Symptome
Anfangs eine juckende Papel mit Rötung und Schwellung des umliegenden
Gewebes, ähnlich einem Insektenstich. Innerhalb von 2 bis 3 Tagen
entwickelt sich daraus zunächst eine Blase und später ein schmerzloses
Geschwür (Ulkus) von 1 bis 3 cm im Durchmesser. Das Ulkus hat ein
charakteristisches schwarzes nekrotisches (abgestorbenes) Zentrum (sog.
Milzbrandkarbunkel).
Erste Maßnahmen
Bei Verdacht einer Infektion muß unbedingt sofort ein Arzt zu Rate
gezogen werden, da die Behandlung so früh wie möglich begonnen werden
muß. Als Mittel der Wahl gelten Antibiotika.
Besonderheiten
Eine direkte Milzbrandübertragung von Mensch zu Mensch ist extrem
unwahrscheinlich. Die vorbeugende Einnahme von Antibiotika ohne
konkrete Anhaltspunkte für einen Kontakt ist sinnlos - auch bei Reisen
in die USA. In Deutschland steht zur Zeit kein Impfstoff gegen
Milzbrand zur Verfügung.
Beschreibung
Erreger der Milzbrandinfektion (Anthrax; griechisch: glühende
Kohle) ist der Bacillus anthracis. Ein ca. 1-2/1000 mm kleines,
stäbchenförmiges, bekapseltes Bakterium. Unter natürlichen Bedingungen
kommen die Milzbrand-Erreger im Erdboden vor. Nehmen pflanzenfressende
Huftiere (Schaf, Kuh, Ziege, Kamel, Antilope) die Bakterien mit dem
Futter auf, erkranken sie an einer schweren, mit einer Blutvergiftung
einhergehenden Infektion, die oft den Tod des Tieres zur Folge hat. Die
Milz der verendeten Tiere ist vergrößert und sieht häufig wie
"verbrannt" aus, daher der Name.
Die Infektion des Menschen erfolgt über kranke Tiere oder durch
befallene tierische Produkte. Milzbranderreger wurden leider auch für
biologische Waffen gezüchtet. Daher können sie für bioterroristische
Anschläge mißbraucht werden.
Je nach Eintrittspforte des Erregers unterscheidet man den Hautmilzbrand
(90-95 Prozent der natürlichen Fälle), den Lungen- oder Darmmilzbrand.
Nach einem Anschlag können theoretisch alle drei Formen ausbrechen.
Beim Hautmilzbrand dringt das Bakterium über kleinere
Verletzungen in die Haut an Armen, Händen, Gesicht oder Hals ein. Nach
2-3 Tagen entsteht auf der Haut eine eitrige Entzündung der
Haarfollikel (Karbunkel). Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann sich
der Erreger oder seine widerstandsfähige Dauerform (Sporen) über das
Blut im gesamten Organismus verteilen. Die sogenannte Milzbrandsepsis
führt zu Fieber, Schüttelfrost, Hautblutungen, Milzvergrößerung und
Kreislaufschock, der schnell tödlich endet.
Die Behandlung muß so früh wie möglich begonnen werden. Als Mittel der
Wahl zur Behandlung des Hautmilzbrandes werden Antibiotika
(Ciprofloxacin, Penicillin) empfohlen. Das Risiko an Hautmilzbrand zu
versterben ist bei ausreichender Therapie sehr gering.
Definition
Milzbrand (Anthrax) ist eine seltene Infektionskrankheit, verursacht
durch das Bakterium Bacillus anthracis. Milzbrandsporen sind
Dauerformen der Bakterien, die sehr lange infektiös bleiben.
Epidemiologie
Milzbrand kommt weltweit vor, am häufigsten in sogenannten
Entwicklungsländern mit intensiver Viehzucht. In Deutschland wurde der
letzte Fall von Hautmilzbrand 1994 gemeldet.