Häufig gestellte Fragen zum Thema Windpocken

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Woher kommen die Windpocken? 

Wer bekommt Windpocken?

Wie verläuft die Krankheit?

Kann es zu Komplikationen kommen?

Was ist während einer Schwangerschaft zu beachten?

Was hilft gegen den Juckreiz?

Wie wirkt Gerbstoff?

Wie lange sind Windpocken ansteckend?




Woher kommen die Windpocken? 

Windpocken, medizinisch Varicellen genannt, sind eine (welt-)weit verbreitete, sehr ansteckende Infektionskrankheit. Ausgelöst werden sie durch einen sehr aktiven Erreger aus der Familie der Herpesviren. Patienten mit Windpocken scheiden das Virus schon etwa zwei Tage vor der sichtbaren Erkrankung aus, verbreiten es mit den kleinsten Flüssigkeitströpfchen, die beim Husten und Niesen in die Umwelt geschleudert werden. Das Virus ist klein und leicht und überlebt im Freien, außerhalb des Körpers immerhin 1-2 Tage: es kann daher mit dem Luftzug überall hingelangen, "es kann fliegen" und damit auch Menschen erreichen, die sich nicht in unmittelbarer Nähe des Erkrankten aufhalten (daher der Name Windpocken).




Wer bekommt Windpocken? 

Auf Grund der großen Infektiosität des Erregers und seiner Beweglichkeit sind die Windpocken eine typische Kinderkrankheit: kaum ein Kind entgeht ihnen. Blutuntersuchungen zeigen, daß 90% aller Erwachsenen in ihrem Leben einmal eine Windpockenerkrankung durchgemacht haben. Allerdings verlaufen etwa ein Drittel aller Windpockeninfektionen so mild, daß sie gar nicht als solche bemerkt werden. Einmal durchgemacht hinterlassen sie eine langanhaltende Immunität, so daß man im Normalfall nicht noch ein zweites Mal im Leben daran erkrankt.




Wie verläuft die Krankheit?

Ist das Virus über die Nasen- oder Rachenschleimhäute in den Körper eingedrungen, passiert zunächst noch nichts. Zwischen Infektion und den ersten spür- und sichtbaren Krankheitszeichen liegen in der Regel 14 bis 17 Tage, in denen sich das Virus im Verborgenen vermehrt. Dann beginnt die Erkrankung - insbesondere bei Säuglingen und bei Erwachsenen ausgeprägt - mit uncharakteristischen, erkältungsartigen Symptomen. Nach diesem Vorstadium, das bei Kindern meist sogar fehlt, tritt der typische Ausschlag auf: bevorzugt an Brust, Bauch und Rücken. Auch im Gesicht und an den Oberarmen erscheinen kleine flache rote Flecken, die sich im Laufe von Stunden verdicken (von ähnlichem Aussehen wie Insektenstiche) und dann in der Mitte ein zartwandiges Bläschen entwickeln, das leicht aufreißt und eine klare wäßrige Flüssigkeit abgibt. Innerhalb der ersten 2-4 Tage schießen immer neue Bläschen auf; ihre Zahl ist allerdings sehr variabel: zwischen 8-10 und einigen hundert Bläschen gibt es alle Verlaufsformen. Die Schleimhäute können gelegentlich auch mitbetroffen sein, was zu schmerzhaften Bläschen auf Wangen, Lippen oder Rachen führt. Nach diesen ersten Tagen fangen die Bläschen an einzutrocknen, abzuheilen, die Krüstchen stoßen sich ab, und nach 1-2 Wochen sieht man gar nichts mehr. Leicht erhöhte Temperatur kann das ganze Geschehen begleiten. Unangenehmstes Begleitsymptom des Ausschlags jedoch ist der Juckreiz.




Kann es zu Komplikationen kommen? 

Sorgen brauchen Sie sich keine zu machen; die Windpocken verlaufen bis auf ganz seltene Ausnahmefälle - etwa bei Leukämiekindern - stets gutartig und problemlos. Ausgesprochen selten wurden eine leichte Hirnhaut-Entzündung, eine untypische Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung beobachtet. Am wichtigsten ist, nicht zu kratzen: bringt man mit den schabenden Fingernägeln Bakterien in die aufgekratzten offenen Bläschen, können diese sich entzünden, eitern und dann beim Abheilen eine bleibende Narbe hinterlassen. Achten Sie daher darauf, daß die Fingernägel möglichst kurz geschnitten sind.




Was ist während einer Schwangerschaft zu beachten? 

Grundsätzlich gilt bei der Möglichkeit einer Erkrankung oder einer Erkrankung selbst - insbesondere während der ersten drei Monate der Schwangerschaft - mit dem Frauenarzt über die Auswirkungen und mögliche Vorsichtsmaßnahmen zu sprechen.




Was hilft gegen den Juckreiz? 

Die Allgemeinsymptome sind meist so gering, daß sie selten einer Behandlung bedürfen. Aber da Jucken unter Umständen schlimmer ist als Schmerzen, sollten Sie etwas gegen den Juckreiz unternehmen. Dazu eignet sich in besonderer Weise Gerbstoff.




Wie wirkt Gerbstoff? 

Was bewirkt der Gerbstoff nun auf der Haut? An der gesunden, intakten Haut gar nichts! Aber überall dort, wo die Hautoberfläche verletzt ist, wo Bläschen entstanden sind, heftet er sich an und entfaltet verschiedene Wirkungen. Dort läßt er das Eiweiß der austretenden Gewebsflüssigkeit gerinnen ("er gerbt"), und bildet dadurch einen Schutzfilm auf dem Bläschen.In diesem Film werden mit dem Eiweiß auch entzündungs- und juckreizverursachende Substanzen gebunden, Bakterien eingeschlossen und so inaktiviert: der Gerbstoff wirkt damit auch indirekt desinfizierend, bakterienabweisend. Durch das Inaktivieren von entzündungsverursachenden Substanzen und durch das Abdichten von kleinsten Hautgefäßen wirkt der Gerbstoff entzündungshemmend und über die Entzündungshemmung entquellend und abschwellend. Durch das gleiche Wirkprinzip im Bereich der kleinsten Hautnervenenden kommt es zur Stillung von Juckreiz und zur Minderung von Brennen und Schmerz. Der Erfolg: Brennen und Juckreiz verschwinden, die Entzündung klingt ab, und die Bläschen trocknen ein.




Wie lange sind Windpocken ansteckend? 

Bereits wenige Tage vor dem Ausbruch der Erkrankung und während der Zeit der Bläschenbildung können die Varizellen-Viren übertragen werden.