Hauterkrankungen

Informationen zum Thema Ulcus cruris

Definition
Bei einem Ulcus cruris handelt es sich um ein Geschwür am Unterschenkel. Oft wird der Ulcus cruris auch als "offenes Bein" bezeichnet. Diese offene und zumeist nässende Wunde zeichnet sich zudem dadurch aus, dass sie oftmals über einen längeren Zeitraum nicht abheilt.

Ursachen und Risikofaktoren
Eigentliche Ursache eines jeden Ulcus cruris sind Störungen in der Durchblutung des betroffenen Gewebes. Diesen Durchblutungsstörungen wiederum können verschiedenste Ursachen bzw. Risikofaktoren zugrunde liegen. Zu Beginn eines Ulcus cruris steht zumeist eine Venenschwäche, deutlich seltener eine Störung der arteriellen Durchblutung. Durch den Rückstau in den Beinvenen erhöht sich der Druck in den Blutgefässen, was langsam die Kapillaren, an denen der Austausch von Nährstoffen und Blutgasen stattfindet, zerstört. Hautzellen und Gewebezellen sterben ab und schon aus der kleinsten Verletzung kann sich eine schlecht heilende Wunde und somit ein Geschwür entwickeln. Insgesamt können alle Risikofaktoren, die sich negativ auf die Durchblutung auswirken, als Risikofaktoren für die Entstehung eines Ulcus cruris angesehen werden. Dies sind vor allem Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes mellitus und eine gewisse genetische Veranlagung. Insgesamt sind Frauen häufiger als Männer betroffen, so kann sich z.B. bei Schwangeren die Veränderung im Hormonhaushalt direkt auf die Durchblutung auswirken. Frauen leiden zudem häufiger an Venenproblemen und erreichen ein höheres Lebensalter. Das Ulcus cruris tritt so gut wie nie vor dem 40. Lebensjahr auf!

Symptome und Diagnose
Auf eine Erkrankung des Venensystems weisen Krampfadern, Venenentzündungen oder Thrombosen hin. Bei arteriell bedingten Ulcera kann die Krankengeschichte für den Arzt wertvolle Hinweise liefern (Rauchen, Bluthochdruck). In vielen Fällen kann bereits eine Blickdiagnose durch den Facharzt Hinweise auf die Entstehung des Ulcus cruris liefern. Bei venös bedingten Ulcera ist meist die Innenseite des Unterschenkels, hier vor allem die Knöchelregion, betroffen. Sie erscheinen meist als feuchte, nässende Wunden, die sich oftmals mit Bakterien infizieren und dann faulig riechen. In der Regel treten nur Spannungsgefühle auf, nicht jedoch Schmerzen. Da sich venöse Beingeschwüre häufig auf der Basis eines geschwollenen und entzündeten Beins entwickeln, verfärbt sich die Haut durch Ablagerung von Abbauprodukten ausgewanderter roter Blutkörperchen bräunlich (sogenanntes Stauungsekzem). Arteriell bedingte Ulcera finden sich hingegen vor allem an den Füssen und hier insbesondere an Zehen und Fersen. Sie gehen mit kalten und blassen Extremitäten einher und verursachen in der Regel Schmerzen. Dies vor allem bei körperlicher Bewegung und Hochlagerung des betroffenen Beines. Verfahren wie die Dopplersonographie (Ultraschall der Blutgefässe) oder eine Angiographie (Röntgenuntersuchung der Gefäße nach Kontrastmittelgabe) können außerdem bei der Diagnose der Ulcera zum Einsatz kommen.

Erste Maßnahmen
Die Diagnose und Therapie eines Ulcus cruris gehören unbedingt in die Hände eines Facharztes.

Therapie
Die moderne Wundbehandlung besteht aus sogenannten feuchten Wundverbänden. Diese besitzen die Fähigkeit viel Wundsekret aufzusaugen, sind gut verträglich, ermöglichen ein Schmerz- und Rückstandsfreieres Entfernen von der Wunde und können lange auf der Wunde verweilen. Je nach Stadium und Ursache des Geschwürs (arteriell oder venös bedingt) müssen auch andere bzw. zusätzliche Vorgehensweisen in Erwägung gezogen werden. Dazu gehören: operative Maßnahmen, die Kompressionstherapie (z.B. mit Strümpfen) Bewegungstherapie und Lymphdrainage, Druckentlastung und die sogenannte bio-enzymatische Therapie mit lebenden Maden. Therapien wie die extrakorporale Stosswellentherapie, bei der pulsartige akustische Wellen die Durchblutung des Gewebes anregen sollen, gehören zu den moderneren Ansätzen in der Therapie von chronischen Unterschenkelgeschwüren.

Prophylaxe
Maßnahmen zur Vorbeugung von Unterschenkelgeschwüren sind vor allem die Beseitigung der bereits aufgeführten Risikofaktoren. In erster Linie gehören dazu die Gewichtsreduktion, eine optimale Einstellung von Bluthochdruck und Blutzucker sowie das Aufgeben des Rauchens. Selbst kleinste Verletzungen sollten dem Facharzt gezeigt werden.