Mit einer chronischen Hauterkrankung läuft das Leben anders. Sie beeinflusst das Leben in vielen Bereichen. Das reicht von der Akzeptanz des eigenen Selbst, über die täglichen Therapieerfordernisse bis hin zur Wahrnehmung im sozialen und beruflichen Umfeld. Eines der zahlreichen Felder, die es zu bestellen gilt, ist die bedarfsgerechte Versorgung der Psoriasispatienten. Doch selbst dabei hapert es noch, wie die Selbsthilfegemeinschaft Haut e.V. beanstandet. Die leitliniengerechte Therapie werde den Patienten in der Realität vorenthalten, so Christine Schüller, 1. Vorsitzende der Selbsthilfegemeinschaft in einem Interview mit „Der Deutsche Dermatologe“ im vergangenen Herbst.

Schüller sieht danach erhebliche Lücken gerade im Bereich der Hauterkrankungen zwischen den gesetzlichen Vorgaben, deren Umsetzung und dem tatsächlichen therapeutischen Nutzen. Verkannt würden häufig die Zusammenhänge zu Begleiterkrankungen, einem höheren Infarktrisiko und psychische Erkrankungen, wie sie etwa bei Psoriasis bestehen, die zu hohen Belastungen der Gesundheits- und Rentenkassen führten. Für Menschen mit Psoriasis gebe es zudem kaum in das tägliche Leben integrierbare wohnortnahe Therapiemöglichkeiten, so die Vorsitzende der Selbsthilfegemeinschaft weiter. Den Versorgungsauftrag sowie die Qualität der Versorgung der Menschen, die an Schuppenflechte erkrankt sind, sieht die Patientenvereinigung daher nach wie vor nicht erfüllt. Gegenüber Ärzte Zeitung online sprach sich Schüller für die Schaffung eines sogenannten Disease-Management-Programmes (DMP) für Psoriasis aus. Mit entsprechenden Behandlungsprogrammen kann man versuchen, die Therapie von Patienten insbesondere mit komplexen Krankheitsbildern zum einen systematisch zu strukturieren und gleichzeitig individueller auf den einzelnen Patienten zuzuschneiden. Wichtig erscheint dabei auch, weitere Fachdisziplinen wie Gelenk-, Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselspezialisten mit einzubeziehen. Die Schuppenflechte (Psoriasis) gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen: Allein in Deutschland sind gut zwei Millionen Menschen betroffen.

Quelle:
Redaktion hautstadt; „Leitliniengerechte Therapie wird Patienten vorenthalten“, Der Deutsche Dermatologe 2016; 64 (9); „Plädoyer für ein DMP Psoriasis – Selbsthilfegemeinschaft kritisiert schlechte Versorgung von Psoriatikern und sieht dringend Handlungsbedarf“, Ärzte Zeitung online, 09.11.2016

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