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Haut und Rauchen |
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Dass Rauchen schädlich für die Gesundheit sein kann, ist den meisten Menschen bewusst. Spätestens seitdem auf Zigarettenpackungen deutlich sichtbare Warnhinweise aufgedruckt werden, sind die Risiken des Zigarettenkonsums allgemein bekannt. So weiß fast jeder, dass Rauchen nicht nur das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht, sondern auch für die Entstehung von Tumoren wie z. B. Lungenkrebs verantwortlich ist. Weniger beachtet sind dagegen die schädigenden Wirkungen des Rauchens auf die Haut und auf Hauterkrankungen. Einige werden in der folgenden Übersicht erläutert.
Einfluss des Rauchens auf die gesunde Haut In unabhängigen Studien zeigte sich, dass die Haut von Rauchern im Vergleich zu der von Nichtrauchern schneller altert. Die Haut von Rauchern ist dünner und weist tiefere und mehr Falten auf. Je länger eine Person raucht, desto mehr wirkt sich dieser Effekt aus. Frauen sind dabei stärker betroffen als Männer. Bei älteren Rauchern soll ein durchschnittlicher Konsum von 20 Zigaretten pro Tag einem vorzeitigen Alterungsprozess der Haut von 10 Jahren entsprechen. Zu erklären ist die vermehrte Faltenbildung durch die Wirkung des Nikotins. Dieses kann in der Haut zu einer Verengung der Blutgefäße führen. Außerdem ruft es einen Östrogenmangel und somit eine trockenere und dünnere Haut hervor. Rauchen kann die Aktivität eines kollagenabbauenden Enzyms in der Haut steigern, wodurch die Elastizität der Haut vermindert wird.
Einfluss des Rauchens auf die Wundheilung Seit langem ist bekannt, dass Rauchen auch die Wundheilung negativ beeinflusst. Nikotin bewirkt dabei eine Verengung der Blutgefäße und stört die Erneuerung des Gewebes. Außerdem verschlechtert es die Sauerstoffsättigung im Gewebe und die Fließeigenschaften des Blutes. Die Auswirkungen zeigen sich dann zum Beispiel bei Operationen und Transplantationen. So kommt es bei Rauchern nach Operationen häufiger zu Wundinfektionen und Gewebenekrosen (Absterben von Gewebe). Um das Risiko für solche Komplikationen zu vermindern, soll zumindest eine Zeit lang vor und nach einer Operation nicht geraucht werden.
Bedeutung des Rauchens für Psoriasispatienten Bei Psoriasis kann Tabakrauch die entzündlichen Prozesse fördern und damit einen Schub begünstigen bzw. „triggern“. Dabei steigt das Risiko mit steigendem Tabakkonsum. Insbesondere Raucherinnen sind davon betroffen. Interessant ist, dass der Anteil an Rauchern unter Psoriasispatienten höher ist als bei Patienten mit anderen oder ohne Hauterkrankungen. Dies zeigte sich immer wieder in unterschiedlichen Studien. Für die Therapie der Psoriasis scheint der Verzicht auf den Tabakkonsum ebenfalls eine Rolle zu spielen.
Einfluss des Rauchens auf Akne Bei Acne vulgaris, der „normalen“ Akne, die meist bei Teenagern in der Pubertät auftritt, wird der Einfluss des Rauchens immer wieder neu diskutiert. Während der Tabakkonsum den Verlauf der Akne bei einem Teil der Patienten verschlimmert, scheint er bei anderen gar keinen oder sogar einen positiven Effekt zu bewirken. Erklärt werden könnte dies durch die unterschiedlichen Effekte des Rauchens auf das Immunsystem. Neben Rauchen wird auch der Effekt weiterer Umweltfaktoren auf die Akne, wie zum Beispiel Stress und Ernährung, erneut diskutiert. So könnten zum Beispiel bestimmte Fettsäuren eine entzündungs- und damit Akne fördernde Wirkung ausüben.
Bei Acne inversa, einer Sonderform der Akne, ist hingegen sicher, dass der Tabakkonsum den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflusst. Das Rauchen führt zu einer Schwächung des Immunsystems und zu einer verschlechterten Durchblutung des Gewebes. Gleichzeitig wird die Wundheilung gestört. Daher wird dem Rauchen bei Acne inversa auch eine ursächliche Bedeutung beigemessen.
Einfluss des Rauchens auf Hautkrebs Tabakrauch enthält neben Nikotin eine große Anzahl weiterer Substanzen und Schadstoffe wie zum Beispiel Benzol, Formaldehyd oder Cadmium. Einige dieser Substanzen wirken als Cofaktoren bei der Entwicklung von Tumoren der Haut. Nikotin kann das Immunsystem schwächen und so ebenfalls zur Entstehung von Hautkrebs beitragen. Das geschwächte Immunsystem von Rauchern ist weniger gut in der Lage, gegen die Bildung von Metastasen bei bestehenden Melanomen vorzugehen, wie ein gesundes. In verschiedenen Studien wurde festgestellt, dass Raucher mit schwarzem Hautkrebs (malignem Melanom) ein höheres Risiko haben, Metastasen zu entwickeln und an ihrem Melanom zu versterben. Auch das Risiko für hellen Hautkrebs wird durch das Rauchen erhöht. Vor allem bei Karzinomen an der Lippe und in der Mundhöhle spielt Rauchen eine große ursächliche Rolle.
Einfluss des Rauchens auf weitere Hauterkrankungen Bei einigen Hauterkrankungen ist der Anteil an Rauchern so hoch (teilweise über 90 % der Patienten), dass die Erkrankung dem Nikotinabusus selbst zugeschrieben wird. Zu diesen zählt die Pustulosis palmoplantaris, eine entzündliche Erkrankung der Fußsohlen und Handflächen. Bei Neurodermitis (Syn.: atopisches Ekzem) stellt insbesondere das Passivrauchen einen Risikofaktor dar. Betroffene Kinder sollten nur in rauchfreien Räumen aufwachsen. Das verringert auch ihr Risiko für Asthma. Außerdem haben Raucher ein höheres Risiko für Kontaktallergien, etwa gegen Nickel oder Duftstoffe.
Der Einfluss von Tabakrauch (egal, ob von Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen) auf die Haut ist sehr gut untersucht. Da viele der negativen Effekte des Tabakkonsums zumindest am Anfang noch reversibel sind, ist in jedem Fall ein frühzeitiger Verzicht auf das Rauchen anzuraten. Wenn schon nicht um der Gesundheit willen, dann zumindest, um möglichst lange das eigene faltenfreie Gesicht im Spiegel bewundern zu können. Raucher, die gerne aufhören würden, es aber nicht ohne Hilfe schaffen, finden Unterstützung bei Ihrem Arzt oder auch in der Apotheke. |
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