In einer kleinen Vergleichsstudie haben Forscher der Universität Melbourne (Australien) untersucht, wie sich das Tragen von Kleidung aus ultrafeiner Merinowolle bei Kindern mit Neurodermitis auf deren Beschwerden auswirkt. Für den Vergleich wurde herkömmliche Baumwollkleidung herangezogen. Die Forschergruppe um J.C. Su und R. Dailey ist nun der Ansicht, superfeine Merinowolle kann beim Management der Neurodermitis von Kindern hilfreich sein. Die Ergebnisse wurden im British Journal of Dermatology veröffentlicht.

Wolle kratzt. Diesen Satz würden nicht nur Patienten mit Neurodermitis unterschreiben. Für die aber gilt bislang sogar, Wolle kann zu Hautirritationen führen und sollte besser gemieden werden. Die Forscher der Universität Melbourne und des Royal Children’s Hospital in Parkville (Australien) nehmen aktuell auch die günstigen Eigenschaften von Wollfasern ins Visier, die sowohl im Bereich Thermodynamik als auch beim Transport von Feuchtigkeit vorteilhaft sind.

Die Eltern von 39 Säuglingen und Kleinkindern mit leichter bis mittelschwerer Neurodermitis wählten superfeine Merinokleidung oder Baumwollkleidung für ihre Kleinen aus, die diese dann für sechs Wochen trugen. Danach wechselte die Merinogruppe zur Baumwolle und umgekehrt. Alle drei Wochen wurde der Hautzustand der kleinen Patienten mit Hilfe von Neurodermitis-Indizes beurteilt und der Gebrauch von Steroidsalben festgehalten. Während die superfeine Merinowolle getragen wurde, besserte sich der Hautzustand, nach sechs Wochen noch ein wenig mehr als bereits nach drei Wochen, berichten die Forscher. Auch der Gebrauch von Steroidsalben habe in den Merinophasen etwas reduziert werden können. Gegenteilige Effekte seien beim Wechsel von Wolle auf Baumwolle eingetreten, so der Bericht. Etwas umfangreichere Studien werden diese ersten Ergebnisse erhärten müssen.

Quelle:
Redaktion hautstadt; “Determining Effects of Superfine Sheep wool in INfantile Eczema (DESSINE): a randomized paediatric crossover study”, Su, J.C., Dailey, R., Zallmann, M., Leins, E., Taresch, L., Donath, S., Heah, S.S. and Lowe, A.J., British Journal of Dermatology 2017, doi: 10.1111/bjd.15376

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