Infektionen mit Pilzerregern treten immer häufiger auf. Hautärzte stellen dabei zunehmend auch neue Keime als Auslöser fest. Aber auch ungeeignetes Schuhwerk wie Fußbekleidung aus Kunststoff fördert eine Infektion. Von Reisen aus dem südlichen Europa oder von Bauernhöfen, so berichtet Prof. Dr. Hans-Jürgen Tietz vom Institut für Pilzkrankheiten in Berlin in der Zeitschrift Ästhetische Dermatologie & Kosmetologie, könnten sogenannte zoophile Erreger mitgebracht werden. Sie können von Katzen, Hunden, Kaninchen oder Meerschweinchen stammen. Exotische Arten unter den Erregern, die auf den Menschen spezialisiert sind, sogenannte anthropophile Erreger, stammten überwiegend von Migranten aus Nordafrika und dem Orient, sagt Tietz. Eine andere Form von Exotik brächten offenbar besonders „Sex-Touristen“ mit nach Hause: Den sogenannten „Thailandpilz“, der starke Entzündungsreaktionen im Intimbereich hervorrufe.

Pilzinfektionen der Nägel sind insbesondere bei älteren Menschen sehr verbreitet. Jeder zweite im Alter über 65 Jahre hat schon einmal Bekanntschaft mit einem Nagelpilz gemacht. Eine geringere Durchblutung, kältere Füße und ein langsameres Wachstum von Haut und Nägeln förderten bei älteren Patienten die Entstehung von Pilzkrankheiten, berichtet Pilzspezialist Tietz. Bei jüngeren spielten, neben „Plastikschuhen“, Belastungen bei Sport und Spiel eine bedeutende Rolle. Druckkräfte, feuchtes Milieu und Ansteckungsquellen im direkten Umfeld helfen den Erregern sich auf Haut oder Nagel anzusiedeln.

Bei der Behandlung ist vor allem Durchhaltevermögen gefragt. Jede Pilzinfektion der Haut und der Nägel sei heilbar, so Tietz. Auch die noch so hartnäckigen. Leider gehen viele Patienten erst spät zum Arzt, trotz hohen Leidensdrucks. Doch um eine Therapie kommt man nicht herum, denn ein Nagelpilz verschwindet nicht von allein. Angst muss niemand haben, denn selbst die Entfernung des befallenen Nagelanteils ist heute schmerzfrei mit Hilfe von entsprechenden Salben möglich. Danach wird mit Antipilzmitteln, bei denen es Fortschritte und mehrere Neuerungen gibt, weiterbehandelt bis die Infektion verschwunden ist. Dafür braucht es dann meist einige Monate, bis zu einem Jahr Geduld.

Quelle:
Redaktion hautstadt; „Neue Erreger und Fortschritte in der Therapie – Mykosen der Haut“, Hans-Jürgen Tietz, Institut für Pilzkrankheiten, Ästhetische Dermatologie & Kosmetologie, 02-2017: 25-28

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