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Hefepilzinfektion bei Säuglingen und Kleinkindern

Allgemeines
Pilze bilden eine große, artenreiche Gruppe von Lebewesen. Besonders schön geformt sind die Fruchtträger der Speisepilze. Doch die meisten Pilze sind dagegen so klein, dass man sie nur unter dem Mikroskop erkennen kann. Viele dieser Pilze spielen eine wichtige Rolle im natürlichen Nährstoff-Kreislauf. Indem sie sich von abgestorbenem pflanzlichen oder tierischen Material ernähren (sog. Saprophyten), bauen sie das organische Material ab und stellen die dabei anfallenden Nährstoffe erneut für die Pflanzenwelt bereit.
Andere Pilze wiederum ernähren sich auch von lebenden Geweben (sog. Parasiten). Zu diesen zählen auch die für die Haut und Schleimhäute pathogenen (d.h. krankheitserregenden) Pilze (siehe dazu auch Pilzerkrankungen).

Die Hefepilzgattung Candida
Eine Gattung der Pilze wird als Candida bezeichnet, die ungefähr 200 verschiedene Arten umfasst. Der Mensch hat sich viele dieser Arten zunutze gemacht, wie z.B. bei Kefir durch Candida kefyr, den Kefirpilz. Ein relativ kleiner Teil dieser Arten kann aber beim Menschen Krankheiten verursachen. Der häufigste krankheitserregende Hefepilz ist Candida albicans. Der Name Candida stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "blass" oder "weiß". "Albicans" bedeutet ebenfalls "weiß". Candida albicans heißt übersetzt "weiß machend", was auf die weißen Beläge hinweist, die bei einem Candida-Befall der Schleimhäute auftreten.

Mundsoor
Die Eintrittspforte für Candida-Arten ist der Mund. Aus der Nahrung, durch Hand-zu-Mund- oder Mund-zu-Mund-Kontakte, können Candida-Pilze übertragen werden. Da das Immunsystem von Säuglingen und Kleinkindern noch nicht voll ausgeprägt ist, können sich die Hefepilze in der feuchtwarmen Mundhöhle vermehren - es entsteht Mundsoor. Im Verlauf der Erkrankung bilden sich weißliche Beläge an verschiedenen Stellen, besonders auf der Zunge sowie an den Lippen.

Verdauungskanal
Durch Verschlucken von Hefepilzen können diese in den gesamten Verdauungskanal gelangen. Die Säure des Magens, die für viele Bakterien eine Barriere darstellt, kann den Hefepilzen nichts anhaben. Sie gelangen mühelos in den Darm. Unter normalen Bedingungen führt die Besiedlung des Darms mit Hefepilzen nicht zu Problemen. In Einzelfällen können leichte Beschwerden des Darmtraktes wie z.B. Durchfall, Blähungen oder Verstopfung auftreten. 

Windelsoor
Die häufigste Erkrankung mit Hefepilzen ist jedoch die Infektion im Windelbereich. Die Hefen gelangen mit dem Stuhl aus dem Verdauungskanal in die feuchtwarme Atmosphäre des Windelbereiches, wo sie sich vermehren und die Haut angreifen können. Hautreizende Stoffe im Urin können verschlimmernd wirken. Der Windelsoor kann sich im Hautbereich der Windel, also am Gesäß, im Bereich der Geschlechtsorgane, der Leistengegend und an den Oberschenkeln ausbreiten. Die Haut ist entzündlich gerötet, zusätzlich können Erscheinungen wie Blasen, Knötchen, Pusteln und Schuppen auftreten. Es kann zum Nässen mit einem starken Juckreiz und heftigen Schmerzen kommen. Informationen über die Behandlung des Windelsoors finden Sie hier.

Haut, Haare, Nägel
Aber nicht nur im feuchtwarmen Milieu des Mundes, Verdauungskanals und der Windel vermehren sich Hefepilze, sie können auch andere Bereiche der Haut sowie Haarwurzeln und Nägel befallen. Dies kommt jedoch nur recht selten im Säuglings- und Kleinkindalter vor.
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