Akne ist eine häufige, chronische, entzündliche Erkrankung der Talgdrüsenfollikel. Bekannte Kennzeichen der Akne sind eine Überproduktion von Hautfett, Mitesser, entzündete Knoten und Eiterpusteln. Das hört sich zunächst einmal klar und einfach an. Doch was dahintersteckt ist eine Hauterkrankung, die durch ein hochkomplexes Zusammenspiel zahlreicher Faktoren verursacht und gesteuert wird. Dabei scheinen auch die Gene eine Rolle zu spielen. Patienten, deren Eltern auch Akne hatten, bekommen ihre Akne häufig in jüngeren Jahren als ihre Mitschüler, und die Erkrankung verläuft oft schwerer. Von den Genen werden Faktoren gesteuert, die für Akne anfällig machen. Darunter Androgene (männliche Geschlechtshormone), die auch bei Frauen vorhanden sind, der Signalbotenstoff IGF-1 und bestimmte Immunfaktoren.

Bei der Ausprägung von Akne spielen neben dem Zuviel an Hautfett, eine verstärkte Verhornung und Entzündungsvorgänge zusammen. Neben Androgenen und IGF-1 fördern neuro-hormonelle Einflüsse, das Aknebakterium (Propionibacterium acnes) und bestimmte Ernährungsgewohnheiten die ungeliebten Hauterscheinungen der Akne. Über Botenstoffe des Nervensystems nimmt auch die Psyche Einfluss auf das Geschehen in der Haut. Die Immunabwehr bringt Entzündungen fördernde Botenstoffe wie Interleukin-1 ins Spiel. Sie machen aus einem normalen Haarbalg (Follikel) einen Mitesser. Das Aknebakterium, P. acnes, verstärkt den Verhornungsprozess in den Haarfollikeln. Einige seiner Stoffwechselprodukte, z.B. bestimmte Enzyme, fördern die Entzündung. Und das Aknebakterium ruft auch Teile der Immunabwehr auf den Plan. Bestimmte Ernährungsfaktoren wirken vermutlich über den Signalbotenstoff IGF-1 auf das Aknegeschehen ein. Die Krankheitsentstehung wird in den letzten Jahren immer besser verstanden, ist aber noch lange nicht vollständig aufgeklärt. Zur Behandlung stehen dem Hautarzt aber bereits wirksame Therapien für unterschiedliche Schweregrade der Akne zur Verfügung.

Quelle:
Redaktion hautstadt; Degitz, K. and Ochsendorf, F.: „Akne“, JDDG: Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft 2017, 15: 709–722. doi: 10.1111/ddg.30_13278

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