Chronische UV-Strahlung greift in den Zellen das Erbgut an und führt zu Schäden an der Erbsubstanz DNA. Sich über Jahrzehnte in Freizeit oder Beruf viel in der Sonne aufzuhalten, bedingt daher ein besonders hohes Risiko für Hautkrebs. Eigentlich hat der Körper einen Mechanismus, mit solchen DNA-Schäden umzugehen. Sie werden erkannt und repariert. Zellen, die zu stark geschädigt sind, werden dazu gebracht den programmierten Zelltod einzuleiten und so geregelt abzusterben. Das ist ein üblicher Mechanismus, um Gewebe gesund zu halten, der im gesamten Organismus täglich tausendfach abläuft. Treten zu viele Schäden auf, oder ist das an der Reparatur maßgeblich beteiligte Immunsystem geschwächt, können jedoch Fehler beim Reparieren der Erbgutstränge auftreten. Es bleiben Veränderungen an der DNA, sogenannte Mutationen zurück. Veränderte Hornzellen (Keratinozyten) – Zellen der äußersten Hautschicht – überleben und sammeln sich an. Aus solchen Zellen mit genetischer Mutation kann sich in mehreren Stufen heller Hautkrebs bilden.

Für den krebserzeugenden Effekt der UV-Strahlung mitverantwortlich sind sogenannte Sauerstoffradikale (ROS), deren Bildung durch die Energie des UV-Lichts gefördert wird. Der Körper setzt den ROS Antioxidantien entgegen. Stehen durch Rauchen oder einen Mangel an bestimmten Vitaminen (Vitamine C und E, Beta-Karotin) nicht genügend davon zur Verfügung, können die ROS Zellstrukturen angreifen und schädigen. Ein zweiter Effekt der UV-Strahlung kommt hinzu, eine Schwächung des Immunsystems in den sonnenbestrahlten Hautbereichen, aber auch im gesamten Organismus. Bestimmte Immunzellen verlieren durch UV-Strahlung ihre Funktionsstärke oder sterben ganz ab. Nun können auch die ROS ihr Werk tun und DNA im Zellkern und in den Zellkraftwerken, den Mitochondrien, nachhaltig schädigen. Am Erbgut entstehende Fehler werden aufgrund der lokalen und körperweiten Immunschwächung nur unzureichend repariert. Wiederum entstehen Zellen mit genetischer Mutation, aus denen sich Hautkrebs bilden kann.

Und die Moral von der Geschicht: Gesund leben, und vergiss den Sonnenschutz nicht.

Quelle:
Redaktion hautstadt; „Rauhe, angegriffene Haut oder Präkanzerose? Früherkennung der Aktinischen Keratose“, Harald P.M. Gollnik, MMM Fortschritte der Medizin 2017, 51/159: 57-63

Drucken