Es gibt viele Berufe in denen die sogenannte Feuchtarbeit alltäglich ist. Die Hände kommen dabei zum Teil mehrere Stunden am Tag mit Wasser in Berührung. Besonders verbreitet sind diese Tätigkeiten in den Bereichen Service/Dienstleistung, Gesundheitswesen und Produktion. Die Mitarbeiter in diesen Berufen sind so einem erhöhten Risiko ausgesetzt, die häufigste aller Berufskrankheiten, ein Handekzem, zu entwickeln. Schwedische Forscher des Karolinska Institutet in Stockholm haben jetzt den Umfang der Feuchtarbeit in Berufen untersucht, in denen das Risiko für ein Handekzem besonders hoch ist. Dafür werteten Birgitta Meding vom Institut für Umweltmedizin des Karolinska Institutet und Kollegen die Daten zweier Umfragen des öffentlichen Gesundheitswesens in der Allgemeinbevölkerung von Stockholm der Jahre 2006 und 2010 aus.
Von jeweils über 56.000 Angeschriebenen hatten je gut 30.000 geantwortet. Die Daten von etwa 16.000 bzw. 18.000 erwachsenen Erwerbstätigen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren gingen in die Auswertung ein. Diese hatten Fragen zu täglicher, beruflicher Wasserexposition der Hände beantwortet. In ihrem Beruf die Hände regelmäßig mehr als den halben Tag dem Wasser auszusetzen, berichteten davon 17,5 bzw. 16,3 Prozent. Immerhin noch zwei Stunden am Tag hatten 7,8 bzw. 7,7 Prozent der Teilnehmer ihre Hände im Wasser. Frauen waren dabei stärker von Feuchtarbeit betroffen. Sie mussten ihre Hände im Durchschnitt doppelt so lange dem Wasser aussetzen wie Männer. Die meiste Feuchtarbeit fand in den Service- und Dienstleistungsberufen statt. Von den dort Beschäftigten berichteten 44,6 Prozent von mehr als zwei Stunden Feuchtarbeit pro Tag. Besonders betroffen: Mitarbeiter in Küchen, Reinigungskräfte und Friseur/innen. Im Gesundheitswesen lag die entsprechende Quote bei 22,0 Prozent.
Quelle:
Redaktion hautstadt; “Water exposure – challenging differences between occupations”, Meding, B., Anveden Berglind, I., Alderling, M., Lindahl, G. and Wrangsjö, K., Contact Dermatitis 2016, 74: 22–28. doi: 10.1111/cod.12479