Hauterkrankungen wirken sich nicht nur auf die Lebensqualität aus, sie können schlimmstenfalls dazu zwingen, den Beruf zu wechseln oder gar die weitere Erwerbstätigkeit gänzlich aufgeben zu müssen. Mehrere dänische Forschungseinrichtungen haben in Bezug auf Neurodermitis und Handekzeme in Verbindung mit Mutationen des Filaggrin-Gens untersucht, inwieweit sich berufliche Konsequenzen für die Betroffenen ergeben können.

Veränderungen im sogenannten Filaggrin-Gen (FLG) können Störungen der schützenden Barrierefunktion der Haut auslösen. Die Forschungsgruppe um Nina G. Heede vom Kopenhagener Universität-Hospital Herlev-Gentofte in Hellerup (Dänemark) hat bei Dänen aus der Allgemeinbevölkerung und bei Patienten mit Handekzem und Neurodermitis nach entsprechenden Genveränderungen gesucht. Außerdem wurden die Teilnehmer der Studie nach Hautsymptomen befragt. Dem Nationalregister entnahmen die Forscher zudem Daten zum sozioökonomischen Status, beispielsweise zum Bezug etwaiger Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeitsrenten, und zur Arbeit in Risikoberufen.

Menschen mit einer FLG-Mutation, die schon mal von Neurodermitis und Handekzemen betroffen waren/sind, würden davon profitieren, wenn dieser Tatsache frühzeitig Beachtung geschenkt würde, besonders im Hinblick auf die Berufswahl, sagen die dänischen Forscher im Fachjournal Contact Dermatitis. Das macht vor allem auch deshalb Sinn, weil der Studie zufolge 60 Prozent der Neurodermitiker, die Handekzeme bekamen, bereits vor dem Erwachsenwerden Symptome entwickelt hatten. In der Auswertung der Daten wurde zudem ein Zusammenhang zwischen dem Bezug von Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeitsrente und Handekzem deutlich, insbesondere bei Neurodermitikern. Ein im Mittel um das Vier- bis Sechsfache erhöhtes Risiko für eine solche Sozialrente hatten Handekzem- und Neurodermitis-Patienten mit Filaggrin-Mutation.

Quelle:
Redaktion hautstadt; “Hand eczema, atopic dermatitis and filaggrin mutations in adult Danes: a registry-based study assessing risk of disability pension”, Heede, N. G., Thuesen, B. H., Thyssen, J. P., Linneberg, A., Szecsi, P. B., Stender, S., Menné, T. and Johansen, J. D., Contact Dermatitis 2017, doi: 10.1111/cod.12786

Drucken