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Hauterkrankungen
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Informationen zum Diabetischen Fußsyndrom
Definition: Der Begriff Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) beschreibt eine Stoffwechselstörung, die durch eine Erhöhung der Blutzuckerkonzentration oder durch eine inadäquate Verwertung des zugeführten Zuckers gekennzeichnet ist. Langfristig schädigt ein zu hoher Blutzuckerspiegel die Blutgefäße und Nerven im Körper. Dies kann als Spätfolge unter anderem auch zum so genannten Diabetischen Fußsyndrom (umgangssprachlich: Diabetischer Fuß) führen. Hierbei führen die Schädigungen an Nerven und Gefäßen zu schlecht heilenden Hautgeschwüren (Ulzera), die sich zu einem Gangrän (Absterben und Zerfall von Gewebe) entwickeln können, was im Extremfall eine Amputation zur Folge haben kann.
Ursache: Als ursächlich werden beim Diabetischen Fuß Schädigungen an Nerven und Gefäßen im Fußbereich angesehen. Ein vermindertes Schmerzempfinden und Durchblutungsstörungen sind die Folge. Bereits banale kleine Verletzungen, wie das Anstoßen der Zehen im Schuh, können so zu einem Diabetischen Fuß führen. Insbesondere an gewichtsbelasteten Stellen des Fußes entstehen durch statische Druckkräfte diese kleinen Bagatellverletzungen. Neben mechanischen Kräften spielen auch thermische und chemische Schädigungen eine Rolle: durch das fehlende Wärmeempfinden (Nervenschädigung) kann die Wärmflasche auf den Füßen zu schweren Verbrennungen führen. Aber auch salicylsäurehaltige Pflaster, die häufig verwendet werden, um die überschüssige Hornhaut zu entfernen, können durch das nicht ausreichend vorhandene Schmerzempfinden zu Verätzungen führen. Aufgrund der verminderten Durchblutung ist auch die Wundheilung stark beeinträchtigt. Das Resultat ist eine schlecht heilende Wunde mit der Gefahr einer Infektion. Grundsätzlich unterscheidet man beim Diabetischen Fuß als eigentliche Ursache entweder die Durchblutungsstörung (ischämisch), die Nervenschädigung (neuropathisch) oder eine Mischform aus beidem (neuroischämisch). Die Durchblutungsstörung ist bei etwa 10 % der Patienten ursächlich, bei 55 % die Nervenschädigung und bei 10 % eine Mischform.
Häufigkeit: Etwa 15 - 25 % der Diabetiker leiden in ihrem Leben zumindest einmal an einem Hautgeschwür (Ulkus). Dabei beträgt die durchschnittliche Heilungsdauer 4 Monate. 10 % der Ulzera bleiben über ein Jahr bestehen und 15 % heilen bis zum Tod nicht aus. Schätzungsweise 3 - 7 % der Läsionen treten jährlich neu auf, das Risiko für ein Rezidiv (erneutes Auftreten) ist mit 30 - 100 % relativ hoch. 40 - 60 % aller nicht traumatischen (d. h. von außen verursachten Schäden, z. B. Unfall) Amputationen der unteren Extremität betreffen Diabetiker, ungefähr 85 % aller Amputationen geht ein Ulkus voraus.
Symptome: Die Schädigungen an den Nerven führen zu Missempfindungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühl der Füße, brennende Schmerzen sowie gestörte Temperatur- und Schmerzwahrnehmung. Durch eine einseitige monotone Belastung des Fußes kann es zu Überdehnungen von Bändern und Gelenkschäden kommen bis hin zu Knochenbrüchen (Charcotfuß). Die Durchblutungsstörungen äußern sich in kalten Füßen, dünner, bläulich-blasser Haut sowie Wadenschmerzen beim Gehen, die sich beim Stehenbleiben bessern. Das Gangrän, welches durch Nervenschädigung verursacht wird, ist zumeist an der Fußsohle zu finden, oft unter dem Großzehenballen, dem Großzehengrundgelenk, der Großzehe selbst, unter dem Vorfuß zwischen der 2. und 4. Zehe oder an der Außenkante des Fußes. Das Gangrän ist ein fast kreisrundes, schmierig belegtes Loch, der Wundrand ist mit Hornhaut überwuchert. Das Gangrän an sich ist schmerzlos. Entzündungszeichen wie Schwellung und Rötung sind eher selten. Eiter findet man in der Regel nur bei tieferen Gangränen mit Fistelbildungen. Das Gangrän, welches durch Durchblutungsstörungen verursacht wird, ist an beliebigen Stellen am Fuß zu finden. Meist sind Zehen, Außenkante, Ferse oder Sprunggelenk betroffen. Der Fuß ist blass und kühl. Das Gangrän selbst ist eher unförmig, die betroffenen Zehen können bläulich verfärbt sein, die Haut ist pergamentartig dünn. Rötungen und Schwellungen als Entzündungszeichen findet man oft. Die Wunde enthält meist reichlich Eiter.
Diagnose: Die typischen Symptome sowie das Aussehen des Fußes und die Vorgeschichte Diabetes mellitus machen die Diagnose relativ einfach. Es stehen insgesamt eine Vielzahl von Methoden zur Verfügung, um Durchblutungsstörungen bzw. Nervenschädigungen festzustellen. Durchblutungsstörungen können z. B. mit dem Ultraschall aufgezeigt werden (Dopplersonographie), Nervenschäden mittels verschiedener neurologischer Tests, die z. B. das Vibrationsempfinden oder die Reflexe prüfen. Bei offenen Wunden sollte ein Wundabstrich durchgeführt werden, um mögliche Bakterien zu diagnostizieren. In jedem Fall müssen die Blutzuckerwerte untersucht werden, da ein Blutzuckerspiegel im normalen Bereich für die Heilung unabdingbar ist.
Therapie und Prognose: Beim Diabetischen Fuß, der aufgrund von Nervenschädigungen entsteht, basiert eine erfolgreiche Behandlung in erster Linie auf Druckentlastung und adäquater Wundversorgung inklusive der Verabreichung von Antibiotika. Unter optimalen Bedingungen kann das Gangrän dann innerhalb von Wochen abheilen. Die gute Einstellung des Blutzuckers ist eine weitere, unabdingbare Voraussetzung für die Heilung. Amputationen sind hier nur selten notwendig. Bei Durchblutungsstörungen steht die Verbesserung der Durchblutung im Vordergrund. Dies kann z. B. durch das Legen eines Bypasses (Umgehung der Gefäßverengung) oder auch mit Hilfe von Medikamenten erreicht werden. Die Wunden müssen entsprechend versorgt und der Blutzucker optimal eingestellt werden. Amputationen sind bei dieser Form häufiger, meist ist die Amputation des Vorfußes ausreichend, gelegentlich muss aber der ganze Unterschenkel geopfert werden.
Vorbeugung: Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung des Diabetischen Fußsyndroms betreffen grundsätzlich alle Menschen mit Diabetes mellitus. Sie beinhalten: entsprechende Nagel- und Hautpflege, tägliche Überprüfung der Füße auf Verletzungen, adäquates Schuhwerk (bequem, weich, möglichst aus Leder), keine Verwendung von Hühneraugenpflastern oder -tinkturen, Baumwollstrümpfe ohne drückende Nähte, die Füße nicht großer Hitze oder Kälte aussetzen, Vorsicht beim Barfußlaufen, Fußgymnastik zur Verbesserung der Durchblutung, Behandlung eines Fußpilzes. Ist der Patient selbst nicht mehr in der Lage, die Füße hinreichend zu pflegen, sollten erfahrene und speziell ausgebildete Fußpfleger (Podologen) aufgesucht werden. Eine optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels ist als Prophylaxemaßnahme natürlich ebenfalls notwendig.
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