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Reife Haut |
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Ein physiologischer und individueller Reifungsprozess verändert unseren
Körper von Geburt an. Davon ist die Haut nicht ausgenommen. Hinzu
kommen äußere Einflüsse, die ihre Spuren hinterlassen. Sonnenschein,
Wind und Wetter gerben die Haut.
Reife Haut ist meist dünn, trocken und leicht verletzbar. Die Haut
verliert an Elastizität und neigt zur Faltenbildung. Auch
unregelmäßige, fleckige Pigmentierung und Juckreiz können vorhanden
sein.
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Alterungsprozesse
Man unterscheidet zwei Alterungsprozesse, die zu dem Erscheinungsbild der reifen Haut führen.
- die natürliche (genetisch bedingte) Hautalterung,
die auch als "inneres" Altern oder Zeitaltern bezeichnet
wird;
- die vorzeitige Hautalterung („äußeres“ Altern,
Umweltaltern), die durch Lebensumstände wie Rauchen, Stress und Alkohol
sowie insbesondere Sonneneinwirkung hervorgerufenen wird.
Das Erscheinungsbild der zeitgealterten Haut ist im Allgemeinen ansprechender als das Bild der vorzeitig gealterten Haut.
Die "innere" Hautalterung (Zeitalterung)
Wie alle Organe des menschlichen Körpers unterliegt auch die Haut dem
genetischen Alterungsprozess. Das "innere" Altern der Haut ist daher
ein irreversibler, physiologischer Vorgang.
Im Alter nimmt die Qualität und Funktionalität der neugebildeten Zellen
ab. Dies beruht zum Teil auf einer schlechteren Durchblutung, also
einer Minderversorgung der Zellen mit Sauerstoff und wichtigen
Stoffwechselprodukten. Zum anderen ist die Teilungsfähigkeit der Zellen
eingeschränkt und Teilungsfehler entstehen häufiger. Die Einwirkung von
freien Radikalen (reaktionsfähige chemische Spaltprodukte, die im
Körper und in der Umwelt entstehen) werden für Strukturveränderungen in
den Zellen verantwortlich gemacht.
Die Haut wird dünner und damit leicht verletzbar, insbesondere wenn sie
trocken ist. Im Bindegewebe kommt es zum Abbau elastischer Fasern,
welche für eine glatte, elastische Haut verantwortlich sind. Die
Wasserbindungsfähigkeit des Bindegewebes ist reduziert, das Gewebe
verhärtet sich. Alles zusammen verringert die Spannkraft der Haut und
führt zur Runzel- und Faltenbildung. Übrigens haben wohlgenährte
Menschen in der Regel eine glattere Haut als hagere. Das dickere
Unterhautfettgewebe führt dazu, dass eine gewisse Spannung der Haut
bestehen bleibt.
Darüber hinaus ist die Aktivität der Hautdrüsen im Alter vermindert.
Die Talgdrüsen produzieren weniger Sebum, die Schweißdrüsen weniger
Schweiß. Dies führt zu einer verminderten Ausbildung des
Hydrolipid-Systems an der Hautoberfläche. Die Konsequenz ist eine
weitere Austrocknung der Haut. Die zunehmende Trockenheit der reifen
Haut wird häufig als unangenehm empfunden, denn trockene Haut kann
rissig werden und jucken. Starker Juckreiz löst oft unbewusstes Kratzen
aus. Dieses Kratzen kann wiederum leicht zu Entzündungen oder Ekzemen
der entsprechenden Hautpartien führen. Besonders Frauen ab 50 klagen
oft über trockene Haut - ein Begleitprozess der Wechseljahre.
Die vorzeitige Hautalterung
Die Haut bildet die Grenzfläche des Körpers gegen die Umwelt.
Dementsprechend ist die Haut in besonderem Maße äußeren Einflüssen wie
Druck, Kälte, Hitze und Strahlung ausgesetzt.

Bindegewebsschwäche durch
UV-Licht
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Die Belastung der Haut mit Sonnenlicht ist in erster Linie für das
vorzeitige Altern lichtexponierter Hautareale verantwortlich
(Photoaging). Das Spektrum des Sonnenlichtes enthält die nicht
sichtbare, sogenannte ultraviolette (UV) Strahlung. Diese Strahlung
wird abhängig von der Wellenlänge in UV-A, UV-B und UV-C Bereiche
unterteilt. Während die UV-C Strahlung von der Ozonhülle abgeschirmt
wird, erreichen Teile der UV-A und UV-B Strahlung die Erde. Diese Strahlen dringen bis in das Bindegewebe der Haut
ein und lösen dort irreversible Schäden aus.
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Die Haut verliert ihre
Dehnbarkeit, das Gewebe wird infolgedessen schlaff. Die Haut altert
schneller und wird faltig. Diese vorzeitige Hautalterung ist nicht das
Ergebnis einzelner Sonnenbäder, sondern Folge einer langjährigen,
übermäßigen Sonnenbelastung.
Neben den Einflüssen von Außen tragen auch Lebensgewohnheiten zur
vorzeitigen Hautalterung bei. Rauchen z.B. fördert die Bildung von
Falten. Das Wachstum und die normale Gewebserneuerung von kollagenen
Fasern wird behindert. Jugendliche Fasern werden zerstört und
Altersfasern vorzeitig gebildet, ein Vorgang, der als Elastose
bezeichnet wird (sog. "Tabak-Elastose").
Anti-Aging
Betrachtet man die verschiedenen Mechanismen, welche zu
Alterungssymptomen der Haut führen können, lassen sich zahlreiche
Behandlungsansätze ableiten, um die Alterung der Haut zu beeinflussen.
Chirurgische Maßnahmen umfassen Lifting, Laserbehandlung, Unterspritzen
von Falten (z.B. mit Hyaluronsäure) und die Korrektur mimischer
Gesichtsfalten mit Botulinumtoxin. Bevor man sich für eine dieser
Methoden entscheidet, sollte ein ausführliches Beratungsgespräch mit
einem Facharzt für Dermatologie oder plastische Chirurgie über
Erfolgsaussichten und Verträglichkeit einzelner Maßnahmen geführt
werden. Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie hier.
Darüber hinaus werden verschiedene, äußerlich anzuwendende Wirkstoffe intensiv beworben:
1. Antioxidantien
Unser Körper ist tagtäglich sog. freien Radikalen ausgesetzt. Diese
entstehen in den körpereigenen Zellen als Nebenprodukte und werden
gleichzeitig über die Umwelt aufgenommen. Radikale sind
verschiedenartige chemische Moleküle, die besonders reaktiv sind. Sie besitzen ein ungepaartes Elektronenpaar wodurch sie
anderen Molekülen oder Atomen ein Elektron entreißen können. Dadurch
schädigen sie Zellbestandteile und es kann zu Fehlfunktionen in der
Zelle kommen. Der menschliche Körper besitzt einen natürlichen
Abwehrmechanismus, um freie Radikale abzufangen. Gleichzeitig existiert
ein Reparatursystem, das bereits entstandene Schäden in den
Zellstrukturen wieder beheben kann. Um die Belastung dennoch möglichst
gering zu halten, können sog. Antioxidantien eingesetzt werden.
Antioxidantien fangen die freien Radikale ab und machen sie in ihrer
Wirkung unschädlich. Ein bereits entstandener Schaden kann jedoch durch
Antioxidantien nicht aufgehoben werden.
Als Zusatz in kosmetischen Anti-Aging-Produkten werden vor allem folgende Antioxidantien verwendet:
- Vitamin C
Die Zufuhr von Vitamin C beeinflusst den Stoffwechsel des Bindegewebes.
Der Abbau eines wichtigen Bestandteils des Bindegewebes (Kollagen) wird
unterdrückt, während die Kollagen-Produktion leicht angekurbelt wird.
In klinischen Tests konnte ein hautglättender Effekt durch die
Anwendung Vitamin C-haltiger Präparate bestätigt werden.
- Vitamin E (Tocopherol)
Durch die regelmäßige, äußerliche Anwendung Vitamin E-haltiger Produkte besteht ein gewisser Schutz vor UV-bedingten Schäden.
- Co-Enzym Q10
Co-Enzym Q10 spielt eine wichtige Funktion bei oxidativen Prozessen in
den Zellen und wird vom Körper selbst hergestellt. Das Enzym kann bei
äußerlicher Anwendung das Bindegewebe positiv beeinflussen. Eine
Untersuchung belegt die Abnahme der Hautrauigkeit.
- Flavonoide
Flavonoide sind Pflanzeninhaltsstoffe mit antioxidativen Eigenschaften.
Ein wichtiges Beispiel sind die sogenannten Polyphenole im grünen Tee.
In Versuchen konnte eine Schutzwirkung dieser Pflanzenstoffe gegenüber
UV-Strahlen (photoprotektive Wirkung) gezeigt werden.
2. Vitamin A und Vitamin-A-Säure
Vitamin A (Retinol) in kosmetischen Produkten zählt zu den am längsten
angewandten Anti-Aging Substanzen. Alle Vitamin A-Verbindungen haben
eine komplexe Wirkung auf das Hautgewebe. Es konnte nachgewiesen
werden, dass die Synthese von Kollagen (ein Bestandteil des
Bindegewebes) durch Vitamin A stimuliert wird. Ein Vitamin A-Zusatz in
Dermokosmetika wird im Allgemeinen gut vertragen.
Auch die Anwendung von Vitamin-A-Säure (Tretinoin) auf der Haut zeigt
eine sehr gute Wirkung auf die typischen Symptome der Hautalterung.
Vitamin-A-Säure schält die äußeren Hautschichten, wirkt dem Abbau des
Bindegewebes entgegen und stimuliert den Kollagenaufbau. Tretinoin ist
ein verschreibungspflichtiger Arzneistoff. In Deutschland gibt es zur Zeit
kein Produkt, das zur Anti-Aging Behandlung zugelassen ist.
3. Östrogene und Phytoöstrogene
Östrogene, die weiblichen Sexualhormone, stimulieren den
Kollagenstoffwechsel. Bei Frauen sinkt der Östrogenspiegel während der
Wechseljahre. Infolgedessen nimmt der Kollagengehalt des
Bindegewebes ab und die Haut wird schlaffer. Auch äußerlich angewandte
Östrogen- oder Gestagenprodukte (wie z.B. Progesteron-Cremes) haben einen positiven Effekt auf die Fältelung und
Elastizität der Haut. Eine Hormonersatztherapie mit Tabletten ist aufgrund möglicher
Nebenwirkungen (erhöhtes Risiko für Brustkrebs- und
Herzkreislauferkrankungen) für eine Anwendung zur Beseitigung von
Alterserscheinungen umstritten.
Unter Phytoöstrogenen werden verschiedene Substanzen zusammengefasst,
welche pflanzlicher Herkunft sind und chemisch den weiblichen
Sexualhormonen ähneln. Phytoöstrogene sind z.B. in Soja und
Sojaprodukten, grünem Tee und Ginseng zu finden. Pflegepräparate mit
Zusätzen von Phytoöstrogenen scheinen die Folgen der Hautalterung
hinauszuzögern. Erste Studienergebnisse weisen auf eine Abnahme der
Falten sowie der Hauttrockenheit hin. Die wissenschaftlichen
Untersuchungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen.
4. DNA-Reparaturenzyme
Ein neuer Anti-Aging-Ansatz ist, bereits eingetretene, lichtbedingte
Schäden durch Enzyme zu reparieren oder zu entfernen. Ein Beispiel für
ein Reparaturenzym ist die sog. Photolyase.
Die in kosmetischen Hautalterungsprodukten eingesetzten Wirkstoffe nehmen stetig zu. Da die Wirksamkeit und Sicherheit
dieser Substanzen unterschiedlich sind, empfiehlt sich auch hier eine
Beratung durch den Hautarzt.
Tipps
- Eine häufige und intensive Belastung der Haut mit
Sonnenlicht führt zur vorzeitigen Hautalterung. Kleidung ist
grundsätzlich ein wirksamer Schutz. Empfehlenswert ist die Anwendung
von Sonnenschutzmitteln mit hohem UV-B und UV-A Schutz wie z.B. Contralum®.
Sonnenschutzprodukte werden häufig zu dünn aufgetragen. Tragen Sie
doppelt so viel auf, wie Sie es von Ihren Hautpflegeprodukten gewöhnt
sind, wenn möglich 30 Minuten vor dem ersten UV-Kontakt. Weitere Hinweise zum Thema Sonnenschutz gibt das Bundesamt für
Strahlung unter www.bfs.de/uv.
- Pigmentflecken sollten regelmäßig untersucht werden. Bei auffälligen Hautveränderungen - z.B. veränderten
Pigmentflecken - sollte die Beratung durch den Hautarzt
gesucht werden (Fragebogen Melanom-Risiko).
- Bei trockener Haut sollte auf ausgedehnte und heiße
Dusch- oder Wannenbäder verzichtet werden, da hierbei wichtige
Bestandteile für die Barrierefunktion der Haut herausgelöst werden.
Gerade bei trockener Altershaut ist darauf zu achten, dass nur milde,
seifenfreie Reinigungsprodukte (Syndets) verwendet werden, die
rückfettende Bestandteile enthalten. Auf Schaumbäder sollte verzichtet werden.
- Zur Pflege eignen sich Wasser-in-Öl-Emulsionen oder
lipidreiche Öl-in-Wasser-Emulsionen mit feuchtigkeitserhöhenden
Wirkstoffen (z.B. Glycerin oder Harnstoff).
- Auf Produkte, welche die Haut stark austrocknen,
wie z.B. alkoholhaltige Gesichtswasser, Franzbranntwein oder
Arnikatinkturen sollte bei trockener Haut verzichtet werden.
- Andauernd trockene, irritierte oder bereits
entzündete Haut ist mehr als ein kosmetisches Problem und benötigt
daher besondere Aufmerksamkeit und Pflege. Der Hautarzt ist der
richtige Ansprechpartner, um geeignete Pflegemaßnahmen aufzuzeigen oder
eine wirksame Behandlung einzuleiten.
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