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Teils positive Tendenzen bei Masern – Fortschritte aber noch unzureichend – Robert Koch-Institut: Masernimpfung erfolgt nicht immer zeitgerecht

Noch immer zu viele Masernfälle in Deutschland, beklagen Infektionsschutzexperten.
14. Dezember 2017

Noch immer zu viele Masernfälle in Deutschland, beklagen Infektionsschutzexperten. Zwar wurden die sehr hohen Fallzahlen des Jahres 2015 von fast 2.500 Masernfällen bundesweit im Jahr 2016 mit etwas mehr als 300 gemeldeten Fällen bei weitem unterschritten. Dennoch ist dies für die Impffachleute kein Grund sich entspannt zurückzulehnen. „Schlimm, dass Deutschland inzwischen in Europa das Schlusslicht der Masernelimination darstellt“, betonte Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) im Januar 2017. Verbesserungsbedarf besteht weiterhin beim Impfzeitpunkt, die Masernimpfung erfolgt nicht immer zeitgerecht. Erstmals haben die RKI-Wissenschaftler die absolute Zahl der Kinder hochgerechnet, die zum empfohlenen Zeitpunkt nicht oder nicht vollständig gegen Masern geimpft sind: Im Alter von 24 Monaten waren nach der neuen Auswertung bundesweit 150.000 Kinder des Jahrgangs 2013 nicht vollständig und weitere 28.000 Kinder gar nicht gegen Masern geimpft, so das Robert Koch-Institut in seinem Bericht. Die erste Masernimpfung wird für den Altersbereich von 11 bis 14 Monaten empfohlen, die zweite Impfung für 15 bis 23 Monate alte Kinder. Die Problemregionen liegen laut RKI-Bericht vorwiegend in den Ballungsräumen. In Dresden, Hamburg, Köln, Leipzig und München hatten im Alter von 24 Monaten jeweils zwischen 2.000 und 4.100 Kinder des Jahrgangs 2013 keinen ausreichenden Masern-Impfschutz, in Berlin sogar 7.300.

Immerhin ist bei der zweiten Masern-Impfung der Kinder im Alter von 24 Monaten in den letzten Jahren ein Aufwärtstrend zu beobachten: Von 59,1 Prozent beim Geburtsjahrgang 2004 stieg der Anteil der zweifach Geimpften auf 73,7 Prozent beim Geburtsjahrgang 2013, so das RKI weiter. Weitgehende Entwarnung kann wohl erst gegeben werden, wenn das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von weniger als einem Fall pro einer Million Einwohner erreicht ist. Das wären für ganz Deutschland höchstens 80 Fälle – die hatte 2016 alleine Berlin. Aus den USA wird dagegen seit 15 Jahren nur noch von eingeschleppten Masernfällen berichtet. Der gesamte amerikanische Kontinent wurde Ende September für von Masern frei erklärt. In den USA gilt anders als in Deutschland eine Impfpflicht gegen die hochansteckende Infektionskrankheit. In Rumänien sind 2016 sieben Kleinkinder an den Folgen von Masern gestorben. Dort waren im vergangenen Jahr etwa 1.000 Masernfälle aufgetreten.

Quelle:
Redaktion hautstadt; Presseinformation des Robert Koch-Instituts, Stand: 05.01.2017; Epidemiologisches Bulletin 1/2017; Weitere Informationen: www.rki.de/epidbull & www.rki.de/kv-impfsurveillance