Wir schätzen unseren Hauttyp oftmals zu dunkel ein oder anders gesagt, die meisten haben eine hellere und damit UV-empfindlichere Haut als sie denken. Das berichtet die Zeitschrift MMW-Fortschritte der Medizin (2016, 13/158). Diese Selbsteinschätzung wiederum hat Einfluss darauf wie (gut) wir uns vor der Sonne schützen. Mediziner der Uni-Kliniken Ulm und Tübingen um Dr. Lars Alexander Schneider haben am Hauttumorzentrum in Ulm Melanompatienten befragt, wie sie ihren Hauttyp selbst einschätzen. Nur ein Viertel der Befragten lag in der Selbsteinschätzung richtig.

Wer in Freizeit oder Beruf sehr häufig/dauerhaft der natürlichen UV-Strahlung, also der Sonne, ausgesetzt ist, steigert sein Risiko für ein Melanom der Haut. Die Forschung hat in Melanomen (schwarzer Hautkrebs) typische Erbgutschäden gefunden, die auf UV-Licht als Verursacher hindeuten, berichten Schneider und Kollegen. Den Melanompatienten stand für ihre Selbsteinschätzung eine Beschreibung der Hauttypen nach Fitzpatrick zur Verfügung. Sie konnten für sich einen der vier Typen wählen oder einen Mischtyp, z.B. Typ I-II oder III-IV angeben. Außerdem wurde eine Einordnung des Hauttyps durch einen geschulten Stationsarzt vorgenommen. Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Teilnehmer schätzten den eigenen Hauttyp zu dunkel ein, 12 Prozent stuften sich selbst als hellhäutiger ein. Während die Ärzte mehr als zwei Drittel der Patienten (68 Prozent) in die Hauttypen I-II und II einstuften, sahen sich die Patienten selber mehrheitlich in den Hauttypen II und III (40 Prozent) sowie III-IV und IV (14 Prozent). Die Sorge der Ärzte ist nun, dass selbst wenn die Patienten sich an die empfohlenen UV-Schutzregeln halten wollen, sie häufig die falschen für sich auswählen. Die empfohlenen Aufenthaltsdauern in der Sonne und auch die geeigneten Lichtschutzfaktoren unterscheiden sich je nach Hauttyp erheblich. Während bei Hauttyp III und IV schon mal 20-30 bzw. 40 Minuten ungeschützt bis zum Sonnenbrand in der Sonne verbracht werden können, sind es bei Hauttyp I nur 5-10 Minuten. Und während bei Hauttyp IV Lichtschutzfaktor 15 ausreichen kann, benötigt der Hauttyp I mindestens einen LSF von 25, besser noch darüber. Die stärkere UV-Strahlenbelastung trägt dann unbeabsichtigt zum höheren Hautkrebsrisiko bei.

Quelle:
Redaktion hautstadt; „Melanomgefahr – Patienten schätzen ihren Hauttyp zu dunkel ein“, Lars Alexander Schneider et al., MMW Fortschritte der Medizin 2016, 13/158

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