Bei fast einem Drittel der Patienten mit Psoriasis (Schuppenflechte) beginnt die chronische Hautkrankheit bereits in der Kindheit und ist im Erwachsenenalter nicht selten mit ernsten Begleiterkrankungen verbunden. Es erscheint daher sinnvoll, schon bei Kindern und Jugendlichen mit Psoriasis auf Risikofaktoren für spätere Erkrankungen des Stoffwechsels, des Herz-Kreislaufsystems, der Gelenke oder der Psyche zu achten. Langzeitfolgen könnten so durch frühzeitiges Eingreifen gemindert werden. Forscher der Eastern Virginia Medical School in Norfolk (USA) und Kollegen haben deshalb die einschlägige Forschungsliteratur dazu gesichtet und durchgearbeitet. Ihr Ziel: Erstmals die wichtigsten Empfehlungen für ein Screening nach Begleiterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen mit Psoriasis zusammenzutragen. Ein Expertengremium aus verschiedenen Fachrichtungen mit Bezug zur Kinderheilkunde hat sich so auf eine erste Leitlinien-Empfehlung verständigt.

Vermehrtes Fettgewebe steht im Verdacht entzündliche Prozesse und damit auch Psoriasis zu fördern. Die Experten empfehlen daher Kinder ab dem zweiten Lebensjahr auf Übergewicht zu ‚screenen‘. Die Eltern könnten dann über Möglichkeiten informiert werden, den Lebensstil zu verändern. Auch Diabetes kommt bei Psoriasis häufiger vor. Kinder mit Schuppenflechte ab zehn, alle drei Jahre auf Diabetes zu untersuchen, sei daher sinnvoll, sagt das Gremium. Besonders wenn noch andere Risikofaktoren vorliegen; fettleibige Kids auch noch früher. Da auch das Herz ein größeres Risiko trägt, empfehlen die Experten bei Kindern (9-11) und Heranwachsenden (17-21) jeweils einmal ein allgemeines Lipid-Screening (Cholesterin, Triglyzeride) durchzuführen. Auch der Blutdruck sollte jedes Jahr kontrolliert werden. Und auch die Leber, bei Mädchen die Ovarien sowie bei beiden Geschlechtern der Magen-Darmtrakt bedürfen den Experten zufolge bei Kindern mit Psoriasis besonderer ärztlicher Beachtung und Fürsorge. Besondere Aufmerksamkeit ist ebenfalls für die Gelenke erforderlich, denn es besteht das Risiko einer Psoriasis-Arthritis. Und last but not least gilt es auch die Psyche der jungen Psoriasis-Patienten im Auge zu behalten, denn sie haben ein erhöhtes Risiko für Depressionen und Angsterkrankungen. Auch die Gefahr eine Suchtentwicklung bestehe vermehrt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology veröffentlicht.

Die Autoren möchten ihre Empfehlungen als erste Basis und als Ausgangspunkt für detailliertere, entsprechend fortschreitenden Erkenntnissen verfeinerte Leitlinien verstanden wissen.

Quelle:
Redaktion hautstadt; “Pediatric Psoriasis Comorbidity Screening Guidelines”, Emily Osier, Audrey S. Wang, Wynnis L. Tom, Lawrence R. Eichenfield et al., JAMA Dermatology 2017 I Consensus Statement, doi: 10.1001/jamadermatol.2017.0499

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