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Hauterkrankungen
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Informationen zum Thema Epidermolysis bullosa
Ursache
Allen Formen der EB liegt ein Gendefekt zugrunde. Dabei sind je nach
Form unterschiedliche Gene an der Mutation beteiligt. Die Genmutationen
führen zu defekten Strukturproteinen. Diese sind für die Stabilität der
Epithelzellen (Epidermolysis bullosa simplex), für das intakte Gefüge
der Basalmembranzone (Epidermolysis bullosa junctionalis) und für die
Verzahnung der epithelnahnen Bindegewebefasern mit dem Epithel
(Epidermolysis bullosa dystrophica) verantwortlich. Definitionsgemäß
unterscheiden sich die verschiedenen Formen der EB vor
allem im Schweregrad ihrer Ausprägung. Wichtigstes gemeinsames Merkmal
aller Formen ist dabei die Neigung zur Ausbildung von Blasen an der
Haut und den Schleimhäuten, die bereits durch minimalen Druck oder
Reibung ausgelöst werden. Bei einigen Formen können Blasen auch spontan
ohne mechanische Belastung entstehen. Auch Stress wird als
Blasen-auslösender Faktor beschrieben. In den Sommermonaten ist die
Neigung zur Blasenbildung meist stärker ausgeprägt als in der kalten
Jahreszeit.
Symptome
Die Epidermolysis Bullosa tritt in 3 Hauptformen auf, weshalb die
Symptome unterschiedlich sein können. Eine genaue Beschreibung der Symptome finden Sie unter der Rubrik "Weitere Informationen".
Erste Maßnahmen
Keine eigenen Therapieversuche! Die Behandlung der Epidermolysis
bullosa gehört, unabhängig von der Form, stets in die Hand eines
Arztes. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch Untersuchung kleiner
Hautstückchen. Da es sich um eine vererbbare Erkrankung handelt, sind
zudem Blutproben zur DNA-Analyse von Kindern und Eltern erforderlich.
Blasen werden mit einer sterilen Kanüle eröffnet, damit das Sekret
abfließen und die Blase sich nicht weiter ausdehnen kann. Wo Blasen
offene Wunden hinterlassen, müssen diese medizinisch versorgt werden.
Dazu ist eine sorgfältige Desinfektion ebenso notwendig wie die
Verwendung von speziellen Wundauflagen, die nicht mit der Wunde
verkleben dürfen.
Neben dieser mechanischen Therapie werden vereinzelt auch Arzneistoffe zur innerlichen Therapie eingesetzt.
Die wichtigste Maßnahme bei dieser Erkrankung ist allerdings die
sorgfältige Pflege, die auch eine Überwachung der Hautstellen in bezug
auf eine Besiedlung mit Bakterien oder Pilzen einschließt sowie die
weitestgehende Vermeidung von mechanischen Reizfaktoren der Haut.
Besonderheiten
Die schweren und stark beeinträchtigenden Formen der EB bedeuten für
die Betroffenen große Probleme im alltäglichen Leben, z.B. beim Gehen,
Greifen, Festhalten, Tragen, aber auch beim Essen und bei der
Körperpflege. Durch die kleinste Reibung oder schwachen Druck entstehen
bereits die typischen Hautveränderungen. Hinzu kommt die Gefahr von
Sekundärinfektionen durch Bakterien an den aufgeplatzten Blasen. Diese
erfordern ständig eine sorgfältige Desinfektion. Häufige Arztbesuche
sind wesentlicher Bestandteil im Leben der Menschen mit EB. Kinder, die
an einer EB erkrankt sind, können ihrem normalen Wunsch nach
körperlicher Bewegung und Spielen im Freien nicht nachgehen wie gesunde
Kinder. Häufig werden Menschen mit EB von Ihrer Umgebung ausgegrenzt.
Dies liegt vor allem an einem mangelnden Verständnis für die
Besonderheiten dieser Erkrankung, die zudem in keinster Weise
ansteckend ist.
Einige Formen der EB bessern sich mit dem Eintritt in die Pubertät.
Dies stellt bei vielen Kindern und betroffenen Eltern ein großer
Hoffnungsfaktor dar. Bei den narbenlos abheilenden Formen besteht sogar
die Chance, im Erwachsenenalter eine völlig gesund aussehende Haut zu
entwickeln.
Weitere Informationen
Die Epidermolysis Bullosa tritt in 3 Hauptformen auf, die wiederum
mehrere Unterformen besitzen. Die drei großen Hauptformen sind:
- Epidermolysis bullosa simplex
- Epidermolysis bullosa junctionalis
- Epidermolysis bullosa dystrophica
Eine Umwandlung der einzelnen Subtypen ineinander innerhalb ein und
derselben Familie ist nicht möglich, da es sich stets um eine genetisch
unterschiedliche Veränderung handelt.
1.) Epidermolysis bullosa simplex
Es werden verschiedene Subtypen unterschieden, von denen die EB simplex
generalisata die häufigste Form der gesamten EB-Gruppe darstellt. 1 von
50 000 Lebendgeburten zeigt diese Hauterkrankung, wobei Jungen häufiger
betroffen sind als Mädchen.
Bereits eine leichte mechanische Belastung der Haut durch Reibung oder
Druck führt zu einer verstärkten Freisetzung eiweißabbauender Enzyme,
welche die Epidermiszellen angreifen und dadurch intraepidermale
Blasen, also Blasen die in der Epidermis liegen, hervorrufen.
Diese Blasen können bereits bei der Geburt auftreten, manche Kinder
entwickeln diese Hauterscheinung jedoch erst im Krabbelalter, wenn die
Berührungsfaktoren zunehmen. Dabei bilden alle Hautstellen, die Druck,
Stoß oder Reibung ausgesetzt sind, wie z.B. Hände, Ellenbogen, Knie,
Füße, Ferse oder Hinterkopf, erbs- bis fingernagelgroße, einkammerige
Blasen. Diese enthalten in der Regel ein farbloses Sekret. Die Blasen
wachsen und platzen schließlich auf. Bei dieser Form der EB heilen die
Blasen narbenlos ab.
Die Schleimhäute, insbesondere die Mundschleimhaut, sind bei dieser Form fast nie befallen.
2.) Epidermolysis bullosa junctionalis
Die EB der Junktionszone weist subepidermale Blasen im Bereich der
Basalmembran der Haut auf. Sie tritt seltener auf als die EB simplex
und kann in sehr leichter bis sehr schwerer Ausprägung auftreten. Sie
besteht meist schon bei der Geburt oder entwickelt sich innerhalb der
ersten Lebenstage. Dabei bilden sich großflächige, größtenteils
blutgefüllte Blasen an nahezu allen mechanisch belasteten Hautstellen,
die narbenfrei abheilen. Auch die Mundschleimhaut und sogar die
Luftröhre und die Bronchien können betroffen sein. In ihrer schwersten
Form kann sie im Säuglings- oder Kleinkindalter zum Tod durch
Blutvergiftung führen.
3.) Epidermolysis bullosa dystrophica
Bei dieser Form der EB kommt es nach Abheilung der Blasen in der Regel,
ähnlich wie bei einer Verbrennung, zu starken Vernarbungen und
Pigmentveränderungen. Diese bedeuten für den Erkrankten einen
zunehmenden Funktionsverlust der Haut. Sind Finger, Zehen oder Nägel
befallen, kann es zu Verwachsungen der Finger oder Zehen kommen und
damit zu einer Schwerstbehinderung. Hinzu kommt die starke psychische
Belastung durch Vernarbungen aus kosmetischer Sicht. Die Blasen
entstehen teilweise nach einem Trauma durch Druck oder Stoß, können
jedoch auch spontan entstehen. Auch die Schleimhäute sind beteiligt.
Die Erkrankung wird häufig begleitet von weiteren Symptomen wie
fehlgeformte Zähne, sehr dünnes Kopfhaar und starker Beeinträchtigung
des Allgemeinzustandes.
Tipps
- Säuglingspflege: Säuglinge sollten auf ein kleines weiches Kissen
gelegt werden, mit dem sie ohne Druck hochgehoben werden können. Muss
der Säugling ohne dieses Kissen angehoben werden, wird er zuerst
sanft in die Seitenlage gebracht. Dann legt man die Hände an den
Hinterkopf und an den Po und lässt das Baby zurück auf die Handflächen
rollen. Erst dann kann es hochgenommen werden. Vor allem die
Scherkräfte sind für die Blasenbildung entscheidend. Daher sollte ein
Kind mit EB niemals wie ein gesunder Säugling am Oberkörper unter den
Armen haltend hochgehoben werden. Alle Kontaktpersonen des Kindes
sollten in die korrekte Art des Hochnehmens eingewiesen werden.
- Blasen sollten stets geöffnet werden, allerdings möglichst so,
dass der Hautdeckel über der Blase erhalten bleibt. Er stellt einen
wertvollen Schutz für die Wunde dar und verhindert das großflächige
Eindringen von Keimen. Die Blasen werden daher vorzugsweise mit einer
sterilen Kanüle angestochen, so dass das Sekret ablaufen kann.
- Bei offenen Wunden ist zu beachten, dass die Verwendung normaler
selbstklebender Pflaster zu erneuter Blasenbildung durch die permanente
Reibung führen kann. Hier ist die Verwendung spezieller Pflaster und
Wundauflagen sinnvoll.
- Kleidung: Bei Säuglingen können weiche Strampelanzüge, die den
gesamten Körper bedecken, verhindern, dass es zu Verletzungen an den
Beinen beim Strampeln kommt. Bei Unterwäsche können die Nähte eine
zusätzlich Quelle für Reibung darstellen. Baumwollunterwäsche kann
daher auf links gewendet und mit der Naht nach Außen getragen werden.
Ältere Kinder und Erwachsene sollten auf sehr weiches Schuhwerk achten.
Kleidung sollte stets weich sein und nicht zu eng anliegen.
- Menschen mit EB leiden oft zusätzlich unter einer Hyperhidrose.
Gegen dieses verstärkte Schwitzen können lauwarme Bäder mit einem
milden Gerbstoffzusatz Abhilfe schaffen.
- Sind die Mundschleimhäute befallen, können Säuglinge dennoch
gestillt werden. Nur wenn der Mund selbst zu wund ist, und es dem Baby
beim Saugen Schmerzen bereitet, kann mit speziellen Löffeln, wie sie
für Kinder mit einer Gaumen- oder Lippenspalte entwickelt wurden,
gefüttert werden. Ältere Kinder sollten auf weiche Nahrung achten,
harte Gemüse (z.B. Karotten) sollten nur püriert gegessen werden. Nüsse
können sehr fein gemahlen und z.B. unter Joghurt gerührt werden. Jede
scharfkantige oder harte Nahrung kann im Mund zu neuen Blasen führen.
Bei Säuglingen und Kindern im Wachstum ist zudem zu beachten, dass sie
einen höheren Nährstoffbedarf benötigen, da der Körper die Energie
sowohl für das Wachstum als auch für die ständig andauernde Wundheilung
aufbringen muss. Bei Blasenbildung auf der Mundschleimhaut sollte auf
den Einsatz von Beruhigungssaugern verzichtet werden.
- Sollte das Kind Schmerzen haben, ist eine schmerzstillende
Therapie wichtig. Dabei sollte jedoch auf Zäpfchen verzichtet werden,
da beim Einführen des Zäpfchens Scherkräfte auf die Haut rund um den
After einwirken.
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