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Behandlung von Hefepilzinfektionen |
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Allgemeines zur Behandlung Zur Behandlung der Hefepilzerkrankungen stehen die Wirkstoffe Nystatin, Miconazol und Amphotericin B in verschiedenen Zubereitungsformen (Arzneiformen) zur Verfügung. Durch die verschiedenen Zubereitungsformen, wie z.B. Fertigsuspension, Mundgel und Softpaste, wird je nach Ort (z.B. Mundschleimhaut oder Windelbereich) und Ausprägung der Infektion eine optimale und schnelle Behandlung ermöglicht.
Wirkstoff Nystatin - seit Jahrzehnten bewährt Nur verhältnismäßig wenige Arzneimittel sind so wirksam und verträglich, dass sie ihren festen Platz im Arzneischatz seit Jahrzehnten behaupten. Hierzu gehört das vor allem gegen krankheitserregende Hefepilze wirksame Nystatin, das 1950 als Naturprodukt eines Strahlenpilzes entdeckt wurde.
Besonders wichtig sind drei Vorteile:
- Nystatin wirkt speziell gegen Hefepilze
- Nystatin gelangt praktisch nicht in die Blutbahn; nach Einnahme verbleibt es so lange im Verdauungstrakt, bis es wieder ausgeschieden wird. Dadurch wirkt es genau dort (z.B. im Darm), wo die wichtigsten Pilzreservoire sitzen. Deren Beseitigung ist dringend erforderlich, um Rückfälle der Hefepilzinfektion (z.B. im Windelbereich) zu verhindern.
- Nystatin verliert auch nach wiederholter Anwendung nicht seine Wirksamkeit gegen Hefepilze.
Behandlung des Mundsoors Für die Behandlung des Pilzbefalls in der Mundhöhle, den Mundsoor, gibt es ein Mundgel. Da die Mundhöhle die Eintrittspforte für die Pilze in den menschlichen Körper darstellt, ist es wichtig, die Mundhöhle rechtzeitig zu behandeln und hier insbesondere die Wangentaschen. Das Mundgel verbleibt lange im Mund und beseitigt somit wirksam Hefepilze.
Art und Dauer der Anwendung Die Dosierung und die Häufigkeit der Anwendung regelt der Arzt je nach Ausmaß und Schwere der Erkrankung. Bei Säuglingen, die noch gestillt werden, ist darauf zu achten, dass auch die mütterliche Brust infiziert sein kann und entsprechend mitbehandelt werden sollte. Wichtig ist auch, dass erneute Ansteckungen durch infizierte Geschwister oder Erwachsene vermieden werden, z.B. durch Verzicht auf Küssen oder gemeinsam benutztes Besteck und Geschirr.
Behandlung des Windelsoors Pilzinfektionen im Bereich der Windel sind für das Kind besonders unangenehm, da hier Haut auf Haut liegt. Bei jeder Bewegung werden die gereizten Hautflächen aneinander gerieben und führen so zu unangenehmen Schmerzen. Die Anwendung eines pilzabtötenden Arzneistoffes, wie Nystatin, ist hier unerlässlich. Pasten oder Softpasten lassen sich leicht auf der gereizten Babyhaut verstreichen. Dadurch werden die Hautflächen getrennt, die Reibung verringert und eine sofortige Linderung erreicht. Zusätzlich wird durch die Paste die Feuchtigkeit entzogen, die der Pilz zum Wachstum braucht. Der Feuchtigkeitsentzug durch die Paste und die Pilzabtötung mit Nystatin wirkt zweifach gegen den Pilz. So wird die Heilung effektiv beschleunigt. Die aufgetragene Paste wird nicht durch Urin entfernt, so dass ihre heilende, schützende und pflegende Wirkung möglichst lange erhalten bleibt.
Art und Dauer der Anwendung Pasten oder Softpasten werden mehrmals täglich, wie in der Packungsbeilage beschrieben, angewandt, am besten bei jedem Windelwechsel. Hierbei ist es nicht notwendig, die Paste jedesmal völlig neu aufzutragen; meist ist es ausreichend, die verschmutzten Stellen zu reinigen und anschließend wieder mit Paste dünn zu bedecken. Für die schonende Reinigung empfehlen sich Waschlappen oder weiche Kosmetiktücher und lauwarmes Wasser. Bei starker Verschmutzung haben sich milde Seifen (Syndets) und Einmalwaschlappen bewährt. Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Erfolg, d.h. die Haut muss wieder völlig abgeheilt sein, und im Stuhl dürfen keine oder nur noch wenige krankheitserregende Hefezellen nachweisbar sein. Ein festes Schema für die Dauer der Behandlung gibt es nicht, weil das Ausmaß der Infektion dafür entscheidend ist. Als Anhaltspunkt kann dienen: Auch in leichten Fällen dauert die Behandlung länger als eine Woche. Zusätzlich wird die Abheilung des Windelsoors beschleunigt, wenn der Stuhl nicht zu lange Zeit auf der Haut verbleibt. Daher sollte die Windel oft gewechselt werden. Sehr zu empfehlen ist auch, die kleinen Patienten ohne Windeln strampeln zu lassen, damit die Haut trocken bleibt. Denn Hefepilze vermehren sich insbesondere, wenn die Haut unter der Windel sehr feucht und warm wird („feuchte Kammer“).
Was versteht man unter einer Darmsanierung? Die Hefepilze kommen vorwiegend aus dem Darm und werden mit dem Stuhl ausgeschieden, wo sie dann einen Windelsoor hervorrufen können. Treten trotz Behandlung immer wieder Hefepilzinfektionen im Bereich der Windel auf, so können hierfür die krankheitserregenden Hefepilze aus dem Darm verantwortlich sein. Zur Sanierung des gesamten Verdauungstraktes bei Säuglingen empfiehlt sich eine Kombination aus Mundgel und Fertigsuspension mit dem Wirkstoff Nystatin. Wie bereits erwähnt, wird der Wirkstoff Nystatin praktisch nicht aus dem Magen-Darm- Kanal aufgenommen und verbleibt somit im Verdauungstrakt, wo er wirksam die Hefepilze bekämpfen kann. Es ist also nicht zu befürchten, dass der kindliche Organismus mit unnötigem Wirkstoff belastet wird.
Unterstützende Maßnahmen Maßnahmen der Hygiene helfen eine Wiederansteckung zu verhindern. Bei der Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern wird die Beachtung einiger praktischer Hinweise die Heilung beschleunigen. Wichtig ist, die Fläschchen regelmäßig und häufig auszukochen, sowie die Temperatur des Flascheninhalts nicht durch "Probeschluck" zu kontrollieren (im Mund des Erwachsenen können sich Hefepilze befinden, die über diesen Weg den Säugling infizieren können). Vor dem Füttern die Temperatur des Breis möglichst nur mit einem eigenen Löffel durch "Vorkosten" kontrollieren. Ebenso sollten Schnuller regelmäßig und häufig ausgekocht werden. Wenn der Schnuller heruntergefallen ist, nicht ablecken, sondern vor der Wiederverwendung abwaschen. Waschlappen sollten nur einmal benutzt und dann gewechselt werden, alternativ ist der Gebrauch von Einmalwaschlappen zu empfehlen. Der Wickeltisch sollte ebenfalls regelmäßig einer gründlichen Reinigung mit schonenden Reinigern unterzogen werden. Es ist aber nicht notwendig, das gesamte Haus oder die gesamte Wohnung mit stark wirksamen Desinfektionsmitteln zu behandeln.
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