Hauterkrankungen

Informationen zum Thema Perlèche (Faulecken)


Perlèche (Faulecken)
         (Perlèche (Faulecken))

Allgemeines
Gekennzeichnet wird diese Erkrankung durch entzündliche Veränderungen und Risse in den Mundwinkeln. Diese werden im allgemeinen Sprachgebrauch auch als „Mundwinkelrhagaden“ oder „Faulecken“ bezeichnet. Der medizinische Fachbegriff lautet Cheilitis angularis. Cheilitis ist der allgemeine medizinische Begriff für eine Lippenentzündung und „angulus“ (lat.) heißt übersetzt „Winkel“.

Weitere Synonyme
Angulus infectiosus, Mundwinkelcheilitis

Ursache
Eine Perlèche kann durch eine Reihe sehr unterschiedlicher Ursachen hervorgerufen werden. Dazu zählen:
  • Verstärkte Falten im Mundwinkel (z. B. bei älteren Menschen, wenn die Haut trocken ist und die Hautspannung nachlässt, oder durch Kieferveränderungen sowie schlecht sitzende Zahnprothesen). Dann können durch Reibung zwischen den Hautfalten entzündliche Veränderungen entstehen.
  • Zu feuchte Mundwinkel (z. B. durch häufiges Lecken der Lippen oder durch vermehrten Speichelfluss z. B. nach einem Schlaganfall).
  • Infektionen mit Bakterien oder Hefepilzen. Bei Kindern handelt es sich meist um Infektionen mit Streptokokken oder Staphylokokken (Impetigo contagiosa). Werden die Mundwinkelrhagaden durch Hefepilze hervorgerufen, spricht man auch von einem Mundwinkelsoor.
  • Bestimmte Grunderkrankungen wie z. B. Stoffwechselstörungen (Diabetes), Neurodermitis oder Bulimie.
  • Mangelernährung, Eisenmangel, Anämie.
Synonyme
Zunächst entsteht in einem oder in beiden Mundwinkeln eine Rötung bzw. Entzündung aus der sich ein Riss (Rhagade) oder eine Erosion entwickeln kann. Während der Abheilung können sich Krusten bilden. Sind die Mundwinkel weißlich belegt, kann es sich um eine Hefepilzinfektion handeln.

Behandlungsmöglichkeiten
Die richtige Behandlung ergibt sich aus der zu Grunde liegenden Ursache. Diese stellt der Arzt, zum Beispiel mit Hilfe von Blutuntersuchungen, Abstrichen oder auch Allergietests.

In der Regel werden dann trocknende Maßnahmen empfohlen, zum Beispiel die Anwendung zinkhaltiger, sekretaufsaugender Pasten oder Lotionen. Häufig werden auch schon bei Verdacht auf eine Hefepilzinfektion Cremes oder Pasten mit Wirkstoffen gegen Pilze, so genannte Antimykotika, verordnet. Ein häufig eingesetzter Wirkstoff, der gezielt gegen Hefen wirkt ist Nystatin.

Bei bakteriellen Infektionen sind Antibiotika- und / oder Antiseptikahaltige Präparate angezeigt, die mehrmals täglich äußerlich in den Mundwinkeln angewendet werden.

Bei starken Rötungen mit Nässen und ggf. Schmerzen werden manchmal kurzfristig auch Präparate mit Wirkstoffe verordnet, die entzündungshemmend und vom Kortison abgeleitet sind.

Sind die Mundwinkel eher sehr trocken, werden auch fetthaltige Cremes oder Salben empfohlen.

Was Sie selbst tun können
  • Wenn die Gewohnheit besteht, die Lippen häufig mit der Zunge zu befeuchten, sollte dieser Reflex möglichst unterdrückt werden.
  • Zu trockene Lippen sollten ebenfalls vermieden werden.
  • Reizende oder irritierende Faktoren, wie z. B. scharfe Gewürze und heiße Speisen sollten vermieden werden.
  • Damit die Risse in den Mundwinkeln abheilen können, sollte der Mund nicht zu weit geöffnet werden.
Quellen:
  • Bork K. Erkrankungen der Lippen und der Mundhöhle. In: Braun-Falco et al. (Hrsg.): Dermatologie und Venerologie. 5. Aufl. Springer Medizin Verlag Heidelberg 2005. S. 977-978.