Stehen psychische Probleme bei Aknepatienten in Verbindung mit oxidativem Stress, dem der Organismus und die Haut ausgesetzt sind? Beide Phänomene für sich genommen, psychische Erkrankungen, wie Angststörungen oder Depressionen, und auch oxidativer Stress kommen bei Akne häufiger vor. Ob auch zwischen diesen beiden potentiellen Begleitphänomenen der Akne bei betroffenen Patienten ein Zusammenhang besteht wollten jetzt Forscher der Universität von Assiut (Ägypten) herausfinden. Außerdem fragten sich die Forscher, wie sich diese Faktoren auf die Lebensqualität der Patienten auswirken.

Jugendliche sehen die perfekt retuschierten Gesichter auf den Fernseh- und Modezeitschriften und vergleichen die perfekte, wenn auch unnatürliche „Schönheit“ mit ihrem eigenen Spiegelbild. Und dort sind Pickel zu sehen und auch sonst ist das Gesicht nicht makellos – normal halt. Dennoch leiden Teenager mit Akne häufiger unter Ängsten und trauen sich z.B. nicht, eine Beziehung einzugehen. Wie würde der mögliche Freund oder die Freundin auf die vermeintlichen Makel reagieren? Die Verzweiflung darüber kann auch in eine Depression münden; da heißt es für das soziale Umfeld wachsam zu bleiben. Auch die Studie aus Ägypten stellte bei den Aknepatienten vermehrt Hinweise auf Angst und Depressionen fest. Außerdem fanden sich im Blutserum der Patienten mit Akne im Durchschnitt mehr Anzeichen für oxidativen Stress. Zwischen beiden Parametern, den psychischen Problemen und dem oxidativen Stress, gab es jedoch keine Verbindung. Abzulesen war aus den Daten dagegen: Eine schwerere Akne löste mehr Ängste aus, als eine leichte Akne. Vermehrte Ängste schränkten die Lebensqualität umso stärker ein. Ängste waren verbreiteter als Depressionen.

Quelle:
Redaktion hautstadt; “Oxidative stress and psychiatric morbidity in patients with facial acne”, Awad SM, Morsy H, Sayed AA, Mohamed NA, Ezzat GM, Noaman MM, J Cosmet Dermatol. 2017, 00:1–6. https://doi.org/10.1111/jocd.12366

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