Die Zahl der Allergien nimmt stetig zu. Immer mehr Menschen in Europa und weltweit leiden darunter. Mögliche Therapien sind nicht immer zufriedenstellend. Das „Department of Infection and Immunity“ des Luxembourg Institute of Health (LIH) hat deshalb in Kooperation mit nationalen Partnern ein neues Forschungsprojekt gestartet. Ziel ist es, den zukünftigen Erfolg einer Immuntherapie gegen die Allergie (SIT, Hypo-/Desensibilisierung) für den jeweiligen Patienten besser beurteilen und vorhersehen zu können. Die Behandlung soll dann an das individuelle Profil eines jeden Patienten angepasst werden. Die Forscher hoffen hier auf einen wertvollen Fortschritt im Bereich der individualisierten Medizin.

Die Immuntherapie macht das Immunsystem der Patienten tolerant gegenüber den krankmachenden Auslösern der Allergie, den Allergenen. Die Wirksamkeit dieser Therapie ist aber, je nach Patient, stark unterschiedlich und kann vom behandelnden Arzt nicht vorhergesagt werden. Das Luxemburger Forschungsprojekt soll zukünftig eine bessere Vorhersage der Reaktion unseres Immunsystems auf eine Immuntherapie gegen Allergien ermöglichen.

In der Praxis des Allergologen besteht die Immuntherapie aus einer zunehmenden Steigerung der Gabe von Allergenen, das heißt den Molekülen, auf die der Patient allergisch ist. Zum Desensibilisieren des Körpers wird die verabreichte Dosis schrittweise erhöht bis zum Erreichen der sogenannten Erhaltungsdosis, das heißt der Dosis, die eine langfristige Toleranz gegenüber dem Allergen ermöglicht.

Im Rahmen des Projekts wollen die Forscher die Aktivierung einer Gruppe von Immunzellen untersuchen, die an der Fehlsteuerung der allergischen Reaktionen beteiligt sind: den T-Lymphozyten. Dazu werden Blutproben von Patienten mit Pollen- und Insektengiftallergien vor und während der Immuntherapie mit Hilfe modernster Verfahren analysiert und verglichen. „Wir wollen die biologischen Marker im Blut der Patienten identifizieren, die eine Vorhersage der Reaktion des Immunsystems auf eine antiallergische Behandlung noch vor deren Beginn ermöglichen. Unser Projekt könnte eine erhebliche Auswirkung auf die klinische Praxis haben. Mit einer simplen Blutprobe könnten die Mediziner Art, Dosierung und Dauer der Behandlung spezifisch an den einzelnen Patienten anpassen“, erläutert Projektleiter Prof. Markus Ollert, Spezialist für Dermatologie und Allergologe und Direktor des „Department of Infection and Immunity“ am LIH, das Projekt „SYS-T-Act“. In einem zweiten Schritt soll die Studie auf Erdnuss- und Nussallergien ausgeweitet werden.

Quelle:
Redaktion hautstadt; Projektbeteiligte: Das vom „Personalised Medicine Consortium“ finanzierte und vom „Department of Infection and Immunity“ des LIH initiierte Projekt SYS-T-Act, wird in Zusammenarbeit mit der Luxemburger Biobank IBBL (Integrated BioBank of Luxembourg), der Abteilung für Immunologie und Allergologie des „Centre Hospitalier de Luxembourg“ (CHL) und dem „Luxembourg Centre for Systems Biomedicine“ (LCSB) der Universität Luxemburg durchgeführt.

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