Handekzeme, die häufigste Hauterkrankung am Arbeitsplatz, treten in ganz unterschiedlichen Formen und Ausprägungen auf. Das Handekzem an sich gibt es nicht. Doch wovon hängt es eigentlich ab, in welcher Art und Weise sich ein Handekzem bei verschiedenen Patienten ausprägt? Es sind sowohl Umweltfaktoren wie irritative Stoffe, Allergene oder die Art der Tätigkeit als auch individuelle innere Faktoren wie atopische Haut, Allergien oder das Alter, die einen Einfluss darauf haben, welche Symptome genau sich an welchen Stellen der Hände bei einem Patienten ausprägen. Sie können die Prognose für Besserung und Heilung der Hauterkrankung beeinflussen und sollten unbedingt im individuellen Management der Krankheit berücksichtigt werden, sagen Forscher der Universität Osnabrück in der Fachzeitschrift Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology. Mitarbeiter/innen in Pflegeberufen und Friseur/innen aber auch Metallarbeiter sind besonders häufig von den entzündlichen, nicht-infektiösen Hautveränderungen betroffen. Bestimmte Formen des Handekzems könnten durch das Rauchen gefördert werden, so ein Ergebnis der Studie.
Die Dermatologen R. Brans und S.M. John haben rückblickend die medizinischen Unterlagen von Patienten ausgewertet, die an einem Präventionsprogramm für berufliche Hautkrankheiten teilgenommen hatten. Zunächst teilten Brans und John die Hauterkrankung Handekzem in drei Untergruppen ein: das Handekzem mit Bläschenbildung, das stark verhornende Handekzem auf der Handinnenseite und das Handekzem mit entzündlicher Rötung und Schuppung.
Die weiblichen TIP-Patienten waren im Durchschnitt jünger und hatten häufiger Neurodermitis und eine atopische Komponente bei ihrem Handekzem als die betroffenen Männer. Das Handekzem mit Bläschenbildung war bei Frauen wesentlich häufiger und oftmals verbunden mit einem übermäßigen Schwitzen der Hände (Hyperhidrose), Neurodermitis und einer atopischen Komponente, berichten Brans und John. Vom stark verhornenden Handekzem auf der Handinnenseite waren deutlich mehr Männer betroffen, die auch oft etwas älter waren. Das Handekzem mit Bläschenbildung trat vermehrt bei Rauchern auf. Diese hatten dagegen seltener ein Handekzem mit starker Verhornung.
Quelle:
Redaktion hautstadt; “Clinical patterns and associated factors in patients with hand eczema of primarily occupational origin”, Brans, R. and John, S.M., Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology 2015, online first, doi: 10.1111/jdv.13515