Die Sonne wärmt, das helle Licht macht gute Laune. Dieses Wellnesspaket kann jeder kostenlos genießen und sollte dies mit gutem Gewissen auch tun. Gut ist, beim UV-Licht Maß zu halten, da Langzeit-Exposition irgendwann unweigerlich Schäden in der Haut hinterlässt. In der Folge können sich sogenannte Aktinische Keratosen (AK) ausbilden. Das sind durch UV-Strahlung veränderte Gruppen von Hautzellen, bei denen das Risiko besteht, dass sich irgendwann ein invasiver Hautkrebs daraus entwickelt. Wenn man die Haut in der Umgebung von AK untersucht, stellt man etwas Interessantes fest: Die gleichen genetischen Schäden, die für die veränderten Zellgruppen in den AK charakteristisch sind, finden sich auch in Zellen in scheinbar gesunder Haut in deren Umgebung. Das UV-Licht hat sozusagen ganze Arbeit geleistet und gleich ein ganzes Hautareal malträtiert. Diese Tatsache ist auch für die Behandlung von Bedeutung, erläutert Professor E. Stockfleth von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am St. Josef-Hospital der Ruhr-Universität Bochum in einem Übersichtsartikel. Auch in diesen umgebenden Bereichen kann Hautkrebs entstehen. Daher sei es wichtig, auch die lichtgeschädigte, umgebende Haut einer AK mitzubehandeln, rät Stockfleth im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology. Dies würden auch die aktuellen Leitlinien zur Behandlung der Aktinischen Keratose empfehlen. Um die Rückfallraten zu verringern, wäre es nach Auffassung des Bochumer Dermatologen an der Zeit, diese Empfehlungen auch in der klinischen Praxis breite Anwendung finden zu lassen. Realisieren lässt sich die Behandlung des umgebenden Hautareals beispielsweise mit Hilfe von entsprechenden wirkstoffhaltigen Cremes. Dafür stehen auf dem Arzneimarkt verschiedene Optionen zur Verfügung. Als Standardoption für die Behandlung der AK werde derzeit jedoch meist die Vereisung (Kryotherapie) genutzt, berichtet Stockfleth. Damit könne man die AK-Läsionen selbst zu einem Großteil erfolgreich therapieren. Die Schäden in der umgebenden Haut aber blieben so unbehandelt, gibt der Dermatologe zu bedenken.

Quelle:
Redaktion hautstadt; “The importance of treating the field in actinic keratosis”, Stockfleth, E., Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology 2017, 31: 8–11, doi: 10.1111/jdv.14092

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