Hauterkrankungen

Informationen zum Thema Nesselsucht (Urtikaria)

 Nesselsucht (Urtikaria)

 Nesselsucht


Ursache
Sehr vielseitig. Die Liste reicht von allergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel, Medikamente, Insektenstiche, über Begleiterscheinungen von Entzündungen im Bereich der Zähne, Mandeln und Magen-Darm, bis zu psychischen Momenten.

Symptome
Heftig juckende Quaddeln, mit gelegentlicher Schwellung der Schleimhäute.

Erste Maßnahmen
Keine eigenen Therapieversuche! Sofort zum Hautarzt.

Besonderheiten
Schwellungen im Bereich der Mund-/Rachenschleimhaut werden oft als bedrohlich empfunden. Schwellungen im Kehlkopfbereich sind aufgrund der Gefahr des Erstickens tatsächlich bedrohlich. Symptom der Kehlkopfbeteiligung ist eine zunehmende Heiserkeit bis zum Stimmverlust.

Weitere Informationen
Synonyma:
Nesselfieber, Urtikaria

Unter Urtikaria versteht man das exanthemische, manchmal auch lokalisierte Auftreten von zumeist heftig juckenden Quaddeln. Der deutsche Begriff Nesselfieber erinnert an die typischen Hautveränderungen (Effloreszenzen) nach Brennnesselkontakt. Innerhalb von Minuten nach dem Kontakt mit einem auslösenden Stoff bilden sich juckende Quaddeln.

Etwa 20-30% aller Menschen leiden mindestens einmal im Leben an einer Urtikaria. Eine Urtikaria ist in einem Teil der Fälle allergisch bedingt, allerdings kommen auch andere Auslöser in Frage.

Allergisch bedingt durch: Nahrungsmittel, Arzneimittel, sonstige Fremdstoffe.

Nichtallergisch bedingt durch: Insekten, Pflanzen, Analgetika, ASS, Farbstoffe. Infektbedingt, meist durch Virusinfekte, auch banale Virusinfekte der oberen Atemwege.

Physikalisch bedingt durch: Druck, Kälte, Wärme, Wasser, Licht, Anstrengung.

Hormonell bedingt durch: z.B. Schilddrüse.

Psychisch bedingt durch: Streß, Depressionen.

Die allergischen Reaktionen bestehen häufig in einer Quaddel- oder Ödembildung. Bei einer sehr starken Reaktion kann es auch zu Luftnot und in besonders schweren Fällen zum anaphylaktischen Schock kommen.

Fast alle Quaddeln und Ödeme, die im Rahmen einer allergischen Reaktion entstehen, sind auf die Ausschüttung von Histamin zurückzuführen. Medikamente, die die Freisetzung von Histamin unterdrücken, wirken gegen Nesselsucht. Diese Medikamente werden Antihistaminika genannt. Die Histaminausschüttung der sog. Mastzellen ist eine normale Reaktion des Immunsystems auf einen Eindringling. Bei Allergien führt die "unnötige" Ausschüttung des Histamins zu den bekannten Symptomen. Histamin bewirkt, daß sich die Gefäße weiten und stimuliert in der Haut befindliche Nerven. So kommt es zur typischen Rötung und Juckreiz. Da bei dieser Reaktion auch Blutserum austritt, bilden sich umschriebene Ödeme in Form von Quaddeln.

In vielen Fällen klingt eine akute Urtikaria klingen jedoch auch ohne medikamentöse Behandlung ab. Als erstes sollte unbedingt versucht werden, den Auslöser zu ermitteln. Dann kann dieser Stoff gemieden werden.
Weiterführende Informationen finden Sie auch unter:
www.urtikaria.net

Prick-Test:
Zur Ermittlung des Auslösers (Antigen) einer Allergie kann der Prick-Test durchgeführt werden. Dabei werden verschiedene Stoffe auf die Haut aufgetragen, von denen bekannt ist, daß sie zu allergischen Reaktionen führen können. Die Stoffe sind meistens in einer Lösung enthalten. Die Haut unter dem Tropfen der Lösung wird angeritzt, damit das Allergen in die Haut gelangen kann. Bei einer allergischen Reaktion bildet sich an der betreffenden Stelle innerhalb von wenigen Minuten eine rote Schwellung. Oft vergeht sehr viel Zeit, bis der auslösende Stoff zweifelsfrei gefunden ist.