Welcher Anteil der Patienten ist eigentlich von den, im Vergleich zur Plaques-Psoriasis, nicht ganz so häufigen Formen der Schuppenflechte (Psoriasis) vom Nicht-Plaques-Typ betroffen. Das haben jetzt Dermatologen und Epidemiologen der Harvard Medical School in Boston (USA) und der Brown University in Providence (USA) untersucht. Hintergrund: Psoriasis ist keine einheitliche Erkrankung, sie hat im Gegenteil sehr unterschiedliche Erscheinungsbilder (Phänotypen) und Schweregrade. Zahlreiche Gene und andere Faktoren sind an der Entstehung beteiligt. Am häufigsten vertreten ist mit bis zu 90 Prozent die Plaque-Psoriasis vulgaris. Sie tritt in zwei verschiedenen Subtypen auf: Typ I, der bei etwa zwei Dritteln der Patienten festzustellen ist, tritt früh, meist zwischen dem 10. und 25. Lebensjahr, auf und zeigt häufig einen schwereren Krankheitsverlauf. Typ II beginnt meist im fünften oder sechsten Lebensjahrzehnt und verläuft in der Regel milder und mit anderen klinischen Symptomen. Daneben gibt es aber noch eine Reihe anderer Erscheinungsformen der Psoriasis, die jedoch in Studien bei weitem nicht so gut untersucht sind wie die häufige Plaque-Psoriasis. Hier wollen die Forscher aus Boston und Providence (Rhode Island, USA) beginnen, etwas mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Dafür haben sie mehr als 3.800 Frauen und Männer zweier großer Studien befragt.

Unter den Teilnehmer/innen der beiden „Nurses Health Studies“ (NHS I und II) und der „Health Professionals Follow-up Study“ (HPFS) traten Erscheinungsformen der Psoriasis in folgender Häufigkeit auf: Plaques-Psoriasis: 55-60 Prozent, Kopfhaut: 45-56 Prozent, Psoriasis an Handflächen und Fußsohlen (palmo-plantar P.): 12-16 Prozent, Nagelbeteiligung: 23-27 Prozent, Inverse Psoriasis: 21-30 Prozent. Die Inverse Psoriasis tritt, im Gegensatz zur Psoriasis vulgaris, bevorzugt in den Beugen (Arm-, Kniebeugen) und Falten (Brust, Po) auf. Damit sind einige der „weniger häufigen“ Psoriasisformen deutlich häufiger als von den Forschern erwartet. Dr. Joseph F. Merola vom Brigham and Women’s Hospital in Boston und Kollegen bezeichnen Kopfhaut-, Nagel-, palmo-plantare und inverse Psoriasis den Ergebnissen zufolge als häufige Formen der Schuppenflechte.

Quelle:
Redaktion hautstadt; “Prevalence of psoriasis phenotypes among men and women in the USA”, Merola, J. F., Li, T., Li, W.-Q., Cho, E. and Qureshi, A. A., Clinical and Experimental Dermatology 2016, doi: 10.1111/ced.12805

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