In Hautbereichen, die ständig dem UV-Licht der Sonne ausgesetzt sind, können mögliche Hautkrebsvorstufen, die sogenannte Aktinische Keratose, entstehen. Wer sich in Freizeit oder Beruf jahrzehntelang viel in der Sonne aufhält, geht damit das Risiko ein, hellen Hautkrebs zu bekommen. Denn aus der rauen Hautstelle aktinische Keratose kann ein sogenanntes invasives Plattenepithelkarzinom (SCC) entstehen, das in die Haut und das darunterliegende Gewebe eindringt. Das Vorkommen der aktinischen Keratose und auch von hellem Hautkrebs nimmt unter der hellhäutigen Bevölkerung beständig zu. Betroffen sind vor allem Menschen ab dem fünften Lebensjahrzehnt, aber auch jüngere. Die höchste Rate mit bis zu 60 Prozent Betroffene in dieser Altersstufe findet sich in Australien. Für europäische Länder liegen die Raten zwischen drei Prozent in Italien und 23 Prozent in England. In Deutschland ist die AK nicht meldepflichtig, genaue Zahlen liegen nicht vor. Ein besonders hohes Risiko haben Menschen in Berufen wie Dachdecker, Glasreiniger, Feldarbeiter, Müllmänner, Bademeister und Schiffsbesatzungen. Zusätzliche Risikofaktoren sind dabei Substanzen wie Benzpyrene, Teer, Ruß, Anthrazene und Rohparaffine. Aber auch die Freizeitgewohnheiten spielen eine Rolle. In ca. 1-3 Prozent der Fälle geht eine AK in hellen Hautkrebs (SCC) über. Sehr viel größer ist das Risiko für den Übergang von AK auf SCC bei Patienten, die schonmal einen hellen Hautkrebs gehabt haben und bei Personen mit geschwächtem Immunsystem. Das kann durch Immundefekte oder die Einnahme von Immunsuppressiva bei Autoimmunkrankheiten, Allergien, Transplantationen etc. entstehen. Auch Patienten, bei denen die DNA-Reparatur nicht gut funktioniert, wie z.B. bei Xeroderma pigmentosum oder Albinismus, haben ein größeres Risiko für hellen Hautkrebs aus AK. Das gleiche gilt für Menschen die rauchen oder sich nicht gesund genug ernähren. Beides führt zu einem Mangel an Antioxidantien wie Vitamin C, Beta-Karotin oder Vitamin E im Blut. Ohne die kann die körpereigene Abwehr nicht so gut funktionieren.

AK entwickeln sich, wenn durch die UV-Strahlen der Sonne Schäden an der Erbsubstanz DNA in den Zellkernen und den Zellkraftwerken Mitochondrien zum Teil nicht mehr richtig repariert werden können. Solche fehlerhaft reparierten Hornzellen sammeln sich an und es entstehen AK. Für die krebserzeugende Wirkung der UV-Strahlung sind vor allem Sauerstoffradikale verantwortlich. Die können umso mehr Schaden anrichten, je weniger Antioxidantien ihnen entgegentreten. Auch bestimmte Viren (HPV) spielen bei der Bildung von AK eine Rolle.

Quelle:
Redaktion hautstadt; „Raue, angegriffene Haut oder Präkanzerose? Die Früherkennung der Aktinischen Keratose“, Harald P.M. Gollnik, MMM Fortschritte der Medizin 2017, 51/159: 57-63

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