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Akne und Sonne |
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Bei Akne handelt es sich um eine sehr häufig auftretende Hauterkrankung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie kann jedoch auch über das 30. Lebensjahr hinaus bestehen bleiben. In der Regel sind Jungen häufiger von Akne betroffen als Mädchen. Im Sommer verbessern sich die Symptome oftmals, was auf die UV-Strahlung der Sonne zurückzuführen ist. |
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Allerdings birgt ein Übermaß an Sonne auch Risiken, wie z. B. vorzeitige Hautalterung, Sonnenbrand und Hautkrebs als Langzeitfolge. Ein ausgedehntes Sonnenbad zur Besserung des Hautzustandes von Aknepatienten kann daher nicht empfohlen werden. Vor allem in schweren Fällen besitzt die rechtzeitige und adäquate Therapie einen großen Stellenwert – nicht zuletzt aufgrund des hohen Leidensdrucks, mit dem die Patienten zu kämpfen haben und um Spätfolgen, wie z. B. die Bildung von Narben, zu verhindern.
Um eine begonnene Aknetherapie wirkungsvoll zu beenden, ist in den meisten Fällen eine länger dauernde Behandlung notwendig. Je nachdem, welches Arzneimittel der behandelnde Hautarzt für den jeweiligen Patienten auswählt, ist eine Therapie über mehrere Wochen bis hin zu mehreren Monaten erforderlich. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen bei Akne von oberflächlich anzuwendenden Cremes und alkoholischen Lösungen bis hin zur Einnahme von Tabletten und Kapseln.
Als topische Wirkstoffe, also solche, die oberflächlich auf der Haut angewendet werden, kommen neben Substanzen, die einen abschälenden Effekt aufweisen, wie z. B. Benzoylperoxid, auch Antibiotika, wie Erythromycin oder Minocyclin, zum Einsatz. Letztere bekämpfen ein spezielles Bakterium (Propionibacterium acnes), welches bei Akne-Patienten in den Talgdrüsen zu finden ist und an der charakteristischen Entzündungsreaktion beteiligt ist. Diese Antibiotika werden nicht nur oberflächlich angewendet, sondern auch in Form von Tabletten oder Kapseln. Dies ist vor allem bei hartnäckigen Akne-Formen erforderlich.
Darüber hinaus werden auch Abkömmlinge der Vitamin-A Säure eingesetzt: die Retinoide. Ein Vertreter, das Isotretinoin, kommt vor allem bei schweren Akne-Formen in Form von Kapseln zum Einsatz. Je nachdem, wie schwer die Akne ausgeprägt ist, helfen die genannten Wirkstoffe sehr gut.
In den Sommermonaten müssen jedoch in einigen Fällen besondere Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. So führen alle der genannten Wirkstoffe, bis auf Erythromycin, dazu, dass die Haut trockener wird. Dies kann indirekt dazu führen, dass die Haut auch empfindlicher auf Umwelteinflüsse reagiert – auch gegenüber Sonneneinstrahlung. Eine direkte Sonnenempfindlichkeit wird durch die Wirkstoffe Tetracyclin und Isotretinoin hervorgerufen.
Vor dem Hintergrund der erhöhten Sensibilität gegenüber Sonnenlicht, sollten daher die folgenden, allgemeingültigen Regeln konsequent befolgt werden:
- Meiden Sie die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr
- Geben Sie Ihrer Haut Zeit, sich langsam an die Sonne zu gewöhnen
- Tragen Sie leichte, langärmelige Bekleidung und schützen Sie Ihren Kopf mit einem Sonnenhut
- Tragen Sie zum Schutz Ihrer Augen eine Sonnenbrille
- Verwenden Sie konsequent ein geeignetes Sonnenschutzpräparat im Bereich der unbedeckten Körperstellen
- Vergessen Sie nicht die Lippen: Die Haut ist hier besonders dünn. Hier hilft ein Pflegestift mit hohem Lichtschutzfaktor
Darüber hinaus ist insbesondere der Besuch von Solarien zu unterlassen. Die hier eingesetzte, künstlich erzeugte UV-Strahlung hat die gleichen Auswirkungen auf die Haut wie die natürliche Strahlung der Sonne. Hautschäden nehmen daher bei häufigen Besuchen von Solarien deutlich zu. Gerade für Menschen mit sehr empfindlicher Haut (Hauttyp 1 & 2) sowie für Patienten, die eines der genannten Medikamente im Rahmen einer Akne-Therapie einnehmen, sollte der Besuch eines Solariums tabu sein.
Unter Beachtung der geschilderten Vorsichtsmaßnahmen steht somit einer Akne-Therapie in den schönsten Monaten des Jahres nichts entgegen. Im Gegenteil, die Therapie sollte weiter durchgeführt werden, um den Heilungsverlauf zu fördern. Bei Reisen in Regionen mit extremen Wetterverhältnissen, wie beispielsweise das Hochgebirge oder in Äquatornähe, sollten jedoch stets alle Einzelheiten der Therapie frühzeitig mit dem behandelnden Hautarzt besprochen werden.
Akne-Patienten wissen es aus eigener Erfahrung: Eine gute und sorgfältige Pflege der Haut ist von großer Bedeutung für das Erscheinungsbild der Akne. Durch die richtigen und konsequent durchgeführten Maßnahmen kann die medikamentöse Therapie wirkungsvoll unterstützt werden. An erster Stelle steht hierbei die Reinigung der Haut mit einem für Akne geeigneten Reinigungsprodukt. Solche Produkte sollten nicht zu aggressiv in ihrer Wirkung sein, um die Haut nicht unnötig zu strapazieren. Zudem ist eine zu starke Entfettung der Haut nicht sinnvoll, im Gegenteil: Dadurch wird die Haut dazu angeregt mehr Hauttalg zu produzieren, was u. U. zu einer Verschlimmerung der Akne-Symptomatik führen kann. Am besten geeignet sind daher milde, seifenfreie Reinigungsprodukte, wie z. B. Syndets. Hiermit wird die Haut einerseits wirkungsvoll gereinigt, anderseits jedoch nicht zu stark belastet.
Wenn die Haut nach dem Waschen spannt und trocken ist, kann bei Bedarf ein entsprechendes Pflegeprodukt aufgetragen werden. Am besten greift man in diesem Fall zu leichten Pflegecremes mit nicht-komedogenen Inhaltsstoffen (siehe unten) zurück, die die Haut nicht unnötig belasten. Dasselbe gilt auch für das Verwenden von Make-up.
Da die Mehrzahl der Akne-Patienten unter fettiger Haut leidet, bieten sich für die Betroffenen besonders die ölfreien Sonnengele an. Damit kann eine Verstärkung der Akne, wie sie unter einer fettigen Sonnenschutzzubereitung oft auftritt, verhindert werden.
Akne-Patienten sollten beim Kauf von Sonnenschutprodukten darauf achten, ein so genanntes „nicht komedogenes“ Präparat zu verwenden. Als komedogen bezeichnet man solche Produkte, die Substanzen enthalten, die die Bildung von Komedonen (Mitesser) herbeiführen, bzw. verstärken können. In der Regel handelt es sich hierbei um Stoffe, die die Hautatmung behindern und dadurch die Poren verstopfen. Hierzu zählen z. B. Öle, Fette, aber auch Silikone.
Die beste Alternative zu herkömmlichen Sonnencremes stellen Gel-Zubereitungen auf Wasserbasis für empfindliche Haut dar. Diese sind frei von komedogenen Substanzen und beinhalten auch keine Emulgatoren, Parfüms und Konservierungsstoffe, so dass sie auch von Allergikern bedenkenlos angewendet werden können. Solche hochwertigen Sonnenschutzprodukte finden Sie in der Apotheke, wo Ihnen auch stets das fachkundige Personal mit Rat und Tat zur Seite steht. Je nach Hauttyp ist bei der Auswahl des geeigneten Sonnenschutzmittels auf einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor zu achten, um Sonnenbrand und einer vorzeitigen Hautalterung vorzubeugen.
Wie alle Sonnenschutzmittel sollten auch Sonnengel-Produkte mindestens eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad und in ausreichend großer Menge aufgetragen werden. Menschen mit fettiger und/oder empfindlicher Haut, die stark schwitzen oder sich nach dem Aufenthalt in der Sonne mit einem abkühlenden Bad erfrischen möchten, sollten auf wasserfeste Sonnenschutz-Gele zurückgreifen.
Aufgrund des Akne-ähnlichen Erscheinungsbildes, das zudem häufig bei Urlaubern zu beobachten ist, wird diese Hautreaktion umgangssprachlich als „Mallorca-Akne“ bezeichnet.
Es handelt sich um eine polymorphe Lichtdermatose (Sonnenallergie) - eine Hautreaktion, die in der Regel nach dem ersten Sonnenbad im Frühling, oder zu Beginn des Urlaubs auftritt. Die Haut reagiert in diesem Fall an Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind, mit Rötung, Quaddelbildung und Juckreiz. Mit absteigender Häufigkeit sind Hals- und Brustausschnitt, Streckseiten der Arme, Handrücken, Beine sowie das Gesicht betroffen. Es handelt sich um eine, nach intensiver Sonneneinstrahlung, verzögert auftretende Reaktion. Dabei können schon wenige Stunden nach dem Sonnenbad die charakteristischen Symptome wie Juckreiz und fleckige Erytheme auftreten. In manchen Fällen reagiert die Haut jedoch erst nach einigen Tagen auf die Sonneneinstrahlung. Die auftretende Rötung ist in der Regel eindeutig von einem Sonnenbrand zu unterscheiden. Bei den meisten Betroffenen stellt sich nach wiederholten Aufenthalten in der Sonne ein Gewöhnungseffekt der Haut ein, so dass schließlich auch intensive Sonnenbäder problemlos vertragen werden.
Weitaus wichtiger als die Therapie einer polymorphen Lichtdermatose (Kühlung, Panthenol-haltige Sprays und Cremes) ist die Vorbeugung. Mittlerweile bieten verschiedene Hersteller von Sonnenschutzmitteln spezielle Präparate für Patienten mit zu Sonnenallergie neigender Haut an. Diese, ebenfalls in der Apotheke erhältlichen Produkte sind meist besonders leicht in ihrer Konsistenz und frei von bestimmten Zusatzstoffen, wie Emulgatoren, Parfüms und Konservierungsstoffen.
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