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Hautveränderungen richtig benennen

Um eine Erkrankung zu diagnostizieren, ziehen Ärzte verschiedene Verfahren heran. Hautärzte schauen insbesondere auf die Hautveränderungen, die im Sprachgebrauch des Dermatologen als Effloreszenzen bezeichnet werden. Ein sogenannter Hautbefund wird erhoben. Aber auch die Vorgeschichte der zur Beurteilung stehenden Erkrankung wird besprochen und ggfs. erfolgen Zusatzuntersuchungen. Die Vorgeschichte (Anamnese) ist z. B. bei Ekzemen, Allergien und Infektionserkrankungen besonders wichtig.

Der Hautbefund wird aufgrund folgender Kriterien erhoben:

  • Lokalisation = wo sind die Hautveränderungen?

  • Art der Hautveränderungen = wie sehen die Hauveränderungen aus?

  • Anordnung = z. B. einzelstehend, gruppiert, bogenförmig.

  • Ausdehnung = z. B. an Händen u. Unterarmen.

  • Im Folgenden beschreiben wir mögliche Hautveränderungen (Effloreszenzen), an denen sich ein Hautarzt bei seiner Diagnose im ersten Schritt orientiert. Bitte beachten Sie, dass eine Diagnose immer von einem Arzt gestellt werden muss. Es ist wichtig, mit einer Hauterkrankung frühzeitig einen Hautarzt aufzusuchen, der nach der Diagnose die richtige Therapie einleitet.

    Primäreffloreszenzen: solche, die zu Beginn einer Hautkrankheit auftreten; Sie sind für das jeweilige Krankheitsbild mehr oder weniger charakteristisch. Bei der Befunderhebung, d.h. der Inspektion der Haut, wird immer nach diesen Primäreffloreszenzen gesucht:
    Fleck = Macula: umschriebene Farbänderung im Bereich der Hautoberfläche, z. B. rote Flecke; entstehen meist durch erweiterte Blutgefäße bei einer Entzündung. Fleck = Macula
    Knötchen = Papula Knötchen = Papula (Papel): sicht- und tastbare, bis etwa 5 mm im Durchmesser große solide Vorwölbung der Haut; meist hervorgerufen durch ein Ansammlung von Entzündungszellen im oberhautnahen Bindegewebe, mit einer entsprechenden kleinen Vorwölbung der Oberhaut (Epidermis). Knötchen sind typische primäre Effloreszenzen eines Ekzems.
    Knoten = Nodus (großer Knoten) oder Nodulus (kleiner Knoten): größere Vorwölbung; meist durch eine geschwulstartige Zellvermehrung im Bereich der Oberhaut oder des Hautbindegewebes entstanden; meist ein Tumorknoten. Knoten = Nodus
    Bläschen = Vesicula Bläschen = Vesicula (Vesikel): sichtbarer kleiner, bis ca. 5 mm im Durchmesser großer Hohlraum, mit seröser Flüssigkeit gefüllt; z. B. typische Effloreszenz eines akuten Ekzems, in diesem Fall innerhalb der Oberhaut (Epidermis) gelegen.
    Blase = Bulla: größer, meist dicht unterhalb der Epidermis gelegen; meist mit seröser Flüssigkeit, ein Beispiel dafür ist eine Blase bei einer Verbrennung. Blase = Bulla
    Pustel = Pustula Pustel = Pustula: kleiner Hohlraum, der einem Bläschen entspricht, aber mit Eiter gefüllt ist; liegt in der Regel innerhalb der Epidermis (intraepidermal).
    Quaddel = Urtica: beetartige Erhebung der Haut unterschiedlicher Größe, hautfarben bis rötlich; hervorgerufen durch ein umschriebenes Ödem im oberen Corium; typischerweise "flüchtig", d.h. besteht nur über wenige Stunden. Quaddeln sind die typischen Effloreszenzen des Nesselfiebers (Fachbegriff Urtikaria, von lateinisch Urtica = Brennessel). Quaddel = Urtica

    Sekundäreffloreszenzen: solche, die sich ich im Verlauf einer Hauterkrankung aus den primären Effloreszenzen entwickeln können:
    Schuppe = Squama Schuppe = Squama: Auflagerungen von sich ablösenden Hornzellen; sind typisch z. B. für die Schuppenflechte (Psoriasis).
    Erosion = kleiner oberflächlicher Epidermisdefekt, liegt innerhalb der Epidermis; meist mit Austreten seröser Flüssigkeit, die später eintrocknet (= seröse Kruste). Erosion = kleiner oberflächlicher Epidermisdefekt
    Ulkus = Geschwür Ulkus = Geschwür: tiefer in das Hautbindegewebe reichender Gewebsdefekt; entstanden durch eine Gewebsnekrose, mit Entzündung in den Randpartien und in der Tiefe, mit schlechter Heilungstendenz. Beispiel: Unterschenkelgeschwür bei einem Venenleiden.
    Rhagade = spaltförmiger Einriss, der bis in das obere Hautbindewebe reicht, schmerzhaft, kann bluten. Rhagade
    Narbe = Cicatrix Narbe = Cicatrix: Bindegewebe, das sich nach einem Hautdefekt neu bildet; oft mit einer verdünnten Haut (atrophische Narbe), seltener mit verdickter Haut (hypertrophische Narbe); gelegentlich mit überschießend wucherndem Narbengewebe (Keloid).

    Exkoriation = etwas tieferer, bis in die Lederhaut (die Hautschicht unterhalb der Oberhaut) reichender Defekt, kann anfangs leicht bluten; wird durch Kratzen hervorgerufen, z. B. bei einem Ekzem. Exkoriation
    Kruste = Crusta: an der Hautoberfläche eingetrocknetes Sekret (seröse Kruste), auch blutiges Sekret (Blutkruste).

    Ergänzende Untersuchungen erfolgen zur Sicherung der Diagnose oder zur Ursachenermittlung. Die wichtigsten sind:
  • Hautbiopsie (Gewebsentnahme) mit histologischer Untersuchung; erfolgt relativ oft.
  • Mikrobiologische Untersuchungen: Untersuchungen auf Bakterien und/oder Pilze.
  • Allergologische Untersuchungen: Allergietests, allergologische Serumuntersuchungen.
  • Klinisch-chemische Untersuchungen: z.B. die Bestimmung von Blutwerten.


  • Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Erkrankungen, die vom Hautarzt behandelt werden, wo keine Effloreszenzen als wegweisend einbezogen werden können. Spezielle Untersuchungsverfahren sind dann erforderlich. Dies ist z. B. der Fall bei Venenleiden, Haarausfall oder Fertilitätsstörungen beim Mann.
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