Epizoonosen sind Hauterkrankungen, die durch folgende Gliedertiere verursacht werden:
- Spinnen (zählen nicht zu Parasiten)
- Milben
- Läuse
- Kopflaus
- Kleiderlaus
- Filzlaus
- Flöhe
- Zecke
- Schnabelkerfe
- Bettwanze
- Hautflügler (zählen nicht zu Parasiten)
- Hummel
- Biene
- Wespe
- Hornisse
- Zweiflügler
Erkrankungen durch Spinnen
Bisse einheimischer Spinnen können zu juckenden Quaddeln führen. Tropische Spinnen dagegen können eine schwere lokale und allgemeine Vergiftung erzeugen.
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Erkrankungen durch Milben

Entstehung
Die Krätzemilbe ist der Erreger der Krätze (Synonym: Skabies). Die etwa 0,3
mm großen weiblichen Milben bohren Gänge in die Hornschicht der Haut
und legen dort ihre Eier und Kotballen ab. Aus den Eiern schlüpfen nach
ca. 3 Wochen zunächst Larven, dann Nymphen und schließlich
geschlechtsreife Milben.
Die Übertragung der Milben erfolgt durch
direkten Körperkontakt (Sexualpartner), seltener durch Wäsche oder
Kleider. Bis die Infektion bemerkt wird, vergehen oft mehrere Wochen.
Diagnose
In den ersten Wochen nach der Infektion macht sich die Krätze durchurch sehr starken Juckreiz bemerkbar, besonders
in der Nacht durch Bettwärme. Häufig kann man dann bereits an den
vorrangig befallenen Hautstellen wie Zwischenräume der Finger und
Zehen, Gelenkbeugen, vordere Achselfalte, innerer Fußrand, Brustwarzen
und bei Erwachsenen meistens die Genitalregion typische gangartige,
längliche Papeln erkennen. Die zeitliche Verzögerung bis zum Auftreten
dieser Hauterscheinungen ist dadurch begründet, daß zunächst eine
Sensibilisierung gegen die Milbenantigene erfolgen muß. Durch den
ausgeprägten Juckreiz werden diese Hautareale zerkratzt, auf denen dann
Infektionen und Entzündungen ein breit gefächertes Krankheitsbild
entstehen lassen.
Diagnostik
Zwar kann man die Milben noch gerade
mit dem bloßen Auge am Ende eines Gangs als schwarzen Punkt erkennen.
Zur eindeutigen Identifizierung sollte ein mikroskopischer Nachweis
durch den Hautarzt erbracht werden.
Maßnahmen
Es ist unbedingt erforderlich, Krätze
möglichst durch einen Hautarzt abklären zu lassen. Dieser wird dann
geeignete Arzneimittel zur Behandlung verordnen, meistens lindanhaltige
Zubereitungen.
Es ist sinnvoll, alle Personen, die im engen Kontakt mit der erkrankten Person stehen, untersuchen zu lassen.
Die entzündeten, einem Ekzem ähnlichen Hautstellen trocknen durch die
Behandlung häufig weiter aus. Eine juckreizstillende und
feuchtigkeitsspendende Hautpflege kann die Abheilung unterstützen.
Reinigung der Kleidung und Wäsche: Alle
Kleidungsstücke und Wäsche sollten umgehend gewechselt werden. Aus
waschbaren Materialien lassen sich die Milben durch Waschen (mindestens
60 Grad Celsius) entfernen. Nicht waschbare Textilien können in die
chemische Reinigung gegeben werden. Da Milben außerhalb der Haut nur 3
bis 3 Tage überleben können, reicht es, Oberbekleidung bis zu 5 Tagen
gut zu lüften.
Andere Milbenerkrankungen
Im Herbst können die Larven der Laufmilben (Trombidien), die man im Vorübergehen von Gräsern
und Sträuchern abstreift, juckende Hautveränderungen hervorrufen. Diese
treten an solchen Körperstellen auf, an denen die Kleidung einen engen
Kontakt zur Haut hat: Gürtelregion, Büstenhalter. Bereits einige
Stunden nach dem Kontakt erscheinen rötliche Flecken und leicht
erhabene Quaddeln, später wässrig gefüllte kleine Papeln, die stark
jucken. Eine Vermehrung dieser Milben auf der Haut erfolgt nicht, daher
müssen nur die Symptome behandelt werden. Diese Erkrankung ist als
Erntekrätze bekannt. Die Trombidien kann man manchmal als winzige rote
Pünktchen erkennen. Sie fallen nach der Blutmahlzeit ab. Zur Linderung
der juckenden Hautstellen eignen sich Gerbstoff-haltige
Zinkschüttelmixturen.
Die Haarbalgmilbe Demodex folliculorum sitzt
in den Talgdrüsenfollikeln mancher Menschen. Sie wird mit
Hauterscheinungen in Zusammenhang gebracht, die rosaceaartige
Hautveränderungen im Gesicht hervorruft. Diese sind rötlich entzündete
Areale mit durchscheinenden Äderchen (Teleangiektasien).
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Erkrankungen durch Läuse

Entstehung
Läuse sind flügellose Insekten. Kopf-, Kleider- und Filzläuse werden von
Mensch zu Mensch übertragen. Dies passiert in der Regel unter
schlechten hygienischen Bedingungen (Zeltlager) bei engem körperlichen
Kontakt. Allerdings dürfen bei Kopfläusen die indirekten
Übertragungswege über die gemeinsame Benutzung von Kämmen, Bürsten,
Kopf- und Halstüchern, Mützen, Handtüchern oder Badekappen nicht
unterschätzt werden. Selbst über gepolsterte Sitzlehnen in öffentlichen
Verkehrsmitteln oder eng zusammenhängenden Kleidungsstücken an einer
Garderobe können Läuse übertragen werden.
Läuse saugen in
regelmäßigen Abständen Blut. Die befruchteten Weibchen kleben oder
legen ihre Nissen, in denen sich die Eier befinden, je nach Ort der
Infektion an die Kopfhaare (Kopflaus), die Schamhaare (Filzlaus) oder
in die Nähte von Kleidung (Kleiderlaus).
Treten in
Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten,
Kindertagesstätten oder Ferienlagern Läuse auf, so ist der jeweilige
Leiter verpflichtet, das zuständige Gesundheitsamt zu informieren. Das
Gesundheitsamt wird dann in Zusammenarbeit mit dem Leiter der
Gemeinschaftseinrichtung und den Eltern betroffener Kinder die
notwendigen Maßnahmen vorschlagen. Übrigens: ein Kind mit Läusen darf
es erst wieder die Schule oder den Kindergarten besuchen, wenn nach dem
Urteil des Arztes oder des Gesundheitsamtes keine Weiterverbreitung der
Kopfläuse mehr zu befürchten ist.
Kopfläuse: Entwicklungszyklus. Die Entwicklung der
Kopfläuse von den Eiern (Nissen) über die schlüpfenden Larven bis zu
den geschlechtsreifen Männchen und Weibchen dauert ca. drei Wochen,
kann aber bei entsprechender Temperatur und Luftfeuchtigkeit auch schon
nach 16 Tagen beendet sein. Je wärmer es ist, desto schneller läuft die
Entwicklung ab.
Hauterscheinungen: Das Hauptsymptom des Befalls mit
Kopfläusen ist starker Juckreiz. Damit das Blut beim Saugen nicht
gerinnt, sondert die Laus Speichel in die Stichwunde ab. Dieser
verursacht den Juckreiz. Durch anhaltendes Kratzen entstehen Wunden,
die sich entzünden können und in schweren Fällen zu eitrigen
Hautausschlägen besonders im Nacken und hinter den Ohren führen.
Nachweismethode: Bei guter Beleuchtung kann man die
weißen Nissen an den Haaren entdecken. Im Gegensatz zu Kopfschuppen
lassen sich diese nicht einfach vom Haarschaft abstreifen. Die Läuse
selbst sind etwa 2 bis 3,5 mm lang und sie haben 6 Beine.
Maßnahmen
- Hausmittel: Immer wieder werden zur Behandlung von
Kopfläusen verschiedenste Hausmittel empfohlen. Zu nennen sind hier u.
a. das Spülen der Haare mit Essiglösung, das Einreiben von Oliven- oder
Rapsöl sowie die Behandlung mit einer Schwefel-Eucerin-Lösung, die ins
Haar einmassiert wird. Alle diese Methoden müssen mehrmals wiederholt
werden und sie können die Abtötung der Läuse jedoch nicht sicher
garantieren.
- Arzneimittel: Die Sicherheit einer
effektiven Abtötung der Läuse und der Nissen können nur Präparate
geben, die in der Apotheke erhältlich sind, wie z. B. Jacutin N Spray.
Bei allen Produkten ist es wichtig, sich genau an die Anweisungen in
den Packungsbeilagen zu halten.
Tipps
Als Hilfsmittel zur Entfernung der Nissen
ist ein Läuse- bzw. Nissenkamm (z.B. Jacutin Nissenkamm) geeignet.
Darunter versteht man einen sehr engzinkigen Spezialkamm, mit dem sich
abgetötete Nissen und Läuse aus dem Haar entfernen lassen. In der
Apotheke ist z. B. der Jacutin-Nissenkamm erhältlich. Es ist sinnvoll,
nach der Behandlung auch die abgetöteten Nissen zu entfernen. Es
erleichtert den Nachweis einer Neuinfektion.
Essigwasser kann die Ablösung der Nissen vom Haarschaft erleichtern.
Hierzu spült man das Haar ausgiebig mit warmem Essigwasser (1 Teil
6%-iger Speiseessig auf 2 Teile Wasser). Anschließend wird mit einem
Jacutin Nissenkamm sorgfältig ausgekämmen. Auf diese Weise wird der
Nissenklebstoff aufgelöst und die Entfernung der Nissen erleichtert.
Filzläuse: Die Filzläuse sind mit 1,5 bis 2 mm
Länge kleiner als Kopfläuse und haben eine eher flache rundliche Form.
Bevorzugt befallen Sie die Schambehaarung. Sie können aber auch in der
Achselregion, den Augenbrauen und speziell bei Kindern in den Wimpern
sitzen. Im Vergleich zu den sich flink bewegenden Kopfläusen wirken die
Filzläuse eher träge. Eine Besonderheit beim Befall mit Filzläusen
können seitlich am Oberkörper auftretende blasse, kaum erkennbare
längliche Flecken sein.
Maßnahmen
Der Apotheker kann Sie ausführlich
über die zur Abtötung der Filzläuse besonders geeigneten Produkte
beraten. Filzläuse in den Wimpern und Augenbrauen werden vorsichtig mit
einer Pinzette abgesammelt. Manchmal kann es erforderlich sein,
einzelne Wimpern abzuschneiden, besonders dann, wenn durch die
Verklebung das Öffnen der Augenlider beim Aufwachen nicht mehr möglich
ist.
Kleiderläuse: Im Gegensatz zu den anderen Arten der
Läuse leben Kleiderläuse nicht auf der Haut, sondern in den körpernah
anliegenden Regionen der Wäsche- bzw. Kleidernähten. Sie verlassen
diese nur kurzfristig, um Blut zu saugen. Der Biß selbst ist kaum
spürbar. Der dabei abgegebene Speichel verursacht aber starken
Juckreiz. Durch Kratzen kommt es dann in der Regel zu Entzündungen und
häufig infizierten Wunden. Kleiderläuse können nur aufgrund dieser
Hauterscheinungen vermutet werden. Eine eingehende Untersuchung der
Kleidung ist erforderlich.
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Erkrankungen durch Flöhe

Neben dem Menschenfloh können auch verschiedene andere Floharten (Hunde-,
Katzen-, Ratten- oder Hühner-Flöhe) zu Hautveränderungen führen.
Allerdings
bleiben letztere nicht lange auf ihrem "falschen" Wirt, so daß es
selten zu stärkeren Problemen kommt. Der Menschenfloh ist ca. 2 - 3 mm
groß. Der hintere Teil des Körpers ist rundlich. Er hat eine starke
braune Chitinhülle. Seine Hinterbeine ermöglichen ihm Sprünge von bis
zu 60 cm.
Flohstiche liegen überwiegend an durch Kleidung bedeckten
Körperstellen. Meist stehen die geröteten Flecken und Papeln, in deren
Mitte man oft gut die Bißstelle sehen kann, in Gruppen beieinander.
Stets erkennt man eine Asymmetrie. Der beim Biß eindringende Speichel
verursacht ausgeprägten Juckreiz.
Maßnahmen
Durch die guten hygienischen
Verhältnisse sind Flöhe ausgesprochen selten geworden. Da der Floh
seine Eier in Fußbodenritzen ablegt ist regelmäßiges Staubsaugen
sinnvoll. Handelsübliche Insektizide können zusätzlich gute Dienste tun.
Im
Vordergrund der Behandlung von Flohstichen ist die Juckreizstillung.
Hierzu eignen sich Zubereitungen mit Antihistaminika,
Zink-Schüttelmixturen mit Gerbstoff (Tannosynt) oder Mentholspiritus.
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Erkrankungen durch Zecken

Erkrankungen durch Zecken
Zecken leben auf Sträuchern, Gräsern und in Bäumen. Sie ernähren sich vom Blut der
Säugetiere. Jeder, der zufällig eine Zecke abstreift, kann "Opfer"
werden. Die Zecke sucht sich einen geeigneten Ort auf der Haut, um sich
mit dem vorderen Ende einzugraben. Hierzu kann sie einige Stunden
rastlos umherlaufen, was man als Kribbeln wahrnehmen kann. Der Biß
selbst ist nicht spürbar, da die Zecke ein schmerzhemmendes Sekret
absondert. Seitlich an der Eindringstelle sind die Beine gut sichtbar
und der hintere Körperteil ist wie ein Beutel in der Lage, das gesaugte
Blut aufzunehmen. Je nach Menge ändert sich die Farbe von grau-gelblich
bis zu blau-rot.
Ein Zeckenbiss als solcher ist nicht problematisch.
Zecken können aber während des Saugens Erreger - Viren und Bakterien -
übertragen. Die wesentlichsten Erkrankungen sind die gefährliche
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borelliose. Gegen
die FSME sollten sich Menschen, die in gefährdeten Gebieten wohnen und
sich häufig in der Natur aufhalten, impfen lassen.
Das deutlichste
Zeichen einer Übertragung des Bakteriums Borellia burgdorferi ist ein
sich um den Zeckenbiss herum ausbildender rötlicher Hof. Diese
Hauterscheinung ist das Erythema migrans. Wenn es nicht behandelt wird,
kann es über Wochen bestehen und sich sogar ausbreiten. Dieses erste
Stadium der Erkrankung kann durch eine Phase mit Störungen des
Nervensystems und Herzbeschwerden übergehen. Nach Jahren können die
Gelenke befallen werden, insbesondere die Kniegelenke.
Diagnostik: Neben dem eindeutigen Zeichen des Erythema migrans kann eine Infektion durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden.
Maßnahmen
Wichtig ist, die Zecke möglichst
frühzeitig zu entdecken und unbedingt sofort zu entfernen. Je länger
sie die Gelegenheit hat, Blut zu saugen, je größer ist das Risiko einer
Übertragung möglicher Krankheitserreger.
Nach einem Aufenthalt im
Freien, insbesondere nach ausgedehnten Spaziergängen, Golfrunden,
Fahrradtouren) sollte intensiv geduscht und die Haare gewaschen werden.
Entdeckt man eine Zecke sollte sie mit einer Pinzette oder Zeckenzange
vorsichtig nach oben herausgezogen werden. Reißt der Kopf ab, ist die
Beratung durch einen Arzt empfehlenswert.
Je früher bei einer
Borellien-Infektion mit der Behandlung durch Antibiotika begonnen wird,
je günstiger ist der Heilungsverlauf!
Tipps
Früher wurden die Zecken zur Entfernung
häufig fälschlicherweise mit Öl beträufelt. Man weiß heute, daß sie
dadurch einerseits nicht leichter zu entfernen sind und andererseits
Sekret abgeben, was die Möglichkeit einer Infektion erhöht.
Zecken
sollen nach neuesten Erkenntnissen nicht herausgedreht werden, sondern
mit einer Pinzette oder Zeckenzange nach oben aus der Haut gezogen
werden.
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