Die behandelnden Ärzte in den Praxen stehen bei der Neurodermitis-Therapie vor der Herausforderung, für jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept zu erstellen. Denn in der Entstehung und Behandlung der Hauterkrankung Neurodermitis spielen viele Faktoren eine Rolle. Dazu gehören die Gene, unterschiedliche Auslöse- und Triggerfaktoren, mögliche Hautinfektionen etc. Damit der einzelne Arzt leichter auf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgreifen kann, die in einem möglichst breiten Konsens von Fachleuten anerkannt sind, wurde im Jahr 2008 eine Leitlinie Neurodermitis entwickelt. Diese wurde 2014/15 erneut überarbeitet. Die aktualisierte „S2k-Leitlinie Neurodermitis“ hat Gültigkeit bis 2018 und wurde finanziell durch die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) unterstützt. Die Entscheidungen zum Inhalt der Leitlinie wurden von einem Expertengremium aus Fachgesellschaften, Ärzten und Wissenschaftlern gefällt.

Neurodermitis, auch „atopisches Ekzem“ oder „atopische Dermatitis“ genannt, ist eine chronische oder chronisch wiederkehrende, nicht ansteckende, entzündliche Hauterkrankung. Sie ist in der Regel mit starkem Juckreiz verbunden. Darüber hinaus besteht ein Risiko für komplizierte Verläufe mit bakteriellen oder viralen Hautinfektionen. Sowohl die erbliche Veranlagung, als auch zahlreiche Auslösefaktoren spielen für das erstmalige Auftreten und auch für das spätere Aufflammen der Erkrankungsschübe eine wichtige Rolle. Dementsprechend ist auch das Therapiekonzept vielfältig. Die Behandlung muss individuell auf den einzelnen Patienten zugeschnitten werden. Für den behandelnden Arzt gilt es, bei den zahlreichen für die Neurodermitis zur Verfügung stehenden Behandlungsoptionen, auf den Einzelfall zugeschnitten, einen optimalen Behandlungsplan aufzustellen. Das muss in enger Abstimmung mit den Patienten bzw. den Eltern erkrankter Kinder geschehen. Im Verlauf der Erkrankung ist es oftmals erforderlich, den Therapieplan erneut anzupassen.

Die S2k-Leitlinie Neurodermitis gibt einen Überblick über alle bisher zur Verfügung stehenden Diagnoseverfahren und Therapiemöglichkeiten, deren Wirksamkeit durch gute wissenschaftliche Daten (z.B.: klinische Studien, Metaanalysen) belegt ist, deren Aussagekraft wiederum von Experten anerkannt wird. Des Weiteren erhält man einen Überblick über die entsprechenden Empfehlungen, die durch die an der Leitlinie beteiligten Fachgesellschaften und Verbände ausgesprochen werden. Auch diese Empfehlungen wurden auf der Grundlage der bislang zu dem jeweiligen Verfahren vorliegenden klinisch-wissenschaftlichen Datenlage gegeben.

Quelle:
Redaktion hautstadt; Kurzversion der Leitlinie Neurodermitis

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