Behandlung erforderlich ist. |