Steroide spielen in der Behandlung zahlreicher Krankheiten eine wichtige Rolle. Das gilt für Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Psoriasis. Aber auch für andere chronische Krankheiten wie Multiple Sklerose, Morbus Crohn oder Asthma. Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der privaten Jacobs University in Bremen haben nach eigenen Angaben einen möglichen Weg gefunden, wie Steroide ihre Wirkung im menschlichen Körper schonender und effizienter entfalten könnten.

Steroide lassen sich in Wasser nur schwer lösen und benötigen entsprechende Hilfsstoffe, damit sie als Medikament eingesetzt werden können. Diese Moleküle, auch Wirkstofftransporter oder synthetische Wirte genannt, schließen den jeweiligen Wirkstoff in einen Hohlraum ein und lösen ihn im Körper auf. Bei Steroiden übernehmen bislang vor allem ringförmige Glucose-Moleküle, sogenannte Cyclodextrine, diese Aufgabe. Diese sind im Körper recht instabil. Die Einnahme von Steroiden wird daher zuweilen nicht so gut vertragen. Die Wissenschaftler aus Karlsruhe und Bremen haben nun ein Transportmolekül gefunden, mit dem sie solche unerwünschten Nebenwirkungen reduzieren wollen: die Cucurbiturilen. Das sind Moleküle, die die Form eines ausgehöhlten Kürbisses annehmen und so Raum für den Transport von Wirkstoffen bieten. Wie die Forscher um Dr. Frank Biedermann, Wissenschaftler am Institut für organische Chemie des KIT berichten, sind diese wesentlich stabiler als ringförmige Glucose-Moleküle. Gleichzeitig erhöhten die Cucurbiturilen die Wasserlöslichkeit ihres Gastmoleküls stärker, so dass die Dosis des Wirkstoffes und des Begleitmittels verringert werden könnten. Die Steroide würden zudem nur langsamer im Körper freigesetzt. Die Forscher nehmen an, dass Medikamente auf Steroidbasis so besser wirken und ihre Nebenwirkungen zurückgehen könnten. Auch ein selektiverer Einsatz sei möglich. „Mit Hilfe von Cucurbiturilen könnten in Zukunft neue und effizientere Darreichungsformen von Steroid-Wirkstoffen entwickelt werden“, ist Prof. Dr. Werner Nau, Experte für supramolekulare Chemie an der Jacobs University in Bremen, überzeugt.

Quelle:
Redaktion hautstadt; Karlsruher Institut für Technologie (KIT); Jacobs University Bremen gGmbH

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