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Insektenstiche


Allgemeines


Der Stich eines Insekts ist in aller Regel harmlos. Allerdings können Juckreiz, Brennen oder lokale Schmerzen ausgelöst werden. Derartige Folgen sind zwar unangenehm, aber ungefährlich. Anders sieht es aus, wenn eine Allergie gegen das Gift bestimmter Insekten besteht oder wenn durch bestimmte Insektenarten gefährliche Infektionserkrankungen übertragen werden können. Hier ist die Vorbeugung besonders wichtig. In unseren Breiten sind es vor allen Dingen Zecken, die Infektionserkrankungen übertragen können. In südlichen Ländern können Mücken Menschen beispielsweise mit Malaria oder dem Dengue-Fieber infizieren. Experten befürchten, dass derartige Tropenkrankheiten bedingt durch den Klimawandel auch zu uns kommen und durch Mücken hier verbreitet werden könnten. Insektengift-Allergikern droht nach einem Stich im schlimmsten Fall der anaphylaktische Schock, der lebensbedrohlich sein kann. Für alle Übrigen gilt: Keine Panik vor Mücke, Bremse, Biene, Wespe, Hornisse, Hummel & Co. Allerdings sollte man Getränke und Speisen unmittelbar vor dem Verzehr genau kontrollieren, wenn sie im Freien genossen werden, damit es nicht zu gefährlichen Stichen im Mund-Rachen-Raum kommt. Bienen sind zwischen Mai und August, Wespen zwischen Juli und September sehr verbreitet.

Ursachen/Hintergründe

Warum stechen Insekten? Weibliche Mücken benötigen eine Blutmahlzeit, um sich fortzupflanzen. Die Staatenbildenden Insekten wie Wespen, Bienen und Hornissen stechen in aller Regel nur, wenn sie das Nest oder ihr Leben bedroht sehen. Man sollte sich also von ihren Nestern nach Möglichkeit fernhalten und nicht nach ihnen schlagen. Der Stich einer Hornisse ist für Nicht-Allergiker nicht gefährlicher, als der einer Wespe. Hornissen sind im Allgemeinen nicht sehr aggressiv, Hummeln stechen nur äußerst selten. Zecken benötigen im Verlaufe ihrer Entwicklung mehrere Blutmahlzeiten, um von der Larve zum erwachsenen Insekt zu reifen und sich schließlich selbst fortpflanzen zu können.

Symptome

Die Symptome unterscheiden sich je nach Art des Insekts und der individuellen Vorbelastung (Insektengiftallergie) des Gestochenen. Sie reichen von Juckreiz, kleinen Quaddeln und Rötungen bis hin zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock bei einem gefährdeten Allergiker.

Mückenstiche

Allergische Reaktionen auf Mückenstiche sind sehr selten. Der Juckreiz kann über mehrere Tage anhalten. Um Hautinfektionen zu vermeiden sollten Mückenstiche nicht aufgekratzt werden. Die Quaddeln und Rötungen nach einem Mückenstich werden durch bestimmte Eiweißverbindungen ausgelöst, die vom Insekt in die Einstichstelle injiziert werden. Gerinnungshemmende Substanzen im Speichel der Insekten und das Gewebshormon Histamin regen die Abwehrmechanismen des Immunsystems an.

Stich von Wespe, Biene & Co

Wespen- und Bienenstiche verursachen lokale Schmerzen an der Einstichstelle sowie eine Schwellung, meist mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern, und eine Rötung der Haut. Eventuell kommt auch Juckreiz dazu. Etwa drei Prozent der Deutschen sind nach Schätzungen des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen gegen ein Insektengift sensibilisiert. Bei ihnen besteht nach einem Stich das Risiko allergischer Reaktionen. Am häufigsten ist die Allergie gegen Wespengift, weitaus seltener treten allergische Reaktionen gegen das Gift der Honigbiene auf. In der Regel reagiert man nur auf das Gift einer Art. Die Reaktionen können lokal begrenzt sein und sich in Form von Quaddeln, Schwellungen und Rötungen zeigen. Die Rötungen sind zum Teil größer als zehn Zentimeter und können über mehrere Tage anhalten. Es kann auch zu einer starken allgemeinen Hautrötung kommen. Neben der Einstichstelle können auch Gesicht und Hals von starken Schwellungen betroffen sein. In schwereren Fällen können Übelkeit und Erbrechen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie eine generalisierte Hautrötung und starker Juckreiz hinzukommen. Sehr starke Symptome gehen hin bis zu Atemnot, Schluck- und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Im schlimmsten Fall kann es zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen mit schwerwiegenden Symptomen wie starkem Blutdruckabfall, Störungen von Organfunktionen, Kreislaufschock, bis zum schlimmsten Fall, dem tödlichen Kreislaufversagen. Rund 3.000 Betroffene müssen Schätzungen zufolge jährlich vom Notarzt wegen Insektenstichen versorgt werden. Laut Statistischem Bundesamt sind jährlich zehn bis 40 Todesfälle auf Insektenstiche zurückzuführen. Gefährlich kann ein Stich von Wespe, Biene und Co auch dann sein, wenn er im Mund-/Rachenraum stattfindet. Es besteht Erstickungsgefahr, wenn die Schwellung die Atemwege verschließt.

Zeckenbisse

Der Biss einer Zecke an sich ist harmlos und verursacht kaum Symptome. Ist die Zecke jedoch mit bestimmten Bakterien (Borrelien) oder Viren (FSME) infiziert, sieht es anders aus. Nach einer Borrelien-Infektion treten zunächst eine große, sich ausbreitende Hautrötung an der Stichstelle (chronische Wanderröte: Erythema chronicum migrans) und grippeähnliche Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber- und Kopfschmerzen auf. In der weiteren Folge kann es zu Blauverfärbungen und einer Verdünnung der Haut an den Händen und Füßen sowie zu chronischen Gelenkentzündungen kommen. Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) zeigt sich zuerst mit grippeartigen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Es kann im weiteren Verlauf zu einer Hirnhautentzündung mit hohem Fieber, Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit und sogar zu einer Gehirnentzündung mit Bewusstseins- und Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen kommen.

Anopheles-Mücke / Malaria

In vielen tropischen Ländern Afrikas und Asiens wird die Infektionskrankheit Malaria durch eine bestimmte Mückenart übertragen, die Anopheles-Mücke. Etwa drei bis vier Tage nach dem Stich kommt es zu heftigem Fieber, Übelkeit und Erbrechen sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Unbehandelt kann Malaria lebensbedrohlich werden. Eine Reihe weiterer Infektionserkrankungen wie Dengue- oder Gelbfieber sowie Parasiten können von diesen Insekten übertragen werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Mückenstiche

Damit Mückenstiche nicht so heftig und lange jucken, kann man juckreizstillende und entzündungshemmende Gele oder Cremes auftragen. Sie können beispielsweise Antihistaminika enthalten oder wirken schon durch den kühlenden Effekt.

Wespe, Biene & Co - Stich

Auch die Folgen eines Wespen- oder Bienenstiches lassen sich mit Kühlung mildern. Kaltes Wasser oder in ein Tuch gewickelte Kältepacks aus der Apotheke oder Eiswürfel mildern die Symptome. Eiskaltes darf jedoch niemals direkt auf die Haut aufgebracht werden! Gegen Juckreiz helfen auch hier kühlende Gele und Cremes aus der Apotheke. Entzündlichen Prozessen und Juckreiz wirken hydrokortisonhaltige Cremes oder Salben entgegen. Bei starken Schwellungen oder heftigem Juckreiz kommt auch die Einnahme von Antihistaminika in Tablettenform, als Tropfen oder Saft in Frage. Doch Vorsicht: Manche dieser Präparate machen müde und beeinträchtigen das Reaktionsvermögen z.B. im Straßenverkehr oder am Maschinenarbeitsplatz.
Steckt der Stachel einer Biene aufgrund seiner Widerhaken noch in der Haut, muss er vorsichtig aber möglichst rasch mit einer Pinzette entfernt werden. Dabei darf die Giftblase nicht berührt werden, damit kein weiteres Gift in die Haut gelangt. Wichtig ist auch die Desinfektion der Wunde mit einem Hautantiseptikum, beispielsweise in Sprayform. So werden Keime abgetötet, die zum Beispiel zu einer Wundrose (Erysipel) führen könnten. Die bekannten Hausmittel wie die aufgeschnittene Zwiebel oder Essig haben vor allem einen kühlenden Effekt.
Bei einem Wespen- oder Bienenstich im Mund-/Rachenraum muss sofort der Notarzt (112) alarmierent werden. Als Sofortmaßnahme können Eiswürfel gelutscht und kalte Umschläge um den Hals gewickelt werden.
Allergiker benötigen ein Notfallset mit Antihistaminika, Glukokortikoid und Adrenalin zur Selbstinjektion, das sie immer bei sich tragen. Lassen Sie sich die Handhabung genau erklären! Nach der Anwendung wird ebenfalls sofort der Arzt oder der Rettungsdienst informiert. Betroffene müssen in der Schocklage, d.h. flach auf dem Rücken mit erhöhten Beinen, gelagert werden.
Die Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie (SIT) genannt, wirkt in der Regel gut gegen Insektengiftallergien mit einer Erfolgsrate von über 90 Prozent. Dabei wird während drei bis fünf Jahren mit ansteigenden Dosen des Giftes das Immunsystem langsam an die allergieauslösende Substanz gewöhnt. Lebensbedrohliche Situationen können so in Zukunft vermieden werden. Allergiker auf Insektengift sollten keine ACE-Hemmer (spezielle Bluthochdruckmittel) einnehmen, da die anaphylaktische Reaktion verstärkt werden kann.

Zeckenbiss

Eine Zecke sollte sofort entfernt werden. Wichtig dabei ist es, den Körper der Zecke keinesfalls zu drücken, damit keine Erreger aus dem Tier in die Haut gedrückt werden. Die Zecke soll dabei mit einer speziellen Pinzette möglichst nah an der Haut gefasst und mit einer ziehend-drehenden Bewegung aus der Haut entfernt werden. Wenn nach einem Zeckenbiss sich vergrößernde Hautrötungen oder Kopf- oder Gelenkschmerzen auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Anopheles-Mücke / Malaria

Um sich vor dem Stich einer Anopheles-Mücke, vor Malaria und weiteren Infektionskrankheit in tropischen Gefilden zu schützen, bedarf es einer lückenlosen Vorbeugung (s.u.). Dazu gehören Insektenschutz und Malariaprophylaxe. Lassen Sie sich vor der Reise von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Kommt es während eines Aufenthalts in den Tropen zu heftigem Fieber, Übelkeit und Erbrechen sowie Kopf- und Gliederschmerzen, sollte umgehend einen Arzt aufgesucht werden. Unbehandelt kann Malaria lebensgefährlich werden.

Vorbeugung

Mit Hilfe einfacher Maßnahmen können Sie das Risiko reduzieren gestochen zu werden:

Mückenstiche

Eine sehr wirksame Maßnahme gegen Mückestiche ist ein Fliegengitter bzw. -gaze mindestens vor dem Schlafzimmerfenster. So können auch nachts bei geöffnetem Fenster keine Plagegeister hineinkommen. Das setzt natürlich voraus, dass entweder die Tür des Schlafzimmers oder aber die Fenster in den übrigen Räumen nachts geschlossen sind. Sitzt man am Abend noch lange draußen, empfiehlt sich das Tragen langer Hosen und langärmeliger Kleidung.
Bewegt man sich tagsüber im Freien ist die beste Vorbeugung gegen Mückenstiche ebenfalls die bedeckte Haut. Das gilt besonders in der Nähe von feuchten Gras- oder Sumpflandschaften und von stehenden Gewässern. Zusätzlich können Mückenschutzmittel (Repellents) eingesetzt werden. Frisch geduscht und ohne Parfums und duftende Cremes wirkt man ebenfalls nicht so anziehend auf Mücken.

Wespe, Biene & Co

Beim Aufenthalt im Freien und bei der Gartenarbeit sollten lange Hosen und lange Ärmel sowie helle, ungeblümte Kleidung getragen werden. Vorsichtig ist beim Obstpflücken geboten: Fallobst sollte stets sofort entfernt werden. Im Freien ist festes Schuhwerk sehr wichtig, da Wespen und Hornissen zum Teil im Boden nisten und Bienen auf blühenden Wiesen Nektar sammeln. Auf Parfum oder stark duftende Kosmetika sollte nach Möglichkeit verzichtet werden, da Wespen von duftenden Substanzen angezogen werden. Erdbeerkuchen, Früchte und Grillsteaks verzehren Allergiker sicherer im Innenraum als auf der Terrasse. Entscheidet man sich für ein Essen im Freien oder ein Picknick auf der Wiese, sollten Speisen und Getränke immer abgedeckt sein. Taucht ein Insekt auf, ist es wichtig nicht hektisch zu wedeln oder nach den Tieren zu schlagen. Dies wird von Wespen, Bienen und Hornissen als Bedrohung gewertet, macht besonders Wespen aggressiv und lockt Weitere an. Lässt man die Tiere in Ruhe, wird man fast nie gestochen. Beim Trinken sollte vor jedem Schluck das Getränk in Augenschein genommen und auf darin schwimmende Insekten hin untersucht werden. Bei Dosen und dunklen Flaschen hilft der Strohhalm. Allergiker sollten sich von Abfallkörben im Freien und von Abfallcontainern möglichst fernhalten. Das Schlafzimmerfenster wird durch ein Fliegengitter bzw. -gaze vor dem Eindringen der Plagegeister gesichert. Beim Autofahren sollten die Fenster möglichst geschlossen bleiben.
Um Wespen- oder Bienennester kümmern sich Feuerwehr oder Imker. Kleiner Trost: Wespennester werden von ihren Bewohnern nur einen Sommer lang genutzt. Zitrusdüfte, Gewürznelken, Essig und Zwiebeln haben eine abschreckende Wirkung auf Insekten. Für Allergiker gilt: Notfallset und Handy immer und überall bereithalten.

Zeckenbisse

Streift man durch höhere Gräser oder Sträucher, wandert durch Wald oder Park, ist es empfehlenswert, die (möglichst helle) Kleidung und unbedeckte Hautstellen anschließend sofort nach krabbelnden kleinen Punkten abzusuchen. Zecken sind anfangs sehr klein und auf der Suche nach dem idealen Platz zum Saugen noch eine Weile auf Kleidung und Haut unterwegs. In dieser Zeit lassen sie sich mühelos entfernen. Die Gefahr von Zeckenbissen ist vom Frühjahr bis zum Spätherbst am höchsten. In Risikogebieten oder vor einem Urlaub in einem Risikogebiet ist eine FSME-Impfung empfehlenswert.

Anopheles-Mücke / Malaria

Verreisen Sie nie ohne Insektenschutz, da von Insekten zahlreiche Infektionserkrankungen übertragen werden können. In Malariagebieten - in vielen Ländern Afrikas und Asiens - sind wirksame Mückenschutzmittel (Repellents) und eine vom Arzt verordnete Malariaprophylaxe vorsorgende Pflicht. Das Moskitonetz über dem Bett hält Mücken und andere Insekten fern. Lange Hosen und lange Ärmel schützen tagsüber zusammen mit dem Repellent. Zudem besteht die Möglichkeit, Zelte mit Insektenschutzmitteln zu imprägnieren.
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